Corona und kein Ende in Sicht: Interview mit Gerhard Leitner, Obmann SV Forchtenstein

Auch wenn Corona derzeit den Sport fest im Griff hat, muss es irgendwann ja weitergehen. Mit der Lockdown-Verlängerung sind wieder kleine Hoffnungen zerschlagen worden. Was im Trubel der Wintersport-Events untergeht: Amateur- und Jugendsport stehen nach wie vor still. Die Veranstalter von regionalen Ligen und Meisterschaften werden im Unklaren gelassen, Kinder dürfen seit Monaten nicht trainieren. Der Breitensport (ausgenommen die heilige Kuh Alpinski) wurde beim Aufmarsch der Minister nicht einmal vom ressortzuständigen Vizekanzler Werner Kogler erwähnt - deutlicher kann man den Status des für die Gesundheit so wichtigen Freizeitsports in Österreich nicht demonstrieren. Wahrscheinlich scheint nun aber, dass die begonnene Meisterschaftsrunde Corona- bedingt wohl kaum regulär beendet werden kann. Frühestens Ende April dürfte eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs realistisch sein. Schließlich braucht es auch einen gewissen Vorlauf an Trainings, um die Gesundheit der Aktiven nicht zu gefährden.

Ligaportal befragte die verantwortlichen Vereins- Funktionäre aller Ligen und Klassen im Burgenland, wie sie die momentane Situation sehen: Heute steht uns Gerhard Leitner, Obmann SV Forchtenstein, Rede und Antwort.

Ligaportal: Wie war man mit dem sportlichen Verlauf der Herbstsaison zufrieden?

Leitner: „Wir waren sehr zufrieden, waren unbesiegt und auf einem guten Weg gewesen,  leider ist uns Corona dazwischengekommen.“

Ligaportal: Wie ist die Stimmung im Verein, wie geht man mit der Ungewissheit um, ob und wann wieder gespielt werden kann.

Leitner: „So langsam werden alle unruhig, denn ins Frühjahr hinaus konnten alle schon in den letzten Jahren wieder trainieren und langsam spitzt es sich zu, das Unwohlsein ohne Training“.

Ligaportal: Die Regierung hat in einer Pressekonferenz verkündet, der Lockdown ist ein Marathon mit den letzten 10 Kilometer vor „normalem Sommer“, glauben sie daran?

Leitner: „Was soll man der Regierung noch glauben, ich glaube nur das was ich sehe und was passiert. Wenn wir im Frühjahr die Herbstmeisterschaft zu Ende spielen können, dann haben wir schon viel erreicht. Ich hoffe, dass im Sommer alles vorbei ist und alles seinen normalen Lauf nimmt.“

Ligaportal: Fußball- Meisterschaft mit der Auflage, die Zuschauer müssen FFP2 Mundschutz tragen.

Leitner: „Wenn es die Auflage gibt, dann müssen wir sie einhalten, denn wir haben im Herbst schon so viele Auflagen erfüllt, somit werden wir das auch noch schaffen“.

Ligaportal: Hat man im Herbst Corona-bedingt mit deutlich weniger Zuschauern das Auslangen finden müssen, daraus resultierend kam es auch zu Umsatzeinbußen. Haben die Spieler auf Gehälter verzichtet?

Leitner: „Die Spieler sind uns sehr entgegengekommen, haben im Herbst auf einen Teil der Aufwandentschädigung verzichtet, dafür muss ich den Hut ziehen.

Ligaportal: Hat Ihr Verein bereits Unterstützungszahlungen vom Staat erhalten?

Leitner: „Nein, aber die Gemeinde hat uns unterstützt.“

Ligaportal: Rechnet man im Winter mit Transferbewegungen?

Leitner: „Es ist nichts geplant, aber wenn man sieht, wie die sogenannten Amateurvereine ein Klasse höher aufrüsten, dann hat das nichts mehr mit dem Amateurfußball zu tun“.

Ligaportal: Denken Sie, dass – anders als im Frühjahr 2020 – im Frühjahr 2021 gespielt werden kann, also ab März oder April?

Leitner: Ich denke, dass mit der Schulöffnung auch das Gruppentraining erlaubt werden wird und im April mit der Meisterschaft begonnen werden kann.

Ligaportal: Wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen und Ihrem Verein für die Zukunft alles Gute.

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