Ungewissheit bei den Vereinen - Stetten Coach Walter Petru: "Ich bin froh, kein Entscheidungsträger zu sein"

Nach den ersten Maßnahmen vor mehr als zwei Wochen reagierten die Fußballvereine in ganz Österreich prompt und stellten den Trainingsbetrieb ein. Mehrere Spielrunden wurden von den Verbänden abgesagt und die Sportanlegen sind bis auf weiteres gesperrt. "Es ist für uns relativ einfach, da wir gezwungen sind zu reagieren. Unser ganz Verein geht davon aus, dass die Frühjahresmeisterschaft nicht mehr gespielt wird, wir trainieren nicht und ich kann nur an die Eigenverantwortung der Spieler appellieren, sich in dieser Zeit so gut es geht fitzuhalten", beschreibt SV Stetten Trainer Walter Petru die derzeitige Lage. Er ergänzt zur Trainingssituation: "Unabhängig ob mit oder ohne Heimprogramm würden diejenigen, die etwas tun wollen, sich körperlich betätigen und andere würden sowieso nichts tun. Mit dem Ball kann man derzeit ja nichts machen."

"Herbstmeisterschaft wird vielleicht nicht pünktlich starten"

Während der Pause ist man bei Stetten im ständigen Kontakt, die Spieler sind teilweise auch befreundet und kommunizieren nun per Telefon miteinander. Für den Amateurfußball steht nicht fest, wie es in den kommenden Wochen und Monaten weitergeht, Stettens Coach meint zu dieser kniffligen Situation: "Ich bin froh, dass ich kein Entscheidungsträger bin, bei jeder Variante wird es jemand geben, dem diese nicht passt. Für die Mannschaften, die am besten Weg waren Meister zu werden und die Tabellenführer sind ist es schwer zu verkraften, dass man nicht aufsteigen könnte. Für die Zweiten, die vielleicht nur drei Punkte zurück liegen wäre es andererseits nicht verständlich, wenn der Herbstmeister aufsteigt. Die Tabellenletzten würden sich benachteiligt fühlen, wenn sie absteigen müssten, da sie möglicherweise viel investiert haben, um den Ligaerhalt zu schaffen. Es wird auch eine Variante diskutiert, bei im Juni Playoff-Spiele zwischen potentiellen Auf- und Absteigern durchgeführt werden könnten."

"Das Frühjahr halte ich für sehr unwahrscheinlich, eine Herbstmeisterschaft sollte möglich sein. Selbst wenn es sich nicht bis August ausgeht, könnte man Mitte September starten, da man ja durchaus bis Ende November spielen kann. Es ist nur die Frage, ob die Saison pünktlich startet oder nicht", geht Walter Petru von einer Hinrunde im Herbst aus.

"Wirtschaftlich trifft es eher die oberen Ligen"

Dies wäre auch wichtig, da für die Vereine auch die finanzielle Situation durch die Pause etwas schwieriger wurde. Stettens Trainer sieht dabei für die Vereine in den unteren Ligen nicht das ganze große Problem zukommen. "Bei Vereinen wie unserem halten sich die Einnahmen bei Spielen in Grenzen, es wird eher ein Problem für Klubs ab 1000 Zuschauern, bei denen der Eintritt eine wichtigere Rolle spielt. Auch bei den Spielern ist in den unteren Ligen alles leichter, da sie Fußball als Hobby betreiben und nicht wegen der kleinen Aufwandsentschädigung spielen. Vielleicht wird sich die Situation bei den höheren Ligen etwas zurückschrauben, es wird sich aber rasch normalisieren. Bei Vereinen mit finanziellen Problemen heißt es immer, dass sie auf den Nachwuchs setzten, sobald sie Geld haben, wird aber wieder eingekauft", so der Trainer des Tabellenneunten der Hinrunde der 2. Klasse Donau abschließend.

 

 

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