Streit um TV-Gelder in der Bundesliga droht zu eskalieren

Kaum ist die Tipico Bundesliga aus dem Winterschlaf erwacht („2:0! LASK gewinnt zum Frühjahrsauftakt gegen harmlose Austria“), gibt es - wie schon im Dezember des Vorjahres - eine heftige Diskussion rund um die Verteilung der TV-Gelder. Demnach wurde am Freitag bekannt, dass die Admira und der LASK einen Antrag eingebracht haben, über den am Dienstag bei einer Bundesliga-Klub-Konferenz abgestimmt wird.

Neuer Anlauf der "Kleinen"

Konkret handle es sich dabei um einen Antrag, der eine Neuverteilung der TV-Gelder vorsieht. Im Dezember des Vorjahres war es bereits zu einer Abstimmung gekommen. Damals blitzte die Admira mit ihrem Antrag knapp ab (7:5 Stimmen). Aktuell sieht die Verteilung der TV-Gelder vor, dass neben einem Sockelbetrag (30 Prozent), der sportliche Erfolg (30 Prozent), die Zuschauerzahlen (20 Prozent) sowie die Anzahl der eigesetzten Österreicher (20 Prozent) berücksichtigt werden. Die Admira und der LASK setzen sich nun dafür ein, dass ab der Saison 2019/20 nur mehr der Sockelbetrag und der sportliche Erfolg in Betracht gezogen werden, was vor allem für die populären Vereine wie Rapid oder Sturm heftige finanzielle Einbußen bedeuten würde.

Rapid und Sturm kontern 

Rapid und Sturm reagierten prompt auf das erneute Vorhaben der Admira und des LASK, brachten ebenfalls einen Antrag bei der Bundesliga ein: „Wir haben einen Antrag eingebracht, dass wir nach Feststehen der Ist-Zahlen im Sommer eine Arbeitsgruppe einsetzen, um den TV-Schlüssel zu evaluieren“, so Rapid-Präsident Michael Krammer gegenüber der APA. Sollte der Antrag von der Admira und dem LASK angenommen werden, könnte der Liga ein unliebsames Chaos drohen. Rapid werde dann nämlich den Rechtsweg beschreiten, kündigte Krammer an. Nachdem man bereits in dem im April 2017 von allen Bundesligisten gefassten Beschluss Kompromisse eingegangen sei und im Falle einer prompten Umverteilung der Gelder keine Planungssicherheit mehr habe.

Hütteldorfer drohen mit Einzelvermarktung 

Rapids Geschäftsführer Wirtschaft Christoph Peschek kündigte zudem an, dass man im Falle eines „Crashs“ bereits ab der kommenden Saison auf Einzelvermarktung umstellen werde. In Wien-Hütteldorf sei man aber noch guter Dinge und darum bestrebt, ein komplettes Chaos innerhalb der Liga abzuwenden: „Das wollen wir definitiv vermeiden“, so Peschek weiter. 

Gruber kontra Peschek 

Die Diskussion rund um die Verteilung der TV-Gelder dürfte auch zu einer kleinen Privatfehde zwischen LASK und Rapid ausarten. „Treffen wir uns jetzt so oft, bis das Ergebnis herauskommt, das der Herr Gruber gerne hätte?“, fragte Peschek zynisch. Das wollte Siegmund Gruber, Präsident des LASK, nicht auf sich sitzen lassen und konterte im Sky-Interview: „Ich glaube, es ist in Europa einzigartig, dass der Tabellenachte mehr Geld erhält als der sportlich Erfolgreichste“, so Gruber, der sich einen Seitenhieb gegen Peschek nicht verkneifen konnte: „Der Herr Peschek wird sich daran gewöhnen müssen, dass die Bundesliga aus zwölf Vereinen besteht und nicht nur aus Rapid.“ 

Eine Einzelvermarktung des SK Rapid kann sich Gruber nicht vorstellen: „Da bin ich sehr entspannt. Da brauchen sie elf andere Mannschaften, die gegen sie spielen. Wie das gehen soll, verstehe ich nicht. Da müssen sie alleine gegen sich selbst spielen.“

Foto: Harald Dostal/fodo.media

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