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WM 2018

Gündogan kann Kritik an Treffen mit Erdogan verstehen

Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan hat sich von den Reaktionen auf sein Treffen mit dem umstrittenen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan betroffen gezeigt, kann die Kritik aber nachvollziehen. "Einige Reaktionen haben mich getroffen, vor allem auch die persönlichen Beleidigungen. Ich verstehe, dass man die Aktion nicht gut finden muss", sagte Gündogan im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) und betonte: "In den letzten Jahren haben wir viel dazu beigetragen, die Integration in Deutschland zu fördern." Jetzt Fußballreise buchen!

Für Kritik sei er immer offen. "Jeder Mensch hat seine eigene Meinung. Deswegen haben wir auch die Meinungsfreiheit. Dafür stehe ich. Genau dafür fühle ich mich privilegiert, in Deutschland geboren und aufgewachsen zu sein. Aber beleidigen lassen will ich mich auch nicht."

Für Gündogan sei es eine Erfahrung gewesen, "die nicht leicht war. Wir haben durch unsere türkischen Wurzeln noch einen sehr starken Bezug zur Türkei. Das heißt aber nicht, dass wir jemals behauptet hätten, Herr Steinmeier sei nicht unser Bundespräsident oder Frau Merkel nicht unsere Bundeskanzlerin. Es war nie das Thema, ein politisches Statement zu setzen."

Der 27-Jährige betonte, "wir sind in Gelsenkirchen geboren und aufgewachsen. Die Stadt hat einen sehr hohen Migrationsanteil. Es war daher für mich ein tiefer Schlag, dass es so dargestellt wird, dass wir nicht integriert seien und nicht nach deutschen Werten leben würden."

Gündogan und Weltmeister Mesut Özil hatten Erdogan am 13. Mai in London getroffen. Beide hatten dem in der westlichen Welt höchst umstrittenen Staatspräsidenten signierte Trikots ihrer Vereine Manchester City und FC Arsenal überreicht.

Die vereinzelten Pfiffe beim Länderspiel in Österreich (1:2) "machen natürlich etwas mit einem." Mit Blick auf das Spiel bei der WM-Generalprobe gegen Saudi-Arabien in Leverkusen sagte Gündogan: "Man ist Pfiffe von gegnerischen Fans gewohnt, aber wenn die eigenen Fans pfeifen, dann ist es schwierig damit umzugehen. Mal sehen, wie es in Leverkusen ist."

 

SID


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