Fan-Forscher Pilz: Fall Tönnies "ein fatales Zeichen"

Fan-Forscher Gunter A. Pilz hat den Fußball-Bundesligisten Schalke 04 für den Umgang mit dem Fall Clemens Tönnies kritisiert. Im Interview mit dem Reutlinger General-Anzeiger (Donnerstagsausgabe) sprach Pilz von einem "fatalen Zeichen". Er sei erschüttert, "wie der sogenannte Ehrenrat des Vereins mit Clemens Tönnies umgegangen ist. Das widerspricht allen Idealen, die dieser Klub in seiner Arbeit für sich reklamiert." Jetzt Fußballreise buchen!
Pilz kritisiert Schalkes Umgang mit Clemens Tönnies

Pilz kritisiert Schalkes Umgang mit Clemens Tönnies

Aufsichtsratschef Tönnies hatte bei der Festveranstaltung zum "Tag des Handwerks" in Paderborn eine Rede zum Thema "Unternehmertum mit Verantwortung - Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung" gehalten. Der Schalke-Boss empfahl dabei die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika und sagte: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Tönnies entschuldigte sich danach und kündigte an, seinen Posten drei Monate ruhen zu lassen. Diesem Vorschlag wurde durch den Ehrenrat, der Tönnies vom Rassismus-Vorwurf freisprach, entsprochen. "Ich kann und darf nach Aussagen, wie sie Clemens Tönnies getätigt hat, nicht zur Tagesordnung übergehen", sagte Pilz.

Die Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) diskutiert den Fall am Donnerstag. "Der Sitzung des Ehrenrates des Deutschen Fußball-Bundes kommt eine Signalfunktion zu. Sollte sich der Ehrenrat des Verbandes äußern wie der des Vereins, können wir uns die Implementierung der Menschenrechts-Charta in die Satzung des DFB beim Bundestag im September sparen", sagte Pilz.

Die DFB-Ethikkommission kann allerdings keine Sanktionen aussprechen. Sie kann nur Untersuchungen einleiten und bei hinreichendem Tatverdacht Anklage bei der Ethik-Kammer des Sportgerichts erheben.

 

SID

 

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