Die Probleme des britischen Fußballs mit verantwortungslosen und gewaltbereiten Fans haben in der vergangenen Saison zugenommen. Laut Londoner Innenministerium erfolgten in der zurückliegenden Spielzeit in England und Wales mit über 2000 Festnahmen im Zusammenhang mit Fußballspielen so viele wie seit 2014 nicht mehr. Außerdem verzeichneten die Behörden mehr als doppelt so viele Platzstürme wie 2018/19 in der letzten Saison vor Ausbruch der Corona-Pandemie.
In England gibt es mehr Platzstürme als vor der Pandemie (Foto: AFP/SID/OLI SCARFF)
In England gibt es mehr Platzstürme als vor der Pandemie
Foto: AFP/SID/OLI SCARFF

Nach der Einführung von einjährigen Stadionverboten durch die Premier-League-Vereine für Randalierer im Falle von Platzstürmen oder Zündung von Pyrotechnik erhielten die Maßnahmen durch die offiziellen Statistiken eine zusätzliche Rechtfertigung. Laut Innenministerium erfolgten in der abgelaufenen Spielzeit exakt 2198 Festnahmen in Verbindung mit Fußball-Spielen. Außerdem registrierte die Polizei 441 Platzstürme, was einen Anstieg um 127 Prozent im Vergleich zu 2019 bedeutete.

Chief Constable Mark Roberts, im Rat der Nationalen Polizei-Chefs für Fußball-Themen zuständig, appellierte bei der Vorstellung der Statistik an die Vernunft der großen Mehrheit von Fans: "Wir benötigen ein kollektives Verantwortungsgefühl für die Beseitigung kriminellen Verhaltens beim Fußball."

Weiterhin verstärkt registrierten die Einsatzkräfte im vergangenen Spieljahr neben übermäßigem Alkoholgenuss auch den Konsum von Kokain vor und bei Fußballspielen. "Kokain", sagte Roberts, "bereitet uns zunehmend Grund zur Sorge."

Die Droge ist laut Roberts im Fußball und dessen Umfeld mittlerweile fast allgegenwärtig: "Ob bei Einsätzen in Zügen oder bei Einsätzen in den Stadien: Wir finden ständig Kokain vor." Entsprechend enthemmt seien die Stadionbesucher, erklärte der ranghohe Polizist weiter: "Es gibt reichlich Beweise, dass Kokain, besonders in Verbindung mit Alkohol, in einem emotionalen Hochgefühl wie häufig beim Fußball zu einem aggressiven und gewalttätigen Verhalten führt."

 

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