Alberto Prada: „Es ist eine ungewohnte Situation für uns alle!"

Der österreichische Fußball steht aufgrund des grassierenden Coronavirus auf unbestimmte Zeit still. Am Sonntag, dem 15. März, gab der ÖFB in Abstimmung mit der Bundesliga sowie der einzelnen Landesverbände bekannt, dass man den Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der weiteren Verbreitung des Virus Folge leistet und demzufolge den Trainingsbetrieb für ganz Österreich stoppt. Wir nutzen diese ruhige Phase im Fußball-Business und haben Albert Prada via Instagram um ein Interview gebeten.

Ligaportal: „Die Fußballer sind in „Corona-Pause“. Wie gehst du mit der aktuellen prekären Lage um?“

Alberto Prada: „Im Moment spielt Fußball keine Rolle. Natürlich versuche ich körperlich fit zu bleiben, aber der Kopf ist nicht wirklich bei der Sache. Die schnelle Verbreitung des Corona Virus, die stetige steigende Zahlen der Toten – die gesamte Situation ist ganz schlimm. Die Gesundheit von uns allen ist das Wichtigste. Egal ob wir Fußballer oder beispielsweise Lehrer sind, wir sind alle gleichermaßen davon betroffen. Wir müssen die Maßnahmen akzeptieren und zu Hause bleiben. Das ist extrem wichtig! Es ist schwer, unbequem und ungewohnt. Aber nur so werden wir die Situation bewältigen. Ich mache mir Sorgen wegen der Situation in meiner Heimat Spanien. Dort ist es leider noch schlimmer.“

Ligaportal: „Die EM wurde in den Sommer 2021 verschoben. Auch die Finalspiele der Champions League und Europa League wurden verlegt. Die richtige Entscheidung deiner Meinung nach?“

Alberto Prada: „Das war die richtige Entscheidung. Es ist ungewiss wie sich alles entwickelt. Das machte eine Planung natürlich extrem schwierig. Jetzt heißt es erstmal abwarten und dann neu planen.“

Ligaportal: „Wie wird in der Mannschaft mit dem Thema umgegangen?“

Alberto Prada: „Es ist eine ungewohnte Situation für uns alle. Wir leben von der Stimmung in der Kabine und von den Momenten vor, während und nach dem Spiel. Wir sind eine super Truppe, wie eine kleine Familie. Wir sind nicht nur am Platz gerne zusammen, sondern unternehmen auch privat viel gemeinsam. Leider geht das alles jetzt nicht. Aber mit WhatsApp, Instagram und Facetime halten wir Kontakt. Wir wissen nicht, wann wir wieder trainieren und spielen dürfen. Wir müssen geduldig bleiben und abwarten.“

Ligaportal: „Die Einschränkungen sind massiv. Was bedeutet das für dein Privatleben?“

Alberto Prada: „Ich komme aus Spanien und bin sehr gerne draußen, ganz egal ob es warm oder kalt ist. Ich bin auch gerne unterwegs, gehe laufen, spazieren und trainiere fast immer Outdoor. Das alles kann ich jetzt nicht wirklich machen. Ich koche auch gerne, schaue Serien, höre Musik und telefoniere/texte mit Freunden und meiner Familie. Normalerweise habe ich für diese Dinge nicht so viel Zeit wie jetzt zur Verfügung.“

Ligaportal: „Wie hältst du dich während der „Zwangspause“ fit?“

Alberto Prada: „Ich habe Gewichte und einen Ergometer zu Hause. Ich gehe aktuell nicht laufen. Das finde ich unverantwortlich und respektlos. Wir müssen zu Hause bleiben und so wenig wie möglich rausgehen. Wir haben auch einen Trainingsplan vom Verein bekommen und ich habe einen Personal Trainer. Mit den Trainingsplänen und einer gesunden Ernährung war ich immer fit und werde auch nach der „Zwangspause“ fit sein.“

Ligaportal: „Befürwortest du die Maßnahmen der österreichischen Regierung?

Alberto Prada: „Ja, die österreichische Regierung macht das gut. Hoffentlich sind die Maßnahmen effektiv genug und die Normalität kommt so schnell wieder in unseren Alltag zurück“.

Ligaportal: „Wie läuft es für dich sportlich beim Verein?“

Alberto Prada: „Ich fühle mich sehr wohl beim Verein. Fans, Vorstand, Trainerteam, Mitarbeiter und Spieler sind wie eine Familie. Bis jetzt läuft alles perfekt, sogar besser als ich erwartet habe. Ich habe mich schnell integriert. Ich habe zwar sehr viel Verantwortung und auch Druck, aber ich liebe es. Wir sind auf dem vierten Platz in der Meisterschaft, das hätte zu Beginn der Saison niemand gedacht und es ist eine tolle Bestätigung für unsere Arbeit.“

Foto: Josef Parak

 

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