Natschbachs Sektionsleiter Rene Panholzer: "Sozialer Aspekt des Vereinslebens zu selbstverständlich"

"Von den Maßnahmen ist man bis zu einem Gewissen Grad schon überrascht worden, wir haben aber schon vor Einlangen der Verordnungen reagiert und unser Verein hat den ganzen Nachwuchs- und Erwachsenenbetrieb bis auf weiteres ausgesetzt", erklärt USV Natschbachs Sektionsleiter Rene Panholzer. "Wir sind jetzt alle sozusagen im Home-Office, die Kampfmannschaft hat Pläne bekommen um sich fitzuhalten. Die sportliche Leitung hält über Skype Besprechungen ab und ist so auch im regelmäßigen Kontakt", ergänzt der Funktionär des 12. der 2. Klasse Wechsel.

"Sportlich ist es für uns nicht so dramatisch"

Nach dem Aussetzen des Spielbetriebs steht bis jetzt nicht fest, ob eine Frühjahresmeisterschaft durchgezogen werden kann, die Vereine warten daher auch im Amateurbereich auf eine Entscheidung: "Es wurden einmal die ersten vier Runden definitiv verschoben, jetzt kann man nur von Woche zu Woche sehen und auf die Aussagen der Regierung warten. Die Tendenz geht bei mir persönlich in die Richtung, dass die Saison im Frühjahr überhaupt nicht fortgeführt werden kann", so Panholzer.

"Falls die Meisterschaft abgesagt wird, geht es um die Frage, wie es für die Tabellenersten und die potentiellen Absteiger aussieht. Wenn man nur nach einer Saisonhälfte bei gleicher Punkteanzahl nur wegen einer schlechteren Tordifferenz absteigen müsste, wäre es nicht wirklich fair. Insgesamt ist es eine schwierige Entscheidung. Für uns ist es sportlich nicht so dramatisch, wir hätten nicht aufsteigen können und Absteiger gib es keinen", so Natschbachs Sektionsleiter.

Neben dem sportlichen Aspekt rückt aber auch der finanzielle in der Coronakrise für die Vereine in den Vordergrund. Rene Panholzer meint dazu: "Es ist derzeit schwierig einen seriösen Finanzplan zu erstellen, da wir überhaupt nicht wissen, ob Spiele oder Veranstaltungen stattfinden können. Unser Verein ist in der glücklichen Lage, dass in letzter Zeit wirtschaftlich sehr konservativ und defensiv gehandelt wurde, dies macht die Situation erträglicher."

"Alles ist eine Frage der Nachhaltigkeit"

Einen wichtigen Punkt, der in der Diskussion um Fußball und den Sport als gesamtes oft vergessen wird, streicht Rene Panholzer heraus: "Es ist der soziale Aspekt, der Fußballplatz ist für alle ein fixer Treffpunkt beim Training und Spiel. Freundschaft kann man auch digital pflegen, es ist aber etwas anderes, beim Fußball kann man auf andere Gedanken kommen, sich mit Leuten austauschen und nach dem Match auf ein Getränk gehen. Bis jetzt wurden gewisse Dinge als selbstverständlich gesehen, jetzt haben wir die Chance, alles in einem anderen Licht zu sehen. Es könnte in dieser herausfordernden Zeit für viele ein wichtiger Input werden, die Entschleunigung im gesamten Sportbereich und der Zusammenhalt in einem Verein wären positive Effekte. Alles ist aber eine Frage der Nachhaltigkeit."

 

 

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