Zwettl als Sprungbrett für Größeres

Beim SC Zwettl hat sich, wie bei fast allen Landesliga-Vereinen in der langen Coronapause einiges getan. Ein kleiner Umbruch steht bevor. Während vier Spieler aus der Wiener Region den Verein verlassen haben, werden Verstärkungen aus der eigenen Region gesucht und gefunden. MIt Clemens Seidl konnte man sogar einen Spieler mit ersten Zweitliga-Erfahrungen für sich gewinnen.

Clemens Seidl kam in der vergangenen Saison bei Zweitligist Horn zu Kurzeinsätzen. "Er hat dort mittrainiert, was eindeutig für ihn spricht", so Zwettls Sportlicher Leiter Helmut Lamatsch, der sich vor allem über die Flexibilität des Spielers freut: "Wir können ihn auf vielen Positionen einsetzen. Horn hat ihm zwar ein Angebot gemacht, das war für ihn aber nicht akzeptabel. Er will sich lieber in der Landesliga etablieren und Zwettl als Sprungbrett nutzen." Ein verständlicher Weg, das Potenzial scheint Seidl zu haben.

"Spieler wollen nicht mehr fahren"

Dass es nach der Corona-Pause nicht leider geworden ist, gute Spieler ins Waldviertel zu lotsen, ist verständlich. "Die Spieler wollen nicht mehr so weit fahren. Aus Wien schon gar nicht, aber nicht einmal aus Krems wollen sie noch rauffahren", so Lamatsch, der daher in der eigenen Region fündig werden will. Mit Jonas Schaupp kommt ein Spieler, der schon Erfahrungen in der 2. Landesliga gemacht hat. "Er braucht noch die Routine auf dem Niveau, ich bin mir aber sicher, dass er den Sprung schnell schaffen wird. Im zentralen Mittelfeld soll Schaupp aufräumen. "Er hat schon im Training gezeigt, dass er weder sich noch den Gegner schont." Mit Roman Wermke konnte ein weitere Legionär aus Tschechien geholt werden. "Der Kontakt kam über unserer Legionäre Nemec und Novotny zustande. Wermke ist ein trickreicher und schneller Spieler. Wir wollen mit ihm schwerer auszurechnen sein, in der Offensive flexibler werden", rechtfertigt Lamatsch den Transfer des Flügelspielers.

Nicht mehr im Kader stehen Alberin Kokollari (Team Wiener Linien), Mehmet Sütcü (Bisamberg), Stevica Zdravkovic (Mauerwerk), Filip Radosta (retour nach Tschechien). "Wir haben diese Entscheidungen getroffen, um den eigenen Spielern eine Chance zu geben. Von denen haben wir genug."

Punkto angedachter Ligareform des niederösterreichischen Fußballverbandes, die ja mit der Mehrheit der Vereine verhindert wurde, ist sich Lamatsch nicht ganz eins: "Einerseits ist es gut, dass sich der Verband etwas gedacht hat. Andererseits war es wohl nicht ganz zu Ende gedacht. Prinzipiell ist gegen ein Playoff aber nichts zu sagen."