Last-Minute-Sieg: Rapid gewinnt kuriose Partie gegen Mattersburg!

Didi Kühbauer darf bei seinem einjährigen Jubiläum als Trainer des SK Rapid Wien einen Last-Minute-Sieg gegen den SV Mattersburg bejubeln. Die Hütteldorfer feierten im Pappelstadion einen knappen 3:2-Sieg. Der entscheidende Treffer in der 89. Minute resultierte aus einem Eigentor von Victor Olatunji, der einen Knasmüllner-Schuss unhaltbar ins eigene Tor abgefälscht hatte. Damit bleibt Rapid in dieser Bundesliga-Saison auswärts ungeschlagen, holte aus den ersten fünf Partien in der Fremde 13 Punkte. Mit dem vollen Erfolg schieben sich die Wiener an Wolfsberg vorbei auf Platz drei. Mattersburg liegt nach zehn Runden auf Rang sieben. 

Foto: Richard Purgstaller 

Ponweiser vertraut siegreicher Elf - Kühbauer mit Systemänderung

Wenig überraschend nahm Mattersburg-Trainer Franz Ponweiser keine Umstellungen vor und bot jene Startelf auf, die am vergangenen Sonntag einen Sieg gegen Altach geholt hat. 

Sein Gegenüber Didi Kühbauer wechselte nach dem 3:3 gegen Hartberg zweimal. Stephan Auer und Philipp Schobesberger nahmen heute vorerst auf der Ersatzbank Platz. Dafür spielten Filip Stojkovic und Maximilian Hofmann von Beginn an. Außerdem schraubte der Rapid-Coach erneut am System: Kühbauer entschied sich heute für eine 3-5-2-Grundordnung. 

Rapid müht sich gegen Mattersburg, gleicht aber mit dem Pausenpfiff aus 

Für Österreichs U21-Teamspieler Christoph Halper war die Partie gegen Rapid bereits nach wenige Sekunden wieder beendet, nachdem er mit Mateo Barac zusammengekracht war. Lukas Rath brachte den Freistoß direkt auf das Tor der Hütteldorfer, traf allerdings die Querlatte (3.). Auf der anderen Seite entschärfte Kuster einen Distanzschuss von Ullmann (7.), ehe Badji einen Kopfball doch deutlich neben das Tor setzte (10.). Die Partie gestaltete sich ausgeglichen mit den im Vorfeld erwarteten Zweikämpfen. Nach gut einer Viertelstunde waren die Gäste aus Wien dann doch besser im Spiel und fanden die klareren Torchancen vor: Zunächst schoss Fountas aus gut 16 Metern knapp drüber (23.), ehe Kuster einen Volley von Knasmüllner gerade noch ins Torout abwehren konnte (26.).

Zwei Minuten später gingen allerdings die Hausherren in Führung. Andreas Kuen, seines Zeichens Ex-Rapidler, flankte in den Strafraum, wo der Ball an Freund und Feind vorbei ging und letztlich bei Andreas Gruber landete. Der 24-Jährige kam halbrechts im Strafraum völlig blank zum Abschluss und vollstreckte via Innenstange zum 1:0 (28.). Saisontor Nummer sechs für den ehemaligen Sturm-Kicker. Die Burgenländer agierten in weiterer Folge clever, überließen Rapid den Ball und igelten sich in der eigenen Hälfte ein. Rapid hingegen fehlte es in der Offensive an Ideen und dem nötigen Spielwitz.

Doch als bereits alle im Pappelstadion mit einer Mattersburger Halbzeit-Führung gerechnet hatten, schlug Rapids effektivster Torschütze in dieser Saison zu. Ullmann brachte den Ball von links in die Mitte, wo sich Fountas via doppelten Doppelpass mit Knasmüllner in eine ausgezeichnete Schussposition brachte. Der Grieche konnte ungehindert von der Strafraumgrenze abziehen und schlenzte das Leder sehenswert ins lange Eck - 1:1 (45.+3). Es war das siebente Saisontor für den Griechen. 

Kurioses Eigentor lässt Rapid spät jubeln 

Die Hütteldorfer konnten den psychologisch perfekten Zeitpunkt des Ausgleichstreffers nicht mit in die zweite Hälfte nehmen und mussten bereits wenige Augenblicke nach Wiederbeginn den zweiten Gegentreffer hinnehmen: Salomon setzte sich auf der rechten Seite gegen den zu passiven Barac durch, spielte weiter auf Kuen, der sich dynamisch gegen Hofmann durchtankte und aus 25 Metern einfach mal abzog. Der gewaltige Schuss des Ex-Rapidlers passte perfekt ins linke Eck - Traumtor (47.). Kurz darauf musste Mattersburg jedoch zum zweiten Mal in dieser Partie verletzungsbedingt wechseln. Für den angeschlagenen Andreas Gruber kam Florian Hart ins Spiel. Die Hütteldorfer taten sich schon wie in der ersten Halbzeit schwer, Lösungen gegen die passiv agierenden Burgenländer zu finden.

In der 64. Minute reichte es Rapid-Kapitän Stefan Schwab, der aus großer Distanz einfach mal abzog. Sein Versuch verfehlte das Tor von Markus Kuster doch deutlich. Rapid hatte in dieser Phase die Partie besser im Griff und kam erneut zum Ausgleich: Stojkovic flankte nach einem kurz abgespielten Eckball in den Strafraum, wo ein Kopfball von Badji an der Querlatte landete. Das Leder prallte jedoch genau vor die Füße von Christopher Dibon, der im Stile eines Top-Stürmers abstaubte - 2:2 (69.). Erstes Bundesliga-Tor für den Innenverteidiger in dieser Saison.

Rapid war in der Schlussphase überlegen, drückte auf den entscheidenden Treffer, doch Kuster konnte sich gleich mehrmals glänzend auszeichnen. Nachdem ein Schuss des eingewechselten Arase nur knapp am Tor vorbeigekullert war (86.), gelang den Gäste aus Wien der später Siegtreffer: Ein abgerissener Stojkovic-Schuss landete bei Christoph Knasmüllner, dessen Versuch von der Strafraumkante unhaltbar von Olatunji ins eigene Tor abgefälscht wurde - 2:3 (89.).

Stimmen zum Spiel

Franz Ponweiser, Trainer SV Mattersburg: „Wir haben es leider verabsäumt – vor allem gegen Ende des Spiels – weiter Druck nach vorne auszuüben. Wir konnten leider Gottes unsere erste Linie vorne nicht hoch genug halten und sind dann immer wieder unter Druck gekommen. Und wir haben in der letzten Viertelstunde extrem viele Standardsituationen zugelassen, bei denen wir uns nicht immer gut befreien konnten und auch falsche Entscheidungen im Umschaltspiel getroffen haben.“

Dietmar Kühbauer, Trainer SK Rapid Wien, auf die Frage, ob Rapid wieder wer sei: „Rapid ist eine sehr gute Mannschaft und da geht es nicht darum, ob Rapid wer ist. Es geht um das: Wer ein Rapid-Leiberl trägt, der muss versuchen das bestmögliche zu tun. Und das haben wir in den letzten zwei Spielen gezeigt, in denen wir eigentlich bei vier Toren in Rückstand geraten sind und immer wieder zurückgekommen sind. Auch heute war es sehr eng, aber es war ein absolut verdienter Sieg. (...) Wenn man die Statistiken sieht und die Abschlüsse, dann ist der Sieg hochverdient.“

Christoph Knasmüllner, SK Rapid Wien, über seinen Treffer: „Irgendwann muss er mal reingehen. Ich glaube, wir haben als Mannschaft bewiesen, dass wir einen Rückstand aufholen können und umso schöner ist es, dass wir am Schluss gewonnen haben. Das Glück haben wir erzwungen. Wir sind als Mannschaft so stark, dass wir auch einen Rückstand drehen können.“

Quelle: Sky

Tipico Bundesliga, Grunddurchgang, 10. Runde

SV Mattersburg - SK Rapid Wien

Pappelstadion, Mattersburg; 4.400 Zuschauer; SR Ciochirca 

Zum Live-Ticker Mattersburg gegen Rapid

Tore: Gruber (28.), Kuen (47.) bzw. Fountas (45.+3), Dibon (69.), Olatunji (89./Eigentor)

Mattersburg: Kuster - Salomon, Malic, Rath, Lercher - Jano - Gruber (51./Hart), Erhardt, Kuen, Halper (7./Miesenböck) - Bürger (78./Olatunji)

Rapid: Strebinger - Dibon, M. Hofmann (72./Arase), Barac - Stojkovic, Ljubicic, Schwab, Ullmann - Knasmüllner - Fountas (61./Schobesberger), Badji 

Gelbe Karten: Miesenböck (36.), Malic (52.)

 

Geschrieben von Daniel Ringsmuth 

 

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