Nach dem Fehlstart gegen Japan hat auch der frühere Bundestrainer Berti Vogts harsche Kritik am Auftreten der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Auftaktspiel geübt. "Ich bin erschrocken über das, was ich gesehen habe", schrieb der 75-Jährige in seiner WM-Kolumne in der Rheinischen Post (Freitagausgabe), "vor allem defensiv war es eine indiskutable Vorstellung."
Der ehemalige Bundestrainer ist unzufrieden (Foto: AFP/SID/YURI KADOBNOV)
Der ehemalige Bundestrainer ist unzufrieden
Foto: AFP/SID/YURI KADOBNOV

Vogts fand die Leistung der deutschen Auswahl gegen die Japaner (1:2) trotz eines vielversprechenden Starts "über 90 Minuten nicht in Ordnung. Schon in der ersten Halbzeit gab es zu viele Ballverluste und Abstimmungsschwierigkeiten", so Vogts, "da dürfen wir uns nichts vormachen."

Auch Passivität sei ein Problem gewesen. "Warum warte ich darauf, dass der Gegner einen Fehlpass macht, statt aktiv zu versuchen, den Ball zu erobern?", fragte der frühere Verteidiger Vogts, "und warum gebe ich als Verteidiger nur Begleitschutz, statt konkret einzugreifen? Manndeckung ist auch im modernen Fußball nicht verboten."

Er habe zudem auf dem Platz keine Mannschaft gesehen, "das ist das A und O bei einer WM, das war immer das Erfolgsgeheimnis deutscher Teams. In diesem Spiel haben das aber nur die Japaner gezeigt."

Hansi Flick nahm Vogts in Schutz. "Dass es keine richtige Reaktion der Deutschen auf die taktischen Veränderungen der Japaner gab, ist nicht in erster Linie Sache des Trainers. Wenn in der Schlussphase das Spiel entgleitet, muss das Team in der Lage sein, zu reagieren und zu zeigen: Wir lassen nichts anbrennen, wir bringen die Führung nach Hause."

 

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