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Frauen in OÖ

"Zählen zu Oberösterreichs Publikumsmagneten"

Nach einem Wechsel in die Frauenklasse Süd/West stellte sich die Union Pettenbach mit einem torlosen Remis in Weibern in der neuen Liga vor. Mit dem Chef-Trainer des erfolgreichen Frauen-Teams, Florian Rauch, führte Helmut Pichler am spielfreien Wochenende ein ausführliches Interview.

 

Florian, Ihr seid in die Frauenklasse Süd/West gewechselt, was waren die Gründe dafür?

"Ursprünglich hätten 13 Teams die neue Frauenklasse Nord/Ost gebildet, für die Frauenklasse Süd/West wären nur zehn Teams übriggeblieben. Wir haben der Bitte des Verbandes nach einem Wechsel in die Süd/West zugestimmt, obwohl wir dadurch die „Derbies“ gegen Kematen und Neuhofen verlieren. Plötzlich verzichtete die SPG Antiesenhofen/Weilbach auf den Aufsteig in die Landesliga, dadurch stieg die SPG Aschach/Waldneukirchen auf, SC St. Valentin zog die ursprüngliche Nennung zurück, sodass eine Neueinteilung gar nicht notwendig gewesen wäre. Jetzt spielen in der Frauenklasse Süd/West elf Teams mit je einer spielfreien Mannschaft pro Runde, aber was soll`s, so kam eben diese Neuzuteilung zustande".

Wurde Euer Team verstärkt oder habt Ihr Abgänge zu verkraften, Dauerverletzte usw.?

Mit der 14-jährigen Viktoria Lacherstorfer haben wir eine Spielerin für ein Jahr auf Leihbasis von der Union Schlierbach verpflichtet, auch einige Neueinsteigerinnen konnten wir wieder begrüßen. Zwei verdienstvolle Spielerinnen beenden ihre Laufbahn. Melanie Seidner hängte aus Zeitgründen ihre Fußballschuhe an den Nagel, weil sie durch ihre schulische Ausbildung bzw. ihre Tätigkeit im Vorstand der Landjugendgruppe Eberstalzell sehr ausgelastet ist. Lisa Hageneder ist in der kommenden Saison nicht dabei, weil sie ein Auslandsjahr in Kamerun absolviert. Wir hoffen aber sehr, dass sie nach ihrer Rückkehr im Sommer 2017 wieder zu unserem Kader zählt. Standard-Kapitänin Jessica Feldmann ist zurzeit verletzt, leider können wir sehr wahrscheinlich nicht mit ihrer Rückkehr ins Team im Herbst rechnen. Jessi bedeutet natürlich für uns einen riesigen Ausfall, denn mit ihrer positiven Lebenseinstellung und großen Erfahrung ist sie extrem wichtig für unsere Mannschaft, vor allem beim Einbau junger Spielerinnen ins die Mannschaft gibt sie den Neulingen wichtigen Rückhalt bei den ersten Gehversuchen und fast unersetzlich als Bindeglied zwischen allen Altersstufen im Team, denn sie hat immer für alle ein offenes Ohr. Ihre Rolle als Kapitänin hat sie wegen der Verletzung zurückgelegt. Zur neuen Kapitänin wurde Lena Zorn gewählt, die ähnlich wie Jessica sehr viel leistet und im ganzen Verein (nicht nur in der Frauen-Mannschaft) einen sehr guten Ruf genießt. Noch dazu nimmt Lena trotz ihres Studiums in Salzburg immer die weiten Strecken zum Training auf sich, war eine der besten und konstantesten Spielerinnen in der letzten Saison. Die Mannschaft hat sich dafür bei ihr mit der klaren Wahl bedankt".

Könnt Ihr Mädels aus der Hobby-Liga einsetzen, die sich dort über den Sommer bewährt haben?

„Die MHL (Mädchen Hobby Liga) ist für uns ein ein wichtiges und erfolgreiches  Standbein geworden. Seit einem Jahr spielen wir in dieser Liga, die aus sieben Mannschaften besteht. Wir haben beschlossen,  diese Liga zu nützen, um dort unsere jungen Spielerinnen auszubilden bzw. den Schritt in die Kampfmannschaft etwas einfacher zu gestalten. Aus dieser Mannschaft haben wir im letzten Jahr bereits acht Spielerinnen anmelden können, die uns über einige schwere Phasen in der KM schon hinweggeholfen haben und Anteil am guten Abschneiden, Platz drei der Kampfmannschaft, im Vorjahr haben. Wir werden gerne die nötige Geduld aufbringen, aber es wird sich lohnen, denn einige sehr vielversprechende Talente sind noch aktiv, die nicht mehr spielen würden, hätten sie nicht diese Chance im 1b-Team. Wir sind  in Pettenbach in der glücklichen Lage, dass nicht weniger als  36 Frauen und Mädchen im Fußball aktiv sind, die immer wieder alle zum Einsatz kommen und sich nicht nur in Trainings beweisen müssen".

Wie ist Eure Vorbereitungsphase verlaufen?

"Danke, sehr gut. Seit  5.Juli  mit drei, vier Trainings pro Woche, wobei vier Gruppen gebildet wurden. Für mich war es Stress pur, weil ich dadurch oft auch sieben Tage in der Woche am Platz stand, mich aber die sehr gute Trainingsbeteiligung dafür voll entschädigte und ich mit unseren Mädchen konzentriert arbeiten konnte. Unser Trainingslager hielten wir im steirischen Deutschlandsberg von 4. bis 7. August ab. Unsere Ergebnisse in den Testspielen: gegen Euratsfeld (NÖ) 3:4, gegen SPG Dorf/Andorf 0:0, 1:0 gegen Neuhofen und 3:1 gegen Groß St.Florian(Stmk)".

Mit welchen Erwartungen geht ihr in die Herbstmeisterschaft, die Ihr mit dem 0:0 in Weibern gestartet habt?

"Die Erwartungen liegen höher, wobei abzuwarten ist, wie schnell wir in der neuen Liga Fuß fassen können. Mit einem Mittelweg aus Erfolg und Ausbildung wollen wir uns an die Top-Drei annähern, auf lange Sicht mit einer schlagkräftigen Mannschaft um den Titel mitspielen und uns dann auch in der Frauen-Landesliga halten. Nach dem Besuch vieler Spiele in der neuen Liga hatte ich persönlich den Eindruck, dass dort viele Mannschaften ihr Heil im Konterfußball suchen, was eine Umstellung bedeutet, denn in der Frauenklasse Nord/Ost versuchten die Mannschaften von sich aus das Spiel zu gestalten. Das 0:0 zum Auftakt in Weibern war für uns eher ein Erfolg, wir hatten viele Ausfälle und bereits in der Startelf standen drei Debütantinnen aus der 1b. Trotzdem haben wir gemerkt, dass wir noch mehr Einsatz zeigen müssen, noch nicht ganz auf 100 Prozent sind und deshalb froh sind, dass wir punkten konnten. Diese Woche kommen fünf Spielerinnen vom Praktikum, aus Urlauben oder dem Krankenstand retour, sodass wir im Heimspiel am kommenden Samstag, 17.30 Uhr, gegen Hohenzell wieder auf einige Stammspielerinnen zurückgreifen können. Nach der Rückkehr weiterer Standardkräfte werden wir ab 7. September wieder halbwegs vollzählig sein".

Welche Unterstützung erwartet Ihr Euch von den Fans, vom Verein, von Sponsoren?

"An dieser Stelle ein ganz großes Danke an unsere Fans, denn von den Zuschauerzahlen liegt das Frauenteam seit dem Beginn vor fünf Jahren stets in den Top-Fünf Oberösterreichs und wir hatten oft mehr Besucher als so manche Mannschaft in der ÖFB-Frauen Bundesliga. Wir tauchten auch schon österreichweit in den Top-Drei auf, als wir z.B. letzte Saison im Heimspiel gegen Eferding vor rund 250 Zuschauern spielten. Sogar beim ersten Pflichtspiel unserer MHL/1B-Mannschaft freuten wir uns über 63 Besucher und im Heimderby gegen Vorchdorf waren knapp 100 Zuschauer vor Ort. Der Verein steht hinter unseren Frauen, sie sind ein fixer Bestandteil im Vereinsleben geworden auf den man nicht mehr verzichten möchte. Einerseits unterstützen sie den Verein, wo es nur geht, das wird sehr geschätzt bzw. bringen sie viel frischen Wind in unseren Verein und zeigen auch ganz klar, dass Fußball nicht nur Männersport ist".

Dein fundamentales Statement zum Frauenfußball?

"Ich konnte mir selbst nie vorstellen, im Frauenbereich zu arbeiten, weil es doch in der Breite noch sehr belächelt wird. Nachdem ich nun über eineinhalb Jahre als Trainer tätig bin und gesehen habe, welches Potential in dieser Mannschaft und im Frauenfußball generell steckt, bin ich total überzeugt und versuche mich so gut wie möglich einzubringen. Ich möchte den Mädchen so viel wie möglich zurückzugeben, für ihren Willen und Ehrgeiz, den sie an den Tag legen. Zwar nimmt meiner Meinung nach zurzeit das Interesse am Frauenfußball eher wieder etwas ab, wie auch generell in anderen Sportarten, weil es immer schwieriger wird, a) motivierte und ehrgeizige Instruktoren zu finden und b) die jungen Menschen immer schwieriger für ein sportliches Hobby zu begeistern sind, weil die Konkurrenz - Handy,-Fernseher, Spielkonsolen - übermächtig erscheint und sich zusehends als gesellschaftliches Problem auswirkt. Immer noch höre ich von manchen Eltern: sie ist ein Mädchen, die spielen nicht Fußball. Sollte man nicht eher froh sein, wenn sich Kinder/Mädchen für dieses tolle Hobby begeistern?"

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Interview und Foto: Dr. Helmut Pichler

 

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