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WM 2018

NADA kritisiert Dopingkontrollverfahren bei der Fußball-WM

Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) hat das Dopingkontrollverfahren bei der Fußball-WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) scharf kritisiert. Der Weltverband FIFA führt während der Endrunde die Kontrollen in Eigenregie durch. Jetzt Fußballreise buchen!

"Der Sport kontrolliert sich selbst. Das ist genau das, was wir eigentlich nicht mehr wollen", sagte Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der NADA in Berlin. "Der Sport darf sich nicht selbst kontrollieren. Da sind die Interessenskonflikte einfach zu groß", betonte Gotzmann.

Der Anti-Doping-Kampf in Russland ist zudem auch deshalb besonders schwierig, weil die Russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA) durch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) weiterhin suspendiert ist. "Ich gehe davon aus, dass die Proben der Fußballer nach Lausanne gebracht werden und dort im Labor analysiert werden", sagte Gotzmann.

Lars Mortsiefer, Vorstandsmitglied und Chefjustiziar der NADA, ärgerte sich mit Blick auf die WM vor allem über den Fall des peruanischen Kapitäns Paolo Guerrero. Der frühere Bundesliga-Spieler (Hamburger SV, Bayern München) hatte vor dem Schweizer Bundesgericht erwirkt, dass seine Dopingstrafe wegen Kokainmissbrauchs ausgesetzt wurde und er doch noch an der WM-Endrunde teilnahmen darf.

"Das Argument, dass man die Sperre verringern soll, weil der Saisonhöhepunkt ansteht, darf nicht ziehen. So etwas hören wir fast in jedem Verfahren", sagte Mortsiefer. "Das torpediert den Anti-Doping-Kampf. Es gab eine Sanktionierung, die einzuhalten ist. Es bleibt ein ungutes Gefühl, wenn Guerrero jetzt bei der WM spielt, und vielleicht erfolgreich spielt, dann ist da ein fader Beigeschmack", sagte Mortsiefer.

Guerrero hatte mit allen Mitteln gegen seine Dopingsperre gekämpft, sprach sogar bei FIFA-Präsident Gianni Infantino vor. Die Nationalmannschaftskapitäne von Perus Gruppengegner, Hugo Lloris (Frankreich), Mike Jedinak (Australien) und Simon Kjaer (Dänemark), hatten zudem in einem offenen Brief für die Aussetzung der Sperre plädiert. Das alles habe nach Einschätzung von Mortsiefer offenbar Wirkung auf das Bundesgericht in der Schweiz gehabt.

 

SID


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