RB Leipzig hat trotz einer couragierten Leistung einen durchaus möglichen Überraschungserfolg gegen das Starensemble von Real Madrid verpasst. Im zweiten Gruppenspiel der Champions League brachte der DFB-Pokalsieger den Titelverteidiger arg in Bedrängnis, musste sich am Ende aber unnötigerweise mit 0:2 (0:0) geschlagen geben.
RB Leipzig verliert mit 0:2 gegen Real Madrid (Foto: AFP/SID/JAVIER SORIANO)
RB Leipzig verliert mit 0:2 gegen Real Madrid
Foto: AFP/SID/JAVIER SORIANO

Die unter dem neuen Trainer Marco Rose eingeleitete Trendwende bestätigte Leipzig dennoch. Die Sachsen stehen als Schlusslicht der Gruppe F im Kampf ums Überwintern im Europapokal aber massiv unter Druck. Zum Auftakt hatte Leipzig gegen Schachtor Donezk (1:4) verloren, es war das letzte Spiel in der Amtszeit von Domenico Tedesco.

Nächster Gegner ist Celtic Glasgow (5. Oktober), das bei Donezk 1:1 (1:1) spielte. Federico Valverde (80.) und Marco Asensio (90.+1) trafen für die lange enttäuschenden Königlichen. Der eingewechselte Ex-Nationalspieler Toni Kroos bereitete das 2:0 vor.

RB war die Außenseiterrolle in Madrid bewusst. Real sei eine Mannschaft, die "aus einer Menge Weltstars und Top-Fußballern" bestehe, hatte Rose vorab gesagt. In Abwesenheit des verletzten "Schlüsselspielers" Konrad Laimer müsse man dennoch "ohne Angst" im geschichtsträchtigen Estadio Santiago Bernabeu auftreten.

Für Laimer spielte Amadou Haidara im Zentrum. Ex-Weltmeister Kroos kam bei Real erst in der 81. Minute von der Bank, Nationalspieler Antonio Rüdiger stand in der Startelf - und wackelte ein ums andere Mal gegen mutige Gäste.

Wie von Rose gefordert zeigte RB keine Ehrfurcht vor der Kulisse und dem spanischen Meister. In einer zerfahrenen Anfangsphase fehlte zunächst auf beiden Seiten das Tempo. Leipzig gewann über Ballbesitz und gewonnene Zweikämpfe aber schnell Sicherheit.

Auffällig oft begünstigten technische Fehler Madrids das Leipziger Spiel. RB nutzte die ungewohnte Schwäche zu eigenen Offensivaktionen. Spielmacher Emil Forsberg schickte nach einem Real-Fehlpass Christopher Nkunku steil, doch der Franzose scheiterte an Thibaut Courtois (5.).

Leipzig stellte den Favoriten auch in der Folge vor Probleme - Einsatz, Mentalität und Intensität stimmten wie schon zuletzt bei Roses Einstand gegen Borussia Dortmund (3:0) in der Bundesliga. Im Zentrum machte Leipzig die Räume eng, über die Außen ließ RB ebenfalls nichts zu.

Auch das Umschaltspiel funktionierte. Dem schnellen Duo Timo Werner und Nkunku boten sich nach Ballgewinnen viele Räume, die sie nutzten und Chancen kreierten. Forsberg (21.), Werner (30.) und Nkunku (34.), der eine scharfe Hereingabe des Nationalstürmers hauchdünn verfehlte, hatten die Führung auf dem Fuß.

Real brachte RB-Torhüter Peter Gulacsi im ersten Durchgang nicht in nennenswerte Schwierigkeiten. Rüdiger (38.) per Kopf und Spielmacher Luka Modric (41.) verfehlten das Tor. Das Publikum schickte Real mit einem Pfeifkonzert in die Pause.

Leipzig änderte auch nach dem Seitenwechsel nichts an seiner Spielweise und hielt den Frustfaktor bei Madrid hoch. Viel spielte sich dabei im Mittelfeld ab, das Tempo flachte ab. Vor den Toren tauchten beide Mannschaften immer seltener auf. Der starke Vinicius Junior scheiterte bei Reals bis dahin bester Chance an Gulacsi aus kurzer Distanz (72.).

 

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