Aleksandar Gitsov (geb.: 27.10.1987 in Sofia) ist zurück in Österreich. Der 36-jährige Bulgare hat kürzlich beim SKN St. Pölten in der ADMIRAL 2. Liga unterschrieben (wir berichteten). Zuletzt coachte er bei CSKA Sofia in Bulgarien, wo der ehemalige FAC-Übungsleiter aber gemeinsam mit dem gesamten Trainerteam überraschend "vor die Tür gesetzt wurde". LIGAPORTAL hat ihn nun zum Interview gebeten und wollte von ihm unter anderem wissen, was ihn von den Wölfen überzeugt hat und wie die Ziele in der neuen Saison ausschauen?

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Aleksandar Gitsov (rechts) coachte schon den FAC in der 2. Liga und will es jetzt mit dem SKN St. Pölten wissen.

"St. Pölten ist eine Fußballstadt"

LIGAPORTAL: Sie haben kürzlich den Trainersessel beim SKN St. Pölten bezogen - wie hat sich der Transfer ergeben?

Aleksandar Gitsov: "Ich bin im Mai wieder zurück nach Österreich gekommen zu meiner Familie. Mitte Mai habe ich mich zum ersten Mal mit den Verantwortlichen von SKN St. Pölten getroffen. Dort habe ich mich vorgestellt, meine Idee von Fußball.

Später durfte ich auch eine Präsentation vorbereiten, wie ich die Mannschaft sehe, wie ich die Mannschaft entwickeln würde, wie ich die Entwicklung des Vereins sehe. Anfang Juni war das zweite Gespräch. Nachdem die Sache konkreter geworden ist, wurde innerhalb einer Woche alles fixiert."

LIGAPORTAL: Was hat Sie überzeugt?

Aleksandar Gitsov: "Ich bin natürlich sehr glücklich darüber, der SKN ist ein großer Verein, zählt zu den Top-Adressen in der 2. Liga und in Österreich. St. Pölten ist ein Traditionsverein und die Stadt ist eine Fußballstadt. Man kann hier sehr viel bewegen. Überzeugt hat mich das Potenzial des Vereins – inklusive dem Nachwuchsfußball und dem Frauenfußball.

Das sehe ich alles sehr positiv. Man geht einen innovativen Weg - gemeinsam mit dem Investor FC32 und Paul Francis. Mit diesem Weg identifiziere ich mich zu 100 Prozent. St. Pölten ist ein wichtiger Schritt für mich als Trainer."

"...nach zweitem negativen Erlebnis hat Verein entschieden, dass Nestor el Maestro und ich nicht mehr die richtigen sind"

LIGAPORTAL: Bei Sofia ging zuletzt alles sehr schnell - was ist passiert? Mit welchem Gefühl blicken Sie zurück?

Aleksandar Gitsov: "Wir hatten eine nicht so einfache Wintervorbereitung, wo wir beide Stürmer abgeben mussten. Dadurch hat die Balance gefehlt und wir konnten oft nicht reagieren im Spiel. Das hat unsere Arbeit wiederum schwer gemacht.

Nach dem zweiten negativen Ergebnis hat der Verein entschieden, dass Nestor el Maestro (Anm.: ehem. auch SK Sturm Graz) und ich nicht mehr die richtigen sind. Ich wurde zum ersten Mal in meiner Karriere als Trainer entlassen, was sehr bitter, weil es zwei Tage vor dem Cup-Halbfinale war."

LIGAPORTAL: Sie befinden sich mit den Spielern bereits in der Vorbereitung - worauf wird der Fokus gelegt?

Aleksandar Gitsov: "Wir befinden uns gerade in der dritten Woche der Vorbereitung. Die ersten beiden Wochen war wichtig, dass man sich kennenlernt, eine gute Verbindung herstellt. Man muss einen gemeinsamen Weg finden, der uns auch in der Meisterschaft dann auszeichnet, eine Spielweise entwickeln, worauf der Fokus gelegt wird."

"Kader ist leider nicht sehr breit, wir haben aber auch drei verletzte Spieler"

LIGAPORTAL: Die Transferzeit läuft noch - wird es noch neue Spieler geben?

 Aleksandar Gitsov: "Die Transferzeit läuft noch. Wir versuchen keine schnellen Entscheidungen zu treffen. Der Kader ist leider nicht sehr breit, wir haben aber auch drei verletzte Spieler, die wir mittelfristig ersetzen müssen. Wir machen aber nicht einfach Transfers, sondern nur welche mit Sinn. Damit wir Leute in die Kabine bekommen, die zu uns passen, die ihre Rolle in der Mannschaft akzeptieren können und die Entwicklung vorantreiben, die bereits begonnen hat.

LIGAPORTAL: Wie sehen die Ziele mit den Wölfen aus?

Aleksandar Gitsov: "Die Spieler in der Kabine sind Siegertypen, alle haben Siegeswillen und hohe Motivation. Alle wollen erfolgreich Fußball spielen. Entscheidend ist aber der Start. Gleichzeitig ist aber auch wichtig, den erwähnten Weg zu finden, der uns auszeichnen wird. Wir fokussieren uns gerne auf kurzfristige Ziele wie auf die erste Cup-Runde gegen Leobendorf, wo wir uns hoffentlich für die zweite Runde qualifizieren können."

Foto: SKN St. Pölten