Werner Zwickl, Obmann UFC Tadten, lässt aufhorchen

Seit 2012 ist Werner Zwickl der Obmann des UFC Tadten. Einer seiner Lieblingsplätze ist deshalb auch der Sportplatz. "Aber nicht erst seit ich Obmann bin", schildert der Schulqualitätsmanager. Die momentane Situation im Amateurfußballbereich aufgrund des Corona-Virus sieht er als die große Chance einer Radikallösung, einem Neuanfang des Fußballs auf den Dörfern mit nur einheimischen Spielern und ohne bezahlte Legionäre.

Corona - Krise wäre der geeignete Moment für eine Radikallösung

Kritisch äußerte sich Zwickl in Bezug auf Spielergehälter und Aufwandentschädigungen im Amateurbereich:  „Denn die Entwicklung, wie sie in den letzten Jahren zugenommen hat, hat mit Hobbyfußball nichts mehr zu tun, Verhandlungen mit Spielervertretern waren keine Seltenheit. Gerade jetzt in der Corona - Krise wäre es der geeignete Moment für eine Radikallösung, das heißt, wir könnten wieder zum Sport zurückkehren, weg von der Bezahlung von Amateurfußballern, einzig den Trainer zu bezahlen. Wir können den jungen Leuten eine perfekte Infrastruktur und eine Kommunikationsstruktur bieten, man gibt ihnen einen Spielraum, wo sie ihre Hobbys ausleben können. Der Hintergrund ist ein idealistischer, denn im nächsten Jahr fehlt den meisten Vereinen die wirtschaftliche Grundlage für die Fortführung der Meisterschaft, alle Vereinsfeste wurden abgesagt, darum fehlen auch die entsprechenden Einnahmen. Ich bin mir auch sicher, dass die Zuschauerzahlen massiv einbrechen werden, es ist die Verunsicherung bei den Leuten vorhanden, solange es keinen Impfstoff oder Medikamente gibt, dass heißt wiederum weniger Einnahmen bei den Eintrittskarten und in der Kantine, der stärksten Einnahmequelle der Vereine.

Es gibt kein nach Corona, sondern nur mit Corona

Auf die Frage, wie er die Zeit nach der Corona-Krise sieht, meinte Werner Zwickl : “Alle reden von nach Corona, nach der Krise, aber es gibt nur ein mit Corona, das heißt, die Auswirkungen die jetzt vorhanden sind, müssen wir noch weit länger tragen, mindestens bis nächste Jahr, wenn nicht noch länger und darum ist es aus meiner Sicht unverantwortlich, wirtschaftlich so weiter zu machen, als wäre nichts passiert. Natürlich wird es Vereine geben, die nun doppelt motiviert sind, das Geld auf irgendwelchen Schienen aufzutreiben, ich finde es sowieso weit überzogen, was sich da in den letzten Jahren finanziell abgespielt hat und jetzt wäre es der richtige Zeitpunkt zu dem zurückzukehren, wie der Fußball vor langer Zeit in den Dörfern war. Da fällt mir der Spruch von Toni Innauer ein: Jetzt ist es die Chance, wieder zum Wesentlichen zurückzukehren. Hätte man früher auf bezahlte Fußballer verzichtet, dann wäre man sofort sportlich und wirtschaftlich im Eck gewesen, wenn es nun aber alle Vereine machen müssen, dann sieht die Sache schon anders aus".

Kommunikationszentrum

Außerdem sieht Werner Zwickl im Sportplatz ein Kommunikationszentrum“ Die Wirtshauskultur gibt es leider nicht mehr so wie früher, deshalb braucht man den Sportplatz. Da sind einfach immer Leute, mit denen man sich austauschen kann. Fußball eint, da geht es nicht um Parteien, Herkunft oder Generationen. Er lädt ein zu bleiben, zu plaudern. Der Fußballplatz ist für mich auf jeden Fall ein einigender Platz".

 

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