Sollenaus Trainer Jürgen Riedl: "Vielleicht wird der Fußball durch die Krise wieder gesünder"

"Wir hatten noch am Mittwoch trainiert, dann wurden die Maßnahmen durch die Regierung kundgetan und der ÖFB sowie die Landesverbände zogen nach. Wir haben alles 1:1 umgesetzt und da der Platz der Gemeinde gehört, dieser gesperrt", beschreibt 1. SC Sollenaus Coach Jürgen Riedl die Vorgänge vor zwei Wochen. "Wir haben die Spieler dann eine Woche in Ruhe gelassen und das Training wurde ausgesetzt, per WhatsApp waren wir im ständigen Kontakt. Seit voriger Woche und insgesamt einmal drei Wochen absolvieren die Jungs nun ein Heimprogramm, die meisten sind daheim und haben Zeit genug, um sich fit zu halten", ergänzt der Trainer des Tabellenvierten der 1. Klasse Süd.

"Hoffentlich können wir im Herbst spielen"

Derzeit weiß noch niemand, wie und ob die Saison im Frühjahr noch fortgesetzt wird, Riedl denkt, dass eher nicht weitergespielt wird. "Die EM wurde zwar verschoben und wir könnten theoretisch bis Ende Juni spielen, aber man benötigt mindestens zwei, drei Wochen gemeinsames Training mit der Mannschaft. Die Pause ist insgesamt zu lange und ich glaube, dass die Regierung uns nicht mehr spielen lassen wird. Es wird meiner Meinung nach erst frühstens im Mai wieder gehen und man kann nur hoffen, dass wir im Herbst spielen können."

Der Verband wird in den nächsten Wochen entscheiden, wie es mit der Meisterschaft weitergeht, falls das Frühjahr nicht mehrt möglich ist, gibt es mehrere Varianten. Sollenaus Trainer hält es für die beste Lösung, wenn man die Meisterschaft abbrechen würde und so agiert, als hätte die Saison nie stattgefunden. Ihm ist bewusst, das es immer Vereine geben wird, die mit der Entscheidung nicht zufrieden sind, für ihn wäre diese Variante aber am fairsten.

"Vereine in unserem Breitengrad trifft es finanziell nicht so stark"

"Es ist zwar nur ein Sport, aber Fußball bewegt sehr und es steckt auch viel Geld dahinter.Es gibt Vereine, die von einer Firma oder von einem großen Sponsor abhängig sind, Einnahmen durch Zuschauer und für die Kantine fallen weg und manche Klubs könnten in Bedrängnis kommen. Finanziell wird die Pause für die Klubs eine Belastung sein, in unserem Breitengrad wird es aber nicht so schlimm sein, da wir kleinere Sponsoren haben. Vielleicht kommt es aber zu einem Umdenken und der Fußball wird wieder gesünder", sieht Jürgen Riedl in der Krise auch eine Chance. "Ich bin jetzt mit kürzeren Unterbrechungen 45 Jahre am Sportplatz und der Fußball ist 50% meines Lebens, natürlich geht er mir in dieser schwierigen Zeit ab. Vielleicht finden dafür jetzt wieder mehr junge Leute zum Fußball und der Sport entwickelte sich nach den herausfordernden Wochen wieder in eine positivere Richtung."