Tönnies: "Alltagsrassismus viel größer als gedacht"

Aufsichtsratschef Clemens Tönnies hat während seines abgelaufenen Tätigkeitsverbots beim Fußball-Bundesligisten Schalke 04 wegen rassistischer Aussagen eine veränderte Sichtweise auf die Fremdenfeindlichkeit in der Gesellschaft entwickelt. "Der Alltagsrassismus ist viel größer, als ich gedacht habe", sagte Tönnies der Süddeutschen Zeitung (Freitag-Ausgabe). Er berichtete unter anderem über Erkenntnisse aus Unterhaltungen mit afrikanischen Spielern und Mitarbeitern seines Unternehmens zu den Problemen von Migranten. Jetzt Fußballreise buchen!
Clemens Tönnies äußerte sich zum Alltagsrassismus

Clemens Tönnies äußerte sich zum Alltagsrassismus

Die Schilderungen seiner Gesprächspartner hätten sein Bewusstsein für die Thematik weiter geschärft, sagte Tönnies: "Sie machen eigentlich täglich irgendwelche rassistischen Erfahrungen, wenn sie in der Stadt unterwegs sind. Ich habe gesagt: Das glaube ich nicht. Doch, sagten sie. Da ist mir nochmal einiges klar geworden."

Manche Folgen des Skandals im vergangenen August wie seine Anhörung vor dem Schalker Ehrenrat haben den 63-Jährigen nach eigenen Angaben zutiefst erschüttert. Nach der Entscheidung des Gremiums für das dreimonatige Tätigkeitsverbot sei er "nach den Erlebnissen der Tage zuvor total platt" gewesen: "Ich bin ins Auto gestiegen und habe in diesem Moment wirklich gedacht, dass ich nie wieder nach Schalke fahre."

Tönnies wähnt vor seiner noch nicht genauer geplanten Rückkehr ins Stadion den größten Teil der Schalker Anhängerschaft weiter hinter sich: "Ich glaube, dass das eine große Anzahl ist, der überwiegende Teil derer, die im Stadion sind." Auf Kritiker unter den Fans der Königsblauen ist der Fleischfabrikant allerdings auch eingestellt: "Da gibt's welche. Ich weiß, dass ich nicht jedermanns Freund bin."

 

SID

 

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