Bei der heutigen gemeinsamen Klubkonferenz und der anschließenden Hauptversammlung der ADMIRAL Bundesliga wurden die organisatorischen Weichen für die kommende Saison 2024/25 und auch für die darauffolgenden Jahre gestellt.

V.l.: Thomas Hinum, Thomas Pichlmann, Christian Ebenbauer und Stephan Auer. 

Langfristige Perspektive für gerechte Entlohnung und Sicherheit der Beschäftigten im Fußball

Die younion-Sportgewerkschaft und die Bundesliga haben sich auf einen neuen Kollektivvertrag für Fußballer geeinigt. Der Vertrag bietet eine langfristige Perspektive für eine gerechte Entlohnung und Sicherheit der Beschäftigten im Fußball.

Unter anderem wird das Mindestgehalt erhöht:

  • Ab 1. Juli 2025 erhöht sich das Mindestgehalt auf 1.800 € (Steigerung um 9,1%)
  • Ab 1. Juli 2027 erfolgt eine weitere Anhebung auf 1.950 € (plus 8,3%)
  • Ab 1. Juli 2029 wird das Gehalt auf 2.090 € angehoben (Zunahme um 7,2%)

Diese Anpassungen reflektieren die Bemühungen, die Teuerungen der vergangenen Jahre auszugleichen und eine zuverlässige Gehaltsstruktur für die Zukunft zu schaffen.

Zusätzliche Vertragsvorteile

Die Klubs haben durch den neuen Kollektivvertrag nun die Möglichkeit, ihren Spielerinnen, Spielern und sonstigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine steuerfreie Prämie von bis zu 3.000 € jährlich auszuzahlen. Diese Maßnahme erweitert die bereits in anderen Branchen bestehenden Regelungen und stärkt die finanzielle Anerkennung der Vereinsangehörigen. Außerdem besteht grundsätzliche Einigkeit darüber, dass bereits im Herbst dieses Jahres der Mustervertrag überarbeitet, ergänzt und vereinfacht werden soll.

"Haben mit der Younion sehr unaufgeregte und lösungsorientierte Verhandlungen hinter uns gebracht"

Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer (Foto): „Mit dieser Vereinbarung haben wir Planungssicherheit für Klubs und Spieler für die kommenden Jahre gewonnen. Im Fußball haben wir mit der Younion damit einmal mehr - im Vergleich zu den Lohnverhandlungen anderer Branchen - sehr unaufgeregte und lösungsorientierte Verhandlungen hinter uns gebracht, von deren Ergebnisse insbesondere junge Spieler am Anfang ihrer Karrieren profitieren.“

Thomas Pichlmann, Vertreter der younion-Sportgewerkschaft*: „Die Atmosphäre während der Verhandlungen war geprägt von Zielstrebigkeit und Respekt. Das Ergebnis ist ein Zeugnis unserer gemeinsamen Anstrengungen, die Bedingungen im österreichischen Fußball kontinuierlich zu verbessern.“

Änderung des Maßnahmenkatalogs bei schwerwiegendem Fanfehlverhalten

Im Zusammenhang mit den Diskussionen um den 2019/20 eingeführten Maßnahmenkatalog bei schwerwiegendem Fanfehlverhalten (sog. schwerwiegende Vorfälle) wurden einige Präzisierungen und Änderungen von den Klubs beschlossen. So sollen anstelle des starren Modells der (drei) bisherigen Eskalationsstufen zukünftig Sanktionsgrundsätze vom Senat 1 angewandt werden.

Diese Sanktionsgrundsätze sehen u.a. vor, dass beim ersten schwerwiegenden Vorfall eine Geldstrafe verhängt wird. Zusatzsanktionen bei weiteren schwerwiegenden Vorfällen sollen dann ausgesprochen werden, wenn die Höchstgrenze für Geldstrafen (100.000 bzw. 150.000 Euro) bei vorangegangenen schwerwiegenden Vorfällen bereits ausgereizt wurde.

Außerdem wird zukünftig von einem Punkteabzug als schwerwiegender sportliche Konsequenz für Fanfehlverhalten abgesehen. Stattdessen wird im Falle von wiederholten schwerwiegenden Vorfällen im Sinne einer zielgerichteteren Sanktion zu Sektorensperren oder in letzter Konsequenz zu Geisterspielen gegriffen. Der Fokus liegt darüber hinaus weiterhin klar auf der Ausforschung von (Einzel-)Tätern und präventiven Maßnahmen.

Weitere Bestimmungsänderungen/Neuerungen

Darüber hinaus gibt es folgende Neuerungen und Bestimmungsänderungen für die kommende Saison:

  • Die Fristen der Sommerübertrittszeit 2024/25 wurden beschlossen: 23.06.2024 (0 Uhr) – 05.09.2024 (17 Uhr). Das Ende dieser Frist gibt den Klubs Handlungsspielraum und ermöglicht es, nach Abschluss der Play-off-Spiele in den internationalen Bewerben gegebenenfalls noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden.
  • Ab der kommenden Saison 2024/25 zählen die Spiele des Europacup-Play-offs nicht mehr zur Torschützenliste der ADMIRAL Bundesliga.
  • Für die Gästetickets in der zweithöchsten Spielklasse wird ein Maximalpreis von 20 Euro (analog zur ADMIRAL Bundesliga) eingeführt. Gleichzeitig dürfen diese Tickets aber nicht teurer sein als vergleichbare Tickets für Heimfans.
  • Für den Einsatz von Nicht-EU/EWR-Spielern wurden die Bestimmungen konkretisiert. Spieler aus Nicht-EU/EWR-Staaten müssen für die Erteilung der Spielberechtigung zukünftig einen Aufenthaltstitel (z.B. Arbeitserlaubnis aufgrund hauptberuflicher Tätigkeit oder Aufenthaltserlaubnis zu Ausbildungszwecken, nicht aber Touristenvisa), der zumindest sechs Monate und zumindest bis zum letzten Spiel jeweiligen Herbst- oder Frühjahrssaison gültig ist, vorweisen.

*younion _ Die Daseinsgewerkschaft vertritt die Interessen seiner 143.000 Mitglieder unter strikter Einhaltung von Compliance-Regeln und Unabhängigkeit. Mit Rechts- und Verhandlungsexpert:innen setzt sich die younion-Sportgewerkschaft aktiv für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Entlohnung von Profifußballer:innen und Sportler:innen ein. Als Teilorganisation des ÖGB verfügt younion über die notwendige Expertise und Verhandlungsmacht, um die Belange der Sportler:innen erfolgreich zu vertreten.

Fotocredit: youunion und Bundesliga