Hainburgs Trainer Kurt Baumann: "Finanzielle Herausforderung wird in den letzten zwei Klassen nicht so einschneidend sein"

FK Hainburg startete mit einem Sieg in die Rückrunde, nach dem 2:0 Auswärtserfolg über Breitenfurt lag man in der Tabelle der 1. Klasse Ost auf Rang 6. Die Mannschaften der Liga bereiteten sich danach auf den zweiten Spieltag vor, ehe aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus die Saison abrupt gestoppt wurde. "Wir haben noch am Donnerstag Abend trainiert und wollten uns gut auf das Heimspiel gegen Himberg vorbereiten. Danach haben wir uns zusammengesetzt und besprochen, ob wir noch weiter trainieren werden und wollten Einheiten jeden Dienstag und Donnerstag absolvieren. Ich habe mir über Nacht Gedanken gemacht und am nächsten Tag den Spielern gesagt, dass es besser ist, wenn wir nicht mehr trainieren, durch einen Erlass am Montag wurde dies zusätzlich bestätigt und die Sportanlagen gesperrt", erzählt Coach Kurt Baumann.

"Es gibt zu viele unvernünftige Menschen"

"Unsere Burschen haben sich weniger um sich, als mehr um mich Sorgen gemacht. Damals habe ich dann am nächsten Tag mitgeteilt, dass es vernünftig ist, dass wir nicht mehr trainieren und dies hat sich als kluger Schachzug erwiesen", ergänzt Hainburgs Trainer. Die österreichischen Fußballklubs befinden sich derzeit alle im Ruhemodus und harren der Endscheidung der Verbände, wie und ob die Frühjahresmeisterschaft weitergehen kann. "Wenn die Lage innerhalb der nächsten zwei Wochen nicht langsam besser wird und sich alles einpendelt, wird es schwierig, die Saison weiterzuspielen. Es besteht die Hoffnung, das wir Anfang Mai durchstarten können, ich glaube aber nicht wirklich daran. Es wird alles nicht so schnell gehen, es gibt leider zu viel unvernünftige Menschen, die die Situation auf die leichte Schulter nehmen", hält Kurt Baumann die Weiterführung der Meisterschaft inzwischen für nicht mehr sehr wahrscheinlich.

Die Spieler von Hainburg absolvieren derzeit ein Heimprogramm, gehen alleine Laufen oder Radfahren und halten sich so gut es geht fit. Falls die Meisterschaft im Frühjahr ab nicht mehr fortgesetzt werden kann, gibt es für den Coach des Tabellensechsten nur eine vernünftige Lösung: "Ich bin dafür, dass die Saison dann stillgelegt wird und es weder Auf- noch Absteiger gibt. Im Sommer wird es dann hoffentlich wieder möglich sein Fußball zu spielen."

"Klubs aus oberen Ligen werden mehr zu kämpfen haben"

Die Vereine in Österreich haben durch die derzeitige Pause mit nicht vorhandenen Einnahmen zu kämpfen und neben der sportlichen Ungewissheit kommt noch das finanzielle Problem hinzu. "Ich denke, dass in unseren letzten zwei Klassen für die Vereine das Finanzielle nicht so einen einschneidendes Problem werden wird, da sie die Spieler meistens nicht auszahlen müssen. Zudem werden die Spieler einsehen, dass es für die Vereine der Tod ist, wenn sie auf gewisse Dinge pochen. In den oberen Ligen gibt es aber fixe monatliche Verträge und so werden einige Klubs zu kämpfen haben", meint Kurt Baumann.