Der Fußball-Weltverband FIFA findet in Europa und besonders Deutschland keine Mehrheit für eine häufigere Austragung der Männer-WM. Bei einer Umfrage im Verbandsauftrag unter insgesamt 77.000 Personen stimmten die Europäerinnen und Europäer zu 48 Prozent für einen engeren Rhythmus - mit der Einschränkung in der Frage, dass die Belastung der Spieler dadurch nicht steigen solle.
Deutsche Fußballfans sehen die Pläne der FIFA kritisch (Foto: SID)

Deutsche Fußballfans sehen die Pläne der FIFA kritisch (Foto: SID)

27 Prozent stimmten mit "vielleicht", 21 Prozent waren dagegen. Besonders ausgeprägt ist die kritische Stimmung in Deutschland, wo 50 Prozent der Befragten selbst bei der FIFA-günstigen Fragestellung mit "dagegen" votierten. 27 Prozent votierten für eine WM beispielsweise im Zweijahresrhythmus.

Insgesamt vermeldete die FIFA eine breitere Zustimmung von 63,7 Prozent, die besonders in Afrika (76) und Asien (66) ausgeprägt ist. Die Mitglieder des FIFA-Kongresses hatten mehrheitlich für eine Machbarkeitsstudie gestimmt. Bei einem außerordentlichen Gipfel am Montag soll über die Reform des internationalen Spielkalenders und die WM-Pläne diskutiert werden. Eine Abstimmung ist aber nicht geplant.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA), Gegnerin der WM-Reform, hatte in einer selbst in Auftrag gegebenen Studie "alarmierende Ergebnisse" erkannt. Insbesondere wurde auf die Belastung der Spieler durch eine "Verdopplung der Endturniere" hingewiesen. Zudem stehen die Auswirkungen auf den Frauenfußball im Blickpunkt: Die angedachten Reformen würden sich demnach "garantiert negativ auf die Sichtbarkeit und das Interesse der Fans und Medien auswirken".

 

SID