Bis Ostern keine Corona-Lockerungen für den Amateurfußball?

Der Corona-Stillstand für den Amateur- und Breitensport könnte bis mindestens Ostern verlängert werden. Das sieht eine neue Vorlage für die Beratungen von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie am Montag vor. Trotz der Appelle der Sport Austria für schrittweise Lockerungen sind in der Beschlussvorlage vorerst keine Erleichterungen, außer für Kinder und Jugendlichen, für den Sport vorgesehen.

Über 330 000 Amateur- und Breitensportler müssen derzeit wegen der Beschränkungen im Corona-Lockdown auf ihren Trainings- und Wettkampfbetrieb verzichten - und werden sich, Medienberichten zufolge, wohl auch weiterhin gedulden müssen, obgleich Sport Austria gefordert hatte, den Sport in sämtlichen Erörterungen und Beschlussfassungen zu Lockerungen zu berücksichtigen. Ligaportal.at befragte einige Trainer der Burgenlandliga, ob sie bei der Ankündigung der Bundesregierung für einer Lockerung des Lockdowns mehr erwartet hätten und wie die Stimmung bei den Spielern ist, dass weiterhin nicht einmal ein Gruppentraining erlaubt wird, obwohl die Spieler vor dem Training einen Selbsttest machen könnten.

Roman Fennes, SV St. Margarethen meinte dazu: „Man ist jetzt nicht schlauer als vorher, ich schätze, bis April wird sich nichts tun, wir müssen weiterhin mit dem Hometraining arbeiten. Erwartet hätte ich schon, dass die Jugend sofort im Freien trainieren kann. Auf die Frage, wie es den Spielern geht, sagte Fennes: „Es ist schon eine zähe Angelegenheit, man kann nichts planen, die Spieler wünschen nichts mehr als gemeinsam wieder trainieren zu können, warum kein Gruppentraining wie im Frühjahr 2020 gestattet wird, verstehe ich nicht.“

Für Heinz Kremser, SC Bad Sauerbrunn war die Pressekonferenz der Regierung: “Eine nicht zufriedenstellende Tatsache im Erwachsenenfußball, aber wenn man sieht, dass die Infektionszahlen nicht runtergehen, blieb den Regierungsverantwortlichen nichts anderes übrig, als nochmals die Lockerung im Amateurfußball hinauszuzögern. Es ist aber schon eine Freude, dass wenigstens die Jugend ab Mitte März wieder trainieren darf“. Was Heinz Kremer stört ist der Umstand, dass es keine Informationen seitens der Regierung gibt.“ Er hat auch schon ein Konzept ausgearbeitet, dass seine vier Trainer mit jeweils einem Spieler ein Individualtraining machen könnten, nach einer gewissen Zeit kommen die nächsten Spieler. „Dieses Konzept hat unser Obmann an die Bezirkshauptmannschaft weitergeleitet, die Antwort war, sie wissen leider nicht Bescheid und warten auf neue Bestimmungen. Sollte nach Ostern noch immer kein Gruppentraining erlaubt sein, dann ist Fortführung der restlichen Herbstmeisterschaft in Frage gestellt“ so der Trainer abschließend.

Josef Kühbauer, ASV Siegendorf sieht die Entscheidung der Bundesregierung realistisch: „Ich habe mir nicht mehr erwartet bei den momentanen hohen Infektionszahlen, und solange keine Zuschauer ins Stadion dürfen, braucht mit dem Fußballspielen auch nicht begonnen werden. Ob ab Ostern wieder Lockerungen kommen, kann ich nicht sagen, denn keiner weiß, was bis dahin alles passieren wird“. Auf die Frage, ob es dann wieder keinen Aufsteiger geben wird, meint Kühbauer:“ Mein Vorschlag wäre, dass man die Punkte vom Herbst den ausgetragenen Spielen gegenüberstellt und wer den höchsten Aliquotenteil hat, der soll aufsteigen, denn eine weitere Saison mit nur 13 Vereinen in der Regionalliga ist undenkbar. Ich persönlich meine, so wie die momentane Situation ist, dass im Frühjahr nicht mehr viel Fußball gespielt werden wird.“

Für Dietmar Heger, FC Deutschkreutz war es nicht überraschend, dass keine Lockerungen gekommen sind, „natürlich hätte ich es mir gewünscht, dass es weitergeht, denn wenn es erst nach Ostern mit dem Gruppentraining begonnen wird, geht sich die Fortsetzung der Herbstmeisterschaft terminlich bis Ende Juni nicht mehr aus. Ich bin Trainer im LAZ und wir trainieren seit einem Monat voll mit Körperkontakt, die Jugendlichen gehen einmal pro Woche zum Testen und wir haben bis heute keinen einzigen positiven Befund gehabt. In Wahrheit versteht sowieso keiner mehr, warum das eine möglich ist und das andere nicht. Es gibt genug Teststraßen, dass sich die Spieler Anfang der Woche testen lassen können und mit dieser Testbescheinigung dann zum Training erscheinen. Meine Spieler machen voll das ihnen auferlegte Trainingsprogramm mit, aber ich weiß nicht, ob sie noch Fußballer sind oder nun Langstreckenläufer oder Kraftsportler sind, sie sind körperlich voll auf der Höhe, aber irgendwann gehört der Ball auch wieder zum Training“ ist die Meinung von Dietmar Heger.

Markus Schmidt, FSG Oberpetersdorf/Schwarzenbach: “ Vor einem Monat hatte ich noch gedacht, dass wir Anfang März mit dem Mannschaftstraining beginnen können, nun hoffe ich, dass nach Ostern damit begonnen werden kann. Es gibt genügend Teststraßen, wo sich die Spieler wöchentlich testen lassen können, aber die Entscheidung der Bundesregierung kann man nicht beeinflussen. Einen Schwachsinn finde ich allerdings und für mich nicht nachvollziehbar, dass mit dem Jugendtraining erst Mitte März begonnen werden darf, obwohl die Kinder in der Schule regelmäßig getestet werden“. Auf die Frage, wenn im Frühjahr die Herbstmeisterschaft nicht zu Ende gespielt wird, dass man dann dem Abstieg entronnen ist, meinte der Trainer: „es kommt, wie es kommt, wir sind von der Qualität der Mannschaft gut aufgestellt, der Einspruch gegen das strafbeglaubigte Spiel gegen St. Margarethen läuft noch und wir werden in den restlichen Spielen die Punkte einfahren, um von der Abstiegszone wegzukommen.“ so Markus Schmidt abschließend.

Peter Benes, SV Leithaprodersdorf: „Die Pressekonferenz war nicht zufriedenstellend für uns, weil es für mich nicht nachvollziehbar ist, dass indoor mit Testungen einige Sachen erlaubt sind, aber Freilufttraining mit oder ohne Auflagen nicht erlaubt ist. Einige Spieler von uns werden in Ihrer Firma oder als Studenten an der Uni regelmäßig getestet, die Kinder werden in den Schulen regelmäßig getestet und dürfen dann am Nachmittag nicht zum Fußballtraining gehen. Warum hat man nicht für den Anfang das Gruppentraining ohne Körperkontakt erlaubt, wenn die Spieler wöchentlich zum Testen gehen und nach 14 Tagen dann das volle Trainingsprogramm gestatten". Auf die Frage, wie seine Spieler mit der Entscheidung bei der Pressekonferenz reagiert haben:“ einige haben sofort geschrieben unglaublich, unverständlich, es versteht keiner, dass es keine Lockerung für den Amateurfußball gegeben hat. Wenn ich öfters durch den Prater in Wien fahre, da gibt es viele kleine Hartplätze, da spielen jeweils ca. 10 Spieler Fußball ohne Mundschutz, das ist erlaubt, aber das offizielle Fußballtraining wird nicht erlaubt“.  

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