Abstiegskampf und Tacheles! St. Michael/L. sorgt sich um die Zukunft!

„Wenn man kein Glück hat, kommt das Pech noch dazu!“ Mit diesem alten Kalauer umschreibt FC St. Michael/L.-Obmann Erwin Svensek den durchwachsenen Herbst seiner Kampfmannschaft. Zusätzlich zeigt er sich nachdenklich über die Zukunft des Breitensports unter dem COVID-Damoklesschwert. Er sieht das Unterhaus gegenüber den Bundesligisten im Nachwuchsbereich benachteiligt und wünscht sich Publikum wie Kantinenbetrieb im Frühjahr.

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Erwin Svensek sorgt sich um die Zukunft des Unterhausfußballs, Fotocredit: Gerhard Pulsinger

 

Ein Herbst zum Vergessen

„Wir hatten von Beginn an eine Ergebniskrise“, erzählt Svensek, „wir steckten sofort im Tabellenkeller fest.“ Er spielt hier auf die vier Auftaktpleiten der Lavanttaler an, die bis zur 5. Runde auf den ersten Sieg warten mussten. Dieser Sieg in Gallizien befreite die Truppe aber nicht von ihren mentalen Blockaden, bis zur Winterpause gab es lediglich weitere 6 Punkte Zuwachs für die Tabelle. Damit ließ der erfahrene Landesligist lediglich das abgeschlagene Gurnitz hinter sich.

Abstiegskampf & Umbau mit Helmut Kiristis

Im September wechselte St. Michael den Trainer, Helmut Kirisits kam für den glücklosen Werner Kothmaier. Noch in der Winterpause verlängerten die Lavanttaler mit Kirisits, er soll künftig den Umbau der Kampfmannschaft vorantreiben. Sein Vertrag gilt in der nächsten Saison für jede Liga.

Im Sommer hängen die verdienten Kräfte Daniel Oberländer, Stefan Stückler & Mario Simon ihre Boots für immer an den Nagel, noch in dieser Transferperiode kamen René Miklautz (SC St. Pölten) & Hans-Peter Jöbstl (Preitenegg) wieder retour. Adnan Shabani (ATSV Wolfsberg) verstärkt die Offensive, Christoph Feldbacher kehrt nach langer Verletzungspause (Kreuzbandriss) wieder in den Kader zurück. „Das war der erste Schritt“, so Svensek, „die Mannschaft soll ein neues Gesicht erhalten.“

Das erklärte Ziel ist mit dem Klassenerhalt vorgegeben. Svensek zeigt sich zuversichtlich, das mit dem verbreiterten Kader erreichen zu können: „Der Mitbewerb befindet sich in Sichtweite, lediglich drei Punkte sind aufzuholen.“ Als eine ordentliche Vorbereitung taxiert Svensek eine Zeitspanne von „mindestens 5 Wochen. Das sind wir der Gesundheit unserer Spieler nach 5 Monaten Pause schuldig.“

„Corona sorgt für eine Zwei-Klassen-Gesellschaft“

St. Michael äußerte sich in den letzten Monaten auf seiner Facebook-Fanpage wiederholt zur Verbands- und Sportpolitik rund um die COVID-19-Beschränkungen. Erwin Svensek forderte in diesem Zusammenhang gar ÖFB-Präsident Leo Windtner zum Rücktritt auf. Als Motiv für dieses weitreichende Anliegen gibt er die von ihm so gesehene Ungleichbehandlung der Vereine an: „Die Bundesligisten trainieren bis zur U10, während im Unterhausnachwuchs alles brachliegt. Ich bin den Kindern nichts neidig, aber kann nicht nachvollziehen, dass lokal spielende Nachwuchsteams der Bundesligisten trainieren dürfen, die anderen aber nicht.“

Er schließt dabei dezidiert die Akademien aus, „weil die spielen ja österreichweit und sollen trainieren. Ich beziehe mich auf jene Nachwuchsteams, die im Meisterschaftsbetrieb dann gegen die Teams der Unterhausklubs antreten. Das ist nicht gerecht. Das sorgt für eine Zwei-Klassen-Gesellschaft schon bei den Jüngsten!“ Seiner Einschätzung nach spricht nichts dagegen, die Sportplätze für die Jüngsten zu öffnen: „Die werden in der Schule getestet, wir haben alle Präventionskonzepte und die Sportplätze sind groß genug für Kleingruppentraining.“

Tiefe Sorgenfalten zeichnen sich im Hinblick des Spielbetriebs der Kampfmannschaften während der Pandemie in seinem Gesicht ab: „Ich gehe als Optimist davon aus, dass wir im Frühjahr spielen können. Ich gehe weiters davon aus, dass wir das mit Zuschauern und Kantinenbetrieb dürfen. Anders ist es nicht zu finanzieren. Andernfalls wird es viele zerreißen, die Funktionäre hören auf und in den Dörfern und Kleinstädten beenden wichtige soziale Institutionen ihre Arbeit. Womöglich für immer. Es werden in dem Fall alle verlieren.“

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