“Nachträge spielen und dann die Saison beenden, sonst riskieren wir schwere Verletzungen!” Der VSV sorgt für Gesprächsstoff

Der Villacher SV überwintert als Tabellenführer und hält alle Trümpfe für eine Rückkehr in die Unterliga in der Hand. Im Ligaportal-Wintergespräch mit Sportchef & Coach Wolfgang Wallner stand aber die immer noch ruhende Frühjahrsvorbereitung im Mittelpunkt. Seine Conclusio: An eine komplette Frühjahrsmeisterschaft sei unter diesen Voraussetzungen nicht zu denken. Im Interview erläutert er die Gründe.

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Wolfgang Wallner stellt Forderungen für den Spielbetrieb im Frühjahr. Foto: SOBE

Vier Forderungen für einen fairen und sicheren Spielbetrieb im Frühjahr:

Die Draustädter schickten an das KFV-Präsidium eine lange E-Mail aus, in der sie vier zentrale Forderungen listeten, um die Frühjahrsmeisterschaft aus ihrer Sicht vernünftig abzuwickeln:

1. Mindestens 6-8 Wochen Vorbereitungszeit mit Vollkontakttraining.
“Wir sahen schon im Herbst schlimme Verletzungen“, analysiert Wallner, “obwohl es damals zweieinhalb Monate Vorbereitung gab.” Bekanntlich gab es im Mai 2020 erste Lockerungen, Kleingruppentraining mit Abstand war möglich. Erst die Verordnung Anfang Juli ermöglichte wieder ein Kontakttraining- “zu kurz, wie wir gesehen haben“, schlussfolgert der Coach. “Alles unter 6 -8 Wochen gefährdet die Spielergesundheit.”

2. Vermeidung von englischen Wochen
”Die Spieler müssen während der Pandemie oft Betreuungsaufgaben für ihre Angehörigen übernehmen. Die sollen sich ihren Urlaub für diese Zwecke aufsparen und nicht für ein Spiel unter der Woche einen halben Urlaubstag opfern. Zusätzlich sind die Spieler und Trainer im Job aktuell mehr gefordert als je zuvor. Zwei Spiele pro Woche sind deshalb für Amateure beim besten Willen nicht durchführbar.”

3. Lösung in der Frage von Grenzübertritten
”Bekanntlich haben viele Vereine Spieler, die aus Slowenien anreisen. Diese Frage bedarf einer Lösung, um eine Verzerrung der Meisterschaft zu vermeiden.”

4. Die Saison muss am 30. Juni 2021 enden
”Wir können nicht so einfach in den Juli hineinspielen, wie es schon kursiert. Viele Spielerverträge enden am 30. Juni, mit welchen Teams sollen dann die Truppen antreten, die viele vertragslose Spieler haben? Wer kann die dazu zwingen, ohne Vertrag anzutreten? Es droht eine riesige Farce! Zusätzlich würde die Sommerübertrittszeit nach hinten verschoben werden, was wiederum einen verzögerten Beginn der Herbstmeisterschaft 2021 zur Folge hätte.“

Bei Umsetzung der VSV-Forderungen müsste die Liga also abgebrochen werden, was Wallner auch ohne große Umschweife bestätigt: “Richtig. Wir haben dem KFV aber ein alternatives Konzept vorgelegt.”

Der VSV-Vorschlag: Trainieren, Spiele nachholen, Neuaufbau für den Herbst

”Wir wollen uns nicht nachsagen lassen, dass wir uns keine Gedanken über Alternativen machten”, so Wallner, der weiters ausführt: “Zuerst einmal soll es 6-8 Wochen Kontakttraining geben. Dann folgen die Nachholspiele vom Herbst, bis alle Vereine in ganz Kärnten eine volle Halbsaison absolvierten. Damit endet die gewertete Meisterschaft. Alle Vereine ohne Spielbetrieb können sich neue Substanz holen und Freundschaftsspiele absolvieren. Im Herbst starten wir dann alle neu durch, mit fitten Spielern, die den Belastungen von Bewerbsspielen gewappnet sind. Das sind wir der Spielergesundheit schuldig!”

Starker Tobak, der viele Vereine nicht erfreuen wird, dessen ist sich der Villacher Sportchef auch völlig bewusst. “Wir saugen uns die Zahlen für die nötige Vorlaufzeit nicht aus den Fingern. Das basiert auf sportwissenschaftlichen Erkenntnissen, die sich in der Herbstsaison klar erhärteten.” Wallner zeigt sich davon überzeugt, dass sich in den nächsten Wochen viele Vereine einsichtig zeigen werden: “Es ist so das Beste für alle. Es ist ja noch nicht einmal klar, ob wir Zuschauer haben dürfen. Ohne Zuschauer und Kantine macht ein Spielbetrieb ohnehin keinen Sinn.”

Spielen würde der VSV sehr gerne: “Wir lieben Fußball. Und wir würden auch sehr gerne die Frühjahrsmeisterschaft bestreiten. Aber aufgrund all dieser fragwürdigen Rahmenbedingungen machen wir uns schon sehr ernste Gedanken um eine seriöse Durchführung.”

Viel Diskussionsstoff also, der sicher in den nächsten Tagen Fußball-Kärnten in Wallung versetzt.

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Transfers, Nachwuchs und News aus Lind

Und sonst? Der VSV verstärkte sich im Winter mit Erwin Kulovic (Rückkehrer aus Wien), Blaz Mohar (Innenverteidigung) und Jaka Dermastja (Sturm). Vinko Pasaric kehrte nach Kroatien zurück. Über Frühjahrsziele will man sich in Lind noch nicht großartig äußern. „Wir warten einmal die nächsten Verordnungen ab. Sollte jedoch mit vernünftigen Regeln gespielt werden, wollen wir natürlich Meister werden!“.

Beim Nachwuchs unterscheidet sich die Position vom VSV kaum der anderer Vereine: “Die Kinder die getestet wurden, sollen auch auf den Platz dürfen. Man muss Wege finden, die ›Nasenbohrtests‹ auch für den Breitensport gelten zu lassen. Wenn es nicht anders geht, halt wieder mit Abstand. Unsere Jugend ist unsere Zukunft! Und die gehört schnellstmöglich wieder auf den Platz!“, resümiert Wallner.

Innerhalb des Klubs herrscht lt. Wallner “großes Einvernehmen, alle ziehen an einem Strang und arbeiten mit finanziellem Augenmaß.”

Abschließend hob er noch den neuen Aufenthaltsraum auf dem Stadiongelände hervor, den die Stadt Villach zur Verfügung stellte. „Vielen Dank für die Unterstützung der Stadt Villach!“

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