Weltmeisterschaft

Deutsches WM-Aus: Die Chronologie eines Scheiterns

Vor einem Jahr ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei einer WM erstmals in der Vorrunde ausgeschieden. Der SID blickt auf die entscheidenden Ereignisse und Gründe im Jahr 2018 zurück: Jetzt Fußballreise buchen!
Nach dem 0:2 gegen Südkorea scheiden Kroos und Co. aus

Nach dem 0:2 gegen Südkorea scheiden Kroos und Co. aus

13. Mai: Mesut Özil und Ilkay Gündogan treffen den umstrittenen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in London. Die Erdogan-Affäre wird zum nervigen Dauer-Thema. Alle Versuche, die Debatte zu ersticken, scheitern.

2. Juni: Manuel Neuer gibt nach achtmonatiger Verletzungspause ein gelungenes Comeback. Die 1:2-Niederlage in Österreich ist aber ein Stimmungsdämpfer.

8. Juni: Einen Tag nach Ende des Trainingslagers in Eppan/Südtirol liefert die DFB-Auswahl beim 2:1 gegen Saudi-Arabien in Leverkusen eine dürftige WM-Generalprobe ab. Pfiffe gegen Gündogan überschatten die Begegnung. Die Spieler stellen sich hinter Özil und Gündogan. "Wenn wir Weltmeister werden wollen, brauchen wir Ilkay und Mesut", sagt Mario Gomez. Bundestrainer Joachim Löw betont, er mache sich wegen der WM "keine Sorgen".

12. Juni: Von Frankfurt aus startet der Weltmeister in seine Mission Titelverteidigung. "Wir haben viele Spieler, die in einem topfitten Zustand sind", sagt Thomas Müller. Danach geht es ins WM-Quartier nach Watutinki.

13. Juni: Löw spricht vor den Journalisten. Der Unterkunft vor den Toren Moskaus attestiert er "den Charme einer guten Sportschule". Der Bundestrainer hätte das Quartier wie beim Confed-Cup-Sieg 2017 lieber im Badeort Sotschi am Schwarzen Meer aufgeschlagen. Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff entschied sich für die Birkenwälder Watutinkis.

17. Juni: Der Titelverteidiger startet mit einer entlarvenden 0:1-Pleite gegen Mexiko in Moskau ins Turnier. Das DFB-Team lässt sich wie eine Jugendmannschaft auskontern. Im Anschluss geben die Spieler zu Protokoll, sie seien von der mexikanischen Spielweise überrascht worden. Auffällig: Leistungsträger wie Sami Khedira, Özil und Müller sind außer Form.

19. Juni: Die Mannschaft reist nach Sotschi. Hier soll im zweiten Gruppenspiel gegen Schweden die Wende gelingen. "Wir sind froh, dass wir was anderes erleben, eine andere Stadt, ein anderes Stadion", sagt Kapitän Neuer.

23. Juni: Gegen Schweden sieht es lange nach dem vorzeitigen Vorrunden-Aus aus. Dabei hat Löw die "Unverzichtbaren" Özil und Khedira aussortiert. Doch Marco Reus und Toni Kroos mit einem sehenswerten Freistoß in letzter Minute schießen den Favoriten doch noch zum 2:1-Sieg. Kroos knöpft sich nach seinem Geniestreich die Kritiker in der Heimat vor: "Man hatte das Gefühl, relativ viele Leute in Deutschland hätte es gefreut, wenn wir rausgegangen wären. Aber so leicht machen wir es ihnen nicht."

26. Juni: Die DFB-Auswahl trifft zum Gruppenfinale gegen Südkorea in Kasan ein. Ein Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied würde reichen, um sicher das Achtelfinale zu erreichen. "Das ist unser Ziel. Wir wollen mit unserem Ergebnis Klarheit schaffen", sagt Löw.

27. Juni: Ein erschütternder Auftritt. Der Titelverteidiger scheitert in der WM-Vorrunde durch ein blamables 0:2 gegen Südkorea. Löw lässt danach seine Zukunft trotz Vertrags bis 2022 offen. "Ich muss die Verantwortung dafür übernehmen", sagt er.

28. Juni: Die Jagd nach dem fünften Stern endet vorzeitig mit der Rückkehr nach Frankfurt. Der Weltmeister ist bei seiner Titelmission krachend gescheitert.

3. Juli: Der DFB gibt bekannt, dass Löw trotz der Blamage seinen bis 2022 laufenden Vertrag erfüllen wird.

 

SID

 

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