Der 1990er-WM-Held Andreas Brehme hat harsche Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB) geübt. "Intern stimmt es auch nicht beim DFB. Dass da in der Chefetage nichts mehr intakt ist, merkt man in den vergangenen Jahren. Daran muss gearbeitet werden", sagte der 60-Jährige im Interview mit Sport1.
Der Weltmeister von 1990 kritisiert den DFB scharf

Der Weltmeister von 1990 kritisiert den DFB scharf

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hatte zuletzt eingeräumt, dass die Nationalmannschaft die Fans "tief enttäuscht" und "Sympathien verspielt" habe. "Dass wir derzeit nicht gerade Deutschlands liebstes Kind sind und nicht das Lagerfeuer, das ist einfach Fakt", betonte der Europameister von 1996.

Brehme: "Das hat sich der DFB selbst zuzuschreiben. Die Ergebnisse stimmten zuletzt einfach nicht, und die Deutschen sind alle von den vielen Erfolgen in der Vergangenheit verwöhnt."

Allerdings nimmt der Schütze des 1:0-Siegtores im WM-Endspiel 1990 gegen Argentinien die stark belasteten Spieler, allen voran die Stars von Champions-League-Sieger Bayern München, in Schutz. Man müsse auch bedenken, "dass gerade die Bayern-Spieler viele Partien absolvieren. Fast alle drei Tage müssen sie um Punkte spielen, das geht nicht einfach so an den Spielern vorbei".

Allerdings schreibt Brehme dem Verband ins Stammbuch, dass die Nähe zur Anhängerschaft wieder intensiviert werden müsse. "Man muss wieder auf die Fans zugehen", forderte Brehme, der allerdings überzeugt ist, dass die Fans sich nicht komplett von der DFB-Auswahl abgewendet haben: "Ich denke, dass viele Fans weiterhin mitfiebern. Es ist ja nicht so, dass die Nationalmannschaft gehasst wird." Er schaue sich auf jeden Fall weiter die Länderspiele an, so der Ex-Münchner und Lauterer.

Kritik an Bundestrainer Joachim Löw lässt Brehme nicht gelten: "Er hat Riesen-Erfolge gefeiert, und einfach so ist er nicht Weltmeister geworden. Der Erfolg wird sich über kurz oder lang wieder einstellen." Er ist überzeugt vom Weltmeister-Trainer von 2014: "Man darf jetzt nicht alles verteufeln, Jogi hat halt einen anderen Weg mit jungen Spielern eingeschlagen."

 

SID