Meisterporträt: Der Villacher SV

Der Villacher SV ist einer der ältesten Fußballvereine Kärntens (erstmalige Gründung 1920) in dessen Geschichte Triumph und Tragödie eng zueinander lagen. Das änderte sich auch nach der Neugründung 2006 nicht. Meisterfeiern und Rückziehungen wechselten sich ab, nun scheint wieder eine Ära des Feierns angebrochen zu sein und es spricht wenig dagegen, dass dem VSV eine neue Erfolgsära bevor steht.

 

VSV meisterehrung 21

Die Villacher Meistermannschaft 2020/21 mit KFV-Präsident Klaus Mitterdorfer (v. re.). Re. hi. Meistercoach Wolfgang Wallner, daneben Vizepräsidentin Tanja Hausott. Foto: KFV/VSV

Bewegte Geschichte mit Triumphen und Tränen

Nach der Gründung 1920 feierte der VSV rasch Erfolge als Landesmeister und im Landespokal. Große Gegner jener Zeit waren die Klagenfurter Austria und der KAC. Der VSV hielt auch während dem Krieg den Spielbetrieb aufrecht, war ein Neugründungsmitglied des KFV.

Nach dem Krieg schloss der VSV nahtlos an die Vorkriegserfolge an, war Bestandteil der überregionalen Tauernliga, scheiterte in den Play Offs am Aufstieg in die Staatsliga A. In den 60ern pendelten sich die Villacher zwischen Regionalliga und Landesliga ein.

1973 spielte der VSV in einer Spielgemeinschaft mit Radenthein in der damaligen Nationalliga, stieg nur wegen der Bundesligareform ab 1974 (Verringerung auf 10 Teilnehmer) ab. Fortan blieb der VSV auf Jahre in der 2. Division, ehe es wieder zu einem Einpendeln zwischen 3. und 4. Leistungsstufe kam.

1996 erfolgte die Fusion mit der Austria Klagenfurt, 1999 benannte sich die Spielgemeinschaft in FC Kärnten um. Die Erfolge in den kommenden Jahren sind Legende, allerdings war der VSV de facto nicht mehr existent. Noch während der FC Kärnten im Profibetrieb spielte, gründete sich der VSV nach einigen Zwischenschritten wieder neu.

Rasch zur alten Stärke erblüht (Vizemeister in der RLM 2011/12 hinter dem GAK), folgte 2016 der absolute Tiefpunkt: Der VSV zog seine Kampfmannschaft zurück und stellte bei den Erwachsenen den Spielbetrieb ein. 2017/18 erfolgte der Wiedereinstieg in der 2. Klasse C und dem in den Wiedereinstiegstagen kreierten Credo wonach der Erfolg überwiegend mit Eigenbauspielern zu suchen ist, bleibt der VSV bis heute treu.

Gewinn Meisterschaft 2020/21

Die Truppe von Wolfgang Wallner setzte sich in der letzten Saison gegen die sehr harte Konkurrenz von Rothenthurn und Velden durch. Nur Rothenthurn (3:1) konnte den Draustädtern Punkte abknöpfen, alle anderen Spiele wurden gewonnen. Der VSV ist nun wieder in der Unterliga angelangt. Es wird sich an der grundsätzlichen Ausrichtung nichts ändern. Es sollen junge Villacher Eigenbauspieler den Ton angeben. Die Grundlage für eine stabile Zukunft ist somit zusätzlich zu den zahlreichen Nachwuchsteams gelegt.