Ausmaß der Maßnahmen auch für Rohrendorf zunächst überraschend - Freundschaftsspiele zu Saisonende vorstellbar

"Für jeden kam das Ausmaß der Maßnahmen zunächst überraschend, wir hatten uns noch überlegt, ob man für Testspiele nach Tschechien ausweichen kann, dies war aber rasch hinfällig. Von einem Tag auf den anderen wurde der Fußball zweitrangig, wir haben alle Verordnungen sofort umgesetzt", blickt FC Rohrendorfs sportlicher Leiter Franz Scheichl auf die letzten Wochen zurück. "Als Verein kann man jetzt nichts tun, die Spieler halten sich durch ein individuelles Programm fit und gehen laufen. Unser Trainer steht mit den Jungs ständig im Kontakt und kontrolliert auch ein wenig, ob sich alle halbwegs fithalten, da es ja vielleicht doch noch eine Meisterschaft gibt", so der Funktionär des 12. der 2. Landesliga West weiter.

"Finanzielle Situation ist für alle Vereine herausfordernd"

Derzeit warten alle auf die Entscheidung der höheren Gremien, ob es im Frühjahr noch eine Meisterschaft geben kann. Scheichl hält dies für nicht mehr wahrscheinlich: "Wenn man sieht, dass die Maßnahmen jetzt weiter intensiviert wurden, kann man sich nicht vorstellen, dass weitergespielt wird. Der Verein muss sich dann etwas einfallen lassen und eine möglichst faire Lösung finden. Ich denke, die einzige vernünftige Variante ist, dass es keinen Meister, keinen Aufsteiger sowie auch keine Absteiger gibt und die Meisterschaft wieder bei Null anfängt."

Bei einer Annullierung der Saison könnte vor dem Sommer noch der Betrieb hochgefahren werden. "So wie der Bundeskanzler heute gesprochen hat, wird es auch im April keine Matches mehr geben und danach fehlt die Zeit, um das Frühjahr durchzuziehen. Es werden wahrscheinlich fünf, sechs Spiele übrigbleiben, diese könnten zu Freundschaftsspiele umfunktioniert werden", sagt Rohrendorfs sportlicher Leiter.

Viele Punkte sind in dieser außergewöhnlichen Situation nicht geklärt, zudem spielt bei den Vereinen auch der finanzielle Aspekt mit. "Natürlich ist es für jeden Verein eine Herausforderung, die Patronanzen fallen weg, Sponsoren könnten nicht mehr weitermachen oder nur mehr einen Teil zahlen. Die Einnahmen durch den Eintritt und für die Kantinen fehlen, es wäre natürlich toll, wenn sich der Verband oder die Politik etwas einfallen lassen, um die Vereine zu unterstützen."

"Berührungsängste könnte es auch danach noch geben"

Franz Scheichl tut die Pause vor allem auch für die Kinder und den Nachwuchs von Rohrendorf leid: "Wir haben einen sehr guten Nachwuchs, unsere U16 liegt in diesem Jahr deutlich voran und wäre wohl Meister geworden. Sie werden jetzt in ihrer Entwicklung auch ein wenig gebremst." Der sportliche Leiter von Rohrendorf glaubt, dass es für den Verband eine gute Chance ist, um Reformen zu machen, gleichzeitig meint Scheichl, dass die Krise noch länger nachhallen wird. "Es könnte länger dauern, bis wieder Normalität einkehrt, auch wenn wir wieder zum Spielbetrieb zurückkehren, kann man noch nicht absehen, ob es dann vielleicht Berührungsängste gibt. Es sind viel Faktoren, die in der nächsten Zeit noch dazukommen könnten."

 

 

 

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