Seit 1998 (in Frankreich) wartet das ÖFB-Team auf eine WM-Teilnahme. Peter Schöttel war vor 24 Jahren ebenso aktiv als Spieler dabei wie 1990 bei der WM in Italien. Der 54-jährige Wiener ist seit Oktober 2017 Sportdirektor beim ÖFB-Team und hofft, dass die historische Chance, die sich mit dem Play-off in Wales bietet, beflügelt. "Ich weiß, dass das dieser Generation noch fehlt", erklärte Schöttel am Montag im Teamcamp in Wien der APA. Manche Teamspieler hätten in vier Jahren vielleicht nicht mehr die Gelegenheit. "Sie sind daher sehr fokussiert."

 

In welche Richtung führt der Weg des ÖFB-Teams? Angespannter Blick von ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel (li.) und -Teamchef Franco Foda vor dem Playoff-Match in Wales.

Ein Halbfinal-Triumph am Donnerstag (20:45 Uhr) in Cardiff wäre ein Etappensieg. Das WM-Ticket würde erst im Juni gegen Schottland oder die Ukraine vergeben werden. "Wir wissen, dass wir im Juni durch das Heimspiel - egal gegen wen - richtig gute Karten haben", sagte Schöttel. Zuerst aber müsse man nach fast einem halben Jahr Zeit zur Vorbereitung in Wales bestehen. Schöttel: "Es wird richtig schwer. Es wird richtig eng werden."

Das gelte laut APA für den Fall einer Niederlage auch für den Teamchef. Franco Foda und sein Trainerteam sind vorerst bis 31. März gebunden. "Natürlich muss man sich auch mit dem Worst-Case-Szenario beschäftigen", meinte Schöttel darauf angesprochen. Man müsse im Leben zwar immer planen, der Fokus liege derzeit aber nur auf dem Wales-Spiel. "Es interessiert mich eigentlich nicht, was am Freitag, Samstag oder Sonntag passiert."

Ablaufdatum für ÖFB-Teamchef Franco Foda?

Am 29. März trifft das ÖFB-Team in einem Testspiel in Wien auf Schottland, Schweden oder Tschechien. Ob es eine Garantie gebe, dass Foda am 29. März noch der Cheftrainer sei? Schöttel: "Der Vertrag endet bei einem Ausscheiden, von dem wir nicht ausgehen, mit Ende März. Nachdem der 29. im März ist, gehen wir zu 100 Prozent davon aus. Aber wir gehen auch zu 100 Prozent davon aus, dass es gut gehen wird am Donnerstag."

Großes gemeinsames Ziel ist es, sich nach der langen Durststrecke wieder für eine WM zu qualifizieren. "Trotz durchwachsener WM-Qualifikation haben wir die Chance mit dem neuen Modus, uns in zwei Spielen für dieses Großereignis zu qualifizieren", betonte Schöttel. Hoffnung gibt dem in ein paar Tagen 26-jährigen UEFA-Pro-Lizenz-Trainer die Team-Rückkehr von Stefan Lainer (Borussia Mönchengladbach), Xaver Schlager (VfL Wolfsburg), Sasa Kalajdzic (VfB Stuttgart) und Co. "Ich freue mich, dass Schlüsselspieler, die uns im Herbst gefehlt haben, wieder da sind."

Sollte sich Österreich in Cardiff durchsetzen, macht sich eine größere ÖFB-Delegation, der auch Präsident Milletich und Foda angehören würden, zur WM-Auslosung am 1. April nach Doha auf. Dabei wüsste man wegen der Verschiebung des Play-off-Finales aufgrund des Ukraine-Krieges noch nicht einmal, ob man tatsächlich am Turnier von 21. November bis 18. Dezember teilnimmt.

Katar in etwa so groß wie Oberösterreich

Logistisch gibt es einige Herausforderungen. Schöttel befand sich mit ÖFB-Organisationschef Christian Schramm vor eineinhalb Wochen in Katar. "Wir haben uns Hotels und Trainingszentren angeschaut, uns einen ersten Eindruck machen können, was dort alles entsteht", berichtete der Sportdirektor. Es sei alles noch eine riesige Baustelle. "Oben gibt es modernste Hochhäuser, unten kommt man von einer Umleitung in die andere."

Eine Vorentscheidung über das Team-Quartier während der WM müsste bereits rund um die Auslosung fallen. Sehr viele der vom Weltverband FIFA vorgegebenen Pakete seien aber sehr ähnlich, erklärte ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold der APA. "90 Prozent der Teams werden in Doha in der Stadt wohnen und ähnliche Arrangements haben." Eine Grundsatzentscheidung, in welchem Landesteil man sich einquartiert, müsse man nicht treffen, weil keine Inlandsflüge notwendig sind. Katar ist schließlich nur in etwa so groß wie Oberösterreich.

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