Einseitiges Pack-Derby: WAC fügt Sturm empfindliche Heimpleite zu!

Der WAC rehabilitierte sich mit einem beeindruckenden Auswärtssieg gegen den SK Sturm Graz für das überraschende Cup-Aus unter der Woche gegen Wacker Innsbruck. Die Kärntner feierten in der Merkur-Arena einen fulminanten 4:0-Erfolg. Der WAC machte bereits in der ersten 45 Minuten alles klar, führte zur Halbzeit nach Treffern von Novak (20.), Schmid (29.) und Weissman (43.) mit 3:0. Für den 0:4-Endstand sorgte der eingewechselte Christopher Wernitznig in der 70. Minute. Für Sturm war dies die höchste Heimniederlage seit knapp drei Jahren. 

Foto: Richard Purgstaller 

Struber schickt „Einser-Garnitur“ ins Rennen 

Sturm-Trainer Nestor El Maestro nahm gegenüber dem Cup-Achtelfinale gegen den Kapfenberger SV zwei personelle Änderungen vor. Anastasios Avlonitis konnte aufgrund einer Rotsperre nicht mitwirken. Jakob Jantscher nahm heute zunächst auf der Bank Platz. Dafür rotierten Juan Dominguez und Thorsten Röcher in die Anfangself der Steirer. 

Bei den Gästen aus Kärnten wechselte Coach Gerhard Struber nach dem überraschend Cup-Aus gegen Wacker Innsbruck gleich sechsmal. Kofler, Schmitz, Liendl, Schmid, Rnic und Leitgeb rotierten anstelle von Kuttin, Gollner, Gölles, Sprangler, Schmidt und Wernitznig in die Startelf der Wölfe. Der gebürtige Salzburger schickte damit seine „Einser-Garnitur“ auf den Platz. 

WAC macht bereits in der ersten Halbzeit alles klar

Sturm war von Beginn an die aktivere und engagiertere Mannschaft. Die Blackys wirkten wacher, agiler und starteten auch den ersten gefährlichen Vorstoß, doch das Zuspiel von Despodov Richtung Röcher fiel zu ungenau aus (5.). Mit Fortdauer der ersten Halbzeit fanden die Kärntner jedoch besser in die Partie, wirkten deutlich aktiver und fanden durch Lukas Schmitz eine gute Chance vor. Siebenhandl parierte den Schuss des Deutschen aber stark (14.). Sechs Minuten später gingen die Lavanttaler in Führung: Niangbo stieg bei einer Ecke am höchsten und köpfelte aufs Tor, scheiterte jedoch an Siebenhandl, der den Ball nach vorne abwehrte. Michael Novak stand goldrichtig und drückte das Spielgerät aus kurzer Distanz zum 0:1 über die Linie (20.).

Die Grazer wirkten nun etwas verunsichert, leisteten sich immer wieder unnötige Ballverluste und mussten nur wenig später den zweiten Gegentreffer hinnehmen: Michael Liendl brachte Romano Schmid in Position, der einen Gegenspieler aussteigen ließ und mit einem platzierten Schuss ins kurze Eck vollendete - 0:2 (29.).

In der Schlussphase der ersten Halbzeit ging es in der Merkur-Arena so richtig rund: Zunächst beförderte Donkor den Ball beinahe ins eigene Tor, ehe ein Freistoß von Despodov knapp am Tor vorbeisegelte (40.). Drei Minuten später erhöhten die Gäste gar auf 3:0. Michael Liendl zirkelte den Ball in den Sechzehner, wo Weissman aus kurzer Distanz unbedrängt einnicken konnte - 0:3 (43.). 

Sturm findet auch in Halbzeit zwei nicht ins Spiel - WAC feiert klaren Auswärtssieg 

Die erste Möglichkeit in Durchgang zwei fanden die Gäste aus Kärnten vor: Shon Weissman kam halbrechts im Strafraum relativ freistehend zu Abschluss, scheiterte jedoch an Siebenhandl (48.). Von den Grazern kam in der Offensive weiterhin viel zu wenig, sodass der WAC leichtes Spiel hatte, den Drei-Tore-Vorsprung zu halten. Die Kärntner hatten das Spiel klar im Griff und waren dem vierten Treffer sogar näher als die Grazer ihrem ersten.

In der 70. Minute war es dann soweit: Zunächst stand Niangbo bei einem Zuspiel zwar knapp im Abseits, doch was die Grazer dann in der Defensive ablieferten, glich einem Slapstick-Movie. Siebenhandl konnte den Ball nicht sichern, der Ball prallte in Ping-Pong-Manier zum eingewechselten Wernitznig, der aus kurzer Distanz nur mehr einschieben musste - 0:4 (70.). Sturm fand sich mit der höchsten Heimpleite seit knapp drei Jahren ab und wurde schlussendlich vom eigenen Publikum mit Pfiffen verabschiedet. 

Stimmen zum Spiel

Nestor El Maestro, Trainer SK Puntigamer Sturm Graz: „Es war die höchste Heimniederlage in meinem Leben. Fußball ist manchmal brutal. Mit 3:0 in die Halbzeit zu gehen in diesem Spiel ist ein Wahnsinn. Nach dem ganzen Geschehen, allen statistischen Parametern, ist es einfach brutal. Aber es ist eben so. Man hat deutlich verloren und ich meine, da ist es immer besser die Fresse zu halten und nicht nach Rechtfertigungen, Ausreden und so weiter zu suchen. Heute Nacht durcharbeiten, morgen auf dem Platz stehen und weiter geht’s.“

Jörg Siebenhandl, SK Puntigamer Sturm Graz: „Ich glaube, das größte Problem war, dass wir im Kopf nicht schnell genug waren. Der WAC war in den entscheidenden Momenten immer vor uns, auch bei den Toren. Zwei Abstauber in einem Spiel sind einfach zu viel, da müssen wir rechtzeitig den Ball klären. Und genau in solchen Situationen bricht dir das das Genick, wenn du da nicht klar bist. Das hat uns einiges gekostet heute.“

Gerhard Struber, Trainer RZ Pellets WAC: „Die Schlüsselmomente waren, dass wir einen guten Positionierungsplan hatten, auch gegen den Ball. Unser 4-2-3-1 gegen den Ball hat uns einfach klare Bezugsspieler gezeigt und die Jungs waren dadurch immer wieder auf Zugriff aus und haben diesen auch geschafft. (...) Ich denke einfach, es war ein taktisch gutes Konzept heute auf diesen Gegner und gleichzeitig konnten wir das auch mit einer unglaublichen Substanz füllen. Wir haben eine richtig gute Energie in das Spiel mitgenommen. Es konnte jeder Spieler von sich aus seinen persönlichen Aufgabenplan unglaublich umsetzen und das war am Ende auch der Schlüssel zu diesem klaren Resultat. (...) Unser Ding ist einfach gut aufgegangen – coole Energie, cooler Plan und ein cooles Resultat am Ende.“

Quelle: Sky

Tipico Bundesliga, Grunddurchgang, 13. Runde

SK Sturm Graz - RZ Pellets WAC 0:4 (0:3)

Merkur-Arena, 9.117 Zuschauer; SR Schörgenhofer

Zum Live-Ticker Sturm Graz gegen WAC

Tore: Novak (20.), Schmid (29.), Weissman (43.), Wernitznig (70.)

Sturm: Siebenhandl - Sakic, Donkor, Spendlhofer, Ljubic, Hierländer - Dominguez - Despodov (63./Huspek), Kiteishvili, Röcher (63./C. Leitgeb) - Balaj (84./Pink)

WAC: Kofler - Novak, Sollbauer, Rnic, Schmitz - M. Leitgeb (80./Sprangler) - Schmid (64./Wernitznig), Liendl, Ritzmaier - Weissman, Niangbo (75./Schmerböck)

Gelbe Karten: Dominguez (44.), Despodov (45.+2.), Hierländer (68.) bzw. Weissman (22.), M. Leitgeb (66.)

 

Geschrieben von Daniel Ringsmuth

 

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