Lendorf kratzt an der Sensation, aber der Pott geht nach Klagenfurt!

Heute ging in der Klagenfurter EM-Arena das Rückspiel des Villacher Bier/KFV Cups zwischen dem SK Austria Klagenfurt und dem FC Lendorf über die Bühne. Die Oberkärntner lieferten nach dem 0:2 vom Hinspiel eine sensationelle Leistung ab und konnten den Rückstand aus der ersten Partie bis zur Pause sogar egalisieren. Am Ende konnte die Austria den Cuptitel zwar doch nach Klagenfurt holen, was sich in der Schlussphase dieser Partie abspielte, war aber nichts für schwache Nerven.

Lendorf unglaublich stark

In den ersten 45 Minuten sah man eine unglaublich gut aufspielende und perfekt eingestellte Mannschaft aus Oberkärnten. Zwar hatte die Austria nach wenigen Sekunden schon die erste Chance, doch auch Lendorf tauchte bereits in der sechsten Minute gefährlich vor dem Tor der Heimischen auf. In der 13. Minute wieder ein Angriff von Lendorf. Zuerst scheiterte Christian Kautz noch zweimal an Tormann Böck, doch Martin Morgenstern war dann zur Stelle und netzte zum 0:1 ein. In den nächsten zehn Minuten kamen die Austrianer wieder zu einigen guten Torraumszenen, doch der zweite Tormann der Gäste, Lukas Kohlmaier, machte seine Sache sehr gut und hielt den Kasten weiter sauber.FC Lendorf Morgenstern

Morgenstern zum Zweiten

In der 30. Minute gab es eine ungemein kalte Dusche für die Klagenfurter. Nach einem tollen langen Pass fackelte Martin Morgenstern nicht lange und schoss zum 0:2 ein. Die Abwehr der Austria schlief tief und fest, auch Tormann Böck bewegte sich zu spät und so konnte der Topgoalgetter der Gäste den Rückstand aus dem Hinspiel egalisieren. In den verbleibenden 15 Minuten in der ersten Halbzeit sah man der Heimelf den Schock an und es passierte bis zum Pausenpfiff von Tanja Hausott, die heute ihr letztes Spiel leitete, nichts mehr.

Weiter total offene Partie

In der Pause dürfte es in der Klagenfurter Kabine ein kleines bzw. eher riesiges Donnerwetter gegeben haben, denn die Heimmannschaft präsentierte sich zumindest in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit wie ausgewechselt. Nach gut zehn Minuten war diese kurze Druckphase aber auch schon wieder vorbei und die Gäste aus Lendorf übernahmen wieder das Kommando. Die Austria dürfte aber irgendwie darauf gewartet haben, denn in der 61. und 63. Minute fuhr man zwei blitzschnelle Konter, doch im Abschluss war man zu nervös bzw. scheiterte man einmal mehr am Gästegoalie.Lendorf Nagy

Entscheidendes Tor

In der 66. Minute war es aus Sicht der Austrianer endlich soweit. Fabian Miesenböck setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch, schickte Patrik Eler mit einem langen Pass in die Tiefe auf die Reise, der ließ sich die Chance nicht entgehen und netzte zum 1:2 Anschlusstreffer ein. Damit war die Austria wieder im Vorteil, doch Lendorf hätte nur ein einziges weiteres Tor zum Titelgewinn gereicht.

Turbulente Schlussphase - Ausschluss und Elfmeter

Die letzten Minuten dieser Partie waren nichts für schwache Nerven. Zuerst kam Lendorf noch einmal zu einer guten Chance, bevor der Tormann der Austria, Patrick Böck einen Lendorfer im Strafraum von den Beinen holte. Schiedsrichterin Hausott zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Christian Kautz trat an, doch die Nerven spielten ihm einen Streich und Böck entschärfte den Strafstoß. Wenige Augenblicke später, bei beiden Teams lagen jetzt die Nerven blank, musste der Lendorfer Mario Nagy mit der roten Karte vom Platz. Im Mittelkreis lagen plötzlich zwei Spieler der Austria am Boden und es gab eine Rudelbildung, bei der auch die Trainer und Ersatzspieler beider Mannschaften anwesend waren. Anscheinend musste Nagy wegen einer Tätlichkeit gegen Sandro Zakany vom Feld. Nach einigen Minuten beruhigte sich die Lage wieder und nach 95 Minuten war es fix. Der Villacher Bier/KFV Cuptitel 2013/14 geht an den SK Austria Klagenfurt. Trotzdem muss man dem FC Lendorf zu einer sensationellen Partie gratulieren.Austria Zkanay

Herzliche Gratulation auch an Fr. Schiedsrichter Tanja Hausott, vormals Schett, die in ihrem letzten Spiel alle Hände voll zu tun hatte und diese Aufgabe toll meisterte. 

Stimmen zum Spiel:    

Alexander Suppantschitsch, Trainer Austria Klagenfurt: "Die erste Halbzeit war fürchterlich. Wir haben den Gegner unterschätzt und wurden dafür auch bestraft. Die zweite Halbzeit war dann einen Deut besser und deshalb konnten wir schlussendlich den Cup doch noch gewinnen. Der Elfmeter war aus meiner Sicht mehr als fragwürdig, aber Gott sei Dank hat ihn Goalie Böck gehalten. Dann gab es natürlich große Emotionen und die Rote war klar gerechtfertigt, denn das war eine schwere Tätlichkeit gegen Zakany. Ich gratuliere meiner Mannschaft natürlich zum Cupgewinn, aber in den meisten Spielen vorher waren wir weit besser als heute."

Alois Morgenstern, Trainer des FC Lendorf: "Ich muss meiner Mannschaft zuerst ein großes Pauschallob aussprechen, was sie heute abgeliefert hat, war ein absoluter Wahnsinn. Am Ende war Klagenfurt die glücklichere Mannschaft, denn wenn wir den Elfer hinein tun, jubeln jetzt wir. Leider musste ich Martin Morgenstern in der 60. Minute verletzt auswechseln, das brachte uns etwas aus dem Rhytmus. Trotzdem, wir waren sicher absolut ebenbürtig und wenn wir heute gewinnen, könnte sich in Klagenfurt auch niemand aufregen."  

Fotos: Kuess

 

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