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In Stockerau heißt es "Zurück in die Zukunft"

Der SV Stockerau überwintert in der 2. Landesliga Ost auf Platz fünf mit vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Gloggnitz. Doch Österreichs Sensations-Cupsieger von 1991 ließ am Mittwoch mit einer Pressekonferenz aufhorchen. Dabei wurde die Neuauflage einer historischen Partnerschaft präsentiert und das neue Vereinslogo vorgestellt. In Stockerau heißt es "Zurück in die Zukunft": Der 1907 gegründete Traditionsverein hat klare Ziele und möchte als SV Sparkasse Stockerau zunächst einmal den Aufstieg in die erste niederösterreichische Landesliga schaffen.

In Stockerau heißt es zurück in die Zukunft

Ligaportal war dabei als der SV Stockerau die Sparkasse Korneuburg als neuen Hauptsponsor vorstellte. Die Lenaustädter setzen dabei unter der Devise "Neues Jahr, neue Wege - Neuauflage einer historischen Partnerschaft" auf eine Rückkehr zur "alten" Marke. Vereinspräsident Thomas Schmidt und Sparkassen-Direktor Mag. Armand A. Drobesch informierten in der "Sportlounge Alte Au" über dieses Comeback: Bereits in den 90er-Jahren war die Sparkasse Hauptsponsor beim SV Stockerau. Also genau zu jenem Zeitpunkt, wo am 30. Mai 1991 mit dem 2:1-Triumph im Finale des ÖFB-Cups gegen Rapid der größte Erfolg der Vereinsgeschichte fixiert wurde.

Die damalige Mannschaftsaufstellung von Erfolgscoach Wilhelm "Willy" Kreuz genießt in Stockerau nach wie vor Kultstatus: Peter Zajicek; Michael Keller; Josef Mazura, Michael Wenzel, Andreas Wacek; Walter Binder, Marek Ostrowski, Peter Pospisil, Rudolf Weinhofer; Alfred Augustin, Josef Marko (89. Roman Viktora). Dabei war Favorit Rapid vor 12.000 Zuschauern im Prater bereits in der achten Minute durch Stefan Reiter mit 1:0 in Führung gegangen, aber Treffer von Michael Wenzel (30.) und Peter Pospisil (52.) sorgten für eine der größten Überraschungen in der rot-weiß-roten Fußball-Geschichte.

Dadurch durfte der SV Stockerau in der Saison 1991/92 auch am Europacup der Cupsieger teilnehmen und zog dort mit Tottenham Hotspur das ganz große Los. Die beiden Spiele gegen das Star-Ensemble aus London mit Gary Lineker und Co gingen jeweils nur hauchdünn mit 0:1 verloren. Beim Hinspiel im Wiener Prater vor 15.500 Zuschauern scheiterte Michael Keller noch dazu bei einem Elfmeter an seinen Nerven, beim Rückspiel vor 28.072 Fans an der berühmten White Hart Lane leuchtete dann "Tottenham 1 - Sparkasse 0" von der Anzeigetafel und sorgte bei den Gästen aus Niederösterreich für ein Schmunzeln.

"Wir sind eifrig neue Wege zu bestreiten, eine historische Tür zu öffnen, weil wir überzeugt sind, dass wir gemeinsam vieles erreichen können. Wir blicken da ein Stück in die Vergangenheit der Vereinsgeschichte. Der große Blick soll aber in die Zukunft gerichtet sein. Dafür haben wir uns sehr viel vorgenommen. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir mit der Sparkasse Korneuburg einen Partner gefunden haben, der diesen Weg in den nächsten Jahren mit uns gemeinsam geht und unsere Philosophie und Ambitionen teilt. Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar,“ zeigte sich Vereinsboss Thomas Schmidt hoch erfreut.

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Der 48-jährige Baumeister war einst auch ein hoch veranlagter Fußballer. Über den Nachwuchs von Admira Wacker ging es zum SV Stockerau, wo der ÖFB-U21-Teamspieler zu einer echten Vereinslegende wurde. Seit 2019 ist er nun wieder in der Alten Au tätig: Neben Vereinspräsident Schmidt sorgen mit Nachwuchsleiter Patrick Jenisch und Kampfmannschaftstrainer Thomas Slawik zwei absolute Fachmänner für Bewegung. Dadurch gelang es einerseits den Jugendbereich zu attraktiveren und andererseits im Erwachsenenbereich sportlich um den Meistertitel zu spielen. Dazu meinte Vizepräsident Stefan Pencik: "Wir erleben einen enormen Zulauf. Das bestätigt unsere professionelle Herangehensweise, wodurch wir sehen, dass wir am richtigen Weg sind.“

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Laut dem Vereinsvorstand belaufen sich die Ziele aber nicht nur sportlicher Natur, sondern sind ganzheitlich zu betrachten. "Wer nachhaltig Erfolge feiern möchte braucht ausgezeichnete Trainings- und Spielbedingungen." Dort sieht Thomas Schmidt gegenüber Ligaportal aktuell den größten Handlungsbedarf. "Unsere Infrastruktur ist leider in die Jahre gekommen. Auch das Stadion, die Kantine und das Trainings-Gebäude. Wir müssen modernisieren und verbessern, dazu suchen wir die Gespräche mit der Gemeinde. Ich habe hier leider vieles wieder so vorgefunden, wie ich es 1999 verlassen habe. Es muss etwas passieren, sonst wird uns irgendwann das Gebäude unter den Füßen zusammenbrechen!"

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Helfen kann dort neben der Gemeinde Stockerau (Schmidt: "Wir sind eine Stadt mit 20.000 Einwohnern. Da muss Minimum Landesliga, wenn nicht Regionalliga gespielt werden") auch der alte, neue Partner. Die Sparkasse, die seit 1869 in der Region verankert ist, versteht sich als „finanzieller Nahversorger“. Ob Breiten-, Spitzen- oder Nachwuchssport – die Sparkasse Korneuburg AG hat eine langjährige Tradition im Sportsponsoring.

Der Direktor der Sparkasse Korneuburg AG Mag. Armand A. Drobesch (früher selbst Fußballer in der Kärntner Liga) ergänzte gegenüber Ligaportal: "Als Kärntner wächst man ja mit Eishockey und der Rivalität zwischen dem KAC und dem VSV auf. Aber ich kenne mich auch im Fußball ein wenig aus. Mein Sohn war kurz Tormann im Austria-Nachwuchs, da habe ich aber gemerkt, dass man sich nicht zu viel persönlich einmischen sollte. Wir sehen unser Sponsoring nicht nur für ein Jahr, sondern mittel- und langfristig. Wir stehen für Kontinuität."

Ligaportal wünscht der vor 115 Jahren als erste Stockerauer Sportvereinigung 1907 gegründeten Traditionsmarke jedenfalls alles erdenklich Gute und viel Erfolg!

SV Stockerau - Cupsieger 1991

SV Stockerau vs. Rapid Wien

Tottenham Hotspur vs. Stockerau

Fotos: SV Stockerau