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Pilgersdorf-Trainer Behaija Fejzic: Mit 46 Jahren zwischen den Pfosten

Es gibt Fußballer, die beenden bereits mit Anfang 30 ihre Karriere. Und dann gibt es Fußballer wie Behaija Fejzic. Der Trainer und Aushilfs-Torwart des USC Pilgersdorf aus der II. Liga Mitte steht mit 46 Jahren zwischen den Pfosten. Seit seinem Einsatz in der Kampfmannschaft hat der USC zwei Siege geholt und hat den letzten Tabellenplatz abgegeben. Er zeigte eine hervorragende Leistung, ist das Rückgrat der Mannschaft. „Der Körper macht mit, ich habe keine Beschwerden und fühle mich fit“, so der im Kosovo geborene Österreicher im Gespräch mit LIGAPORTAL.at:

Ligaportal: Wie kam es zum Einsatz als Torhüter im Meisterschaftsspiel gegen Neudörfl?

Fejzic: „Unser Torhüter kam nach dem Aufwärmen zu mir und teilte mir mit, dass er wegen Schmerzen nicht spielen kann. Da kein weiterer Torwart zur Verfügung stand, habe ich den Co-Trainer zum Schiedsrichter geschickt, damit die Aufstellung geändert wurde.“

Ligaportal: Hat Pilgersdorf keinen Ersatztorhüter gehabt?

Fejzic: „Wir haben normalerweise drei Torhüter, die aber alle zum selben Zeitpunkt verletzt waren. Einer wird wegen einer gebrochenen Elle länger ausfallen, bei den anderen beiden besteht die Hoffnung, dass sie bald wieder einsatzfähig sind und ich meinen Stammplatz als Trainer auf der Betreuerbank wieder einnehmen kann.“

Ligaportal: Wie sieht es mit Ihrer Fitness aus?

Fejzic: „Gesundheitlich und körperlich fühle ich mich sehr wohl, aber ich habe mit 41 Jahren mit dem aktiven Fußball aufhören müssen, da ich Probleme mit meinem Knie hatte. Eigentlich sollte ich nicht mehr zwischen die Pfosten stehen, aber die Not am Mann machte es wieder notwendig, da bin ich ohne Training ins eiskalte Wasser geschmissen worden. Aber es hat gut funktioniert, wir haben zwei Siege errungen, einen davon zu null gespielt und den letzten Tabellenplatz verlassen.“

Ligaportal: Wie haben sie der Mannschaft Instruktionen gegeben?

Fejzic: „Das ist für mich kein Neuland, ich bin 15 Jahre als Spielertrainer im Burgenland tätig gewesen und bin es gewohnt, sowohl von hinten als auch von der Betreuerbank Anweisungen an die Mannschaft zu geben. Vielleicht hat auch diese überraschende Situation der Mannschaft geholfen, in der Liga wieder in die Erfolgsspur zu kommen.“

Ligaportal: Wie oft haben Sie in der Woche Training, von Ihrem Wohnort Traiskirchen nach Pilgersdorf ist es ja nicht gerade um die Ecke?

Fejzic: „Wir haben dreimal die Woche Training plus ein Meisterschaftsspiel, und ich bin nun mal fußballverrückt, habe Spaß und Freude an meiner Arbeit, da macht einem die Entfernung nicht so viel aus.“

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Behaija Fejzic, geboren 2. August 1976

Präsident Johann Schwarz, USC Pilgersdorf äußert sich folgendermaßen zur Verpflichtung von Fejzic:

„Ich kenne ihn schon sehr lange, wusste über seine Qualitäten Bescheid und die Resonanz von den anderen Vereinen, in denen er tätig war, ist positiv gewesen. Außerdem habe ich mir bei seiner Verpflichtung schon Gedanken gemacht, darum haben wir ihn auch als Torwart angemeldet. Bei seinem Einsatz in der Kampfmannschaft ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, bei unseren großen Kaderveränderungen mit acht neuen Spielern und der kurzen Vorbereitungszeit konnte man nicht von Beginn an mit Erfolgen rechnen. Nun ist das Team in die Erfolgsspur gekommen und hat den letzten Tabellenplatz verlassen.“

 

Foto: USC Pilgersdorf