Vereinsbetreuer werden

USC Schweiggers will seinem Weg treu bleiben

Auch in der neuen Saison 2022/23 gibt es wieder die bereits gewohnten Ligaportal-Interviews. Dieses Mal ist dabei der USC Schweiggers mit Obmann Christoph Spitaler an der Reihe. Schweiggers belegte in der abgelaufenen Spielzeit in der 2. Landesliga West nach fünf Siegen, fünf Remis und 16 Niederlagen mit 20 Punkten den 13. Platz in der Abschlusstabelle. Für die kommende Punktejagd formuliert Spitaler die Zielsetzung so: "Wir wollen einfach bei unserem Weg bleiben, junge Spieler weiterzuentwickeln und unsere Fans zu begeistern. Wenn zum Schluss der Saison der Klassenerhalt steht und wir das Vereinsleben gestärkt haben, haben wir alles richtig gemacht."

Ligaportal: Wie zufrieden sind Sie mit der vergangenen Saison bzw. wie fällt der Rückblick aus?

Christoph SpitalerUnterm Strich steht der Klassenerhalt und das zählt. Wir sind mit einer sehr jungen Mannschaft in die Saison gegangen und da war es uns klar, dass die Leistungen mitunter schwanken können. Prinzipiell haben es die Burschen vor allem im Frühjahr phasenweise richtig gut gemacht – man hat aber in vielen entscheidenden Situationen gemerkt, dass uns die Routine gefehlt hat und obendrein war uns das Spielglück auch nicht immer hold.

Ligaportal: Gab es bereits Zu- bzw. Abgänge? Auf welchen Positionen besteht noch Handlungsbedarf?

Spitaler: Wir haben ein paar Abgänge zu verzeichnen – darunter auch unsere Legionäre. Diese wurden bisher aber gut kompensiert. Wir haben uns gezielt mehr Routine in die Mannschaft geholt und freuen uns dabei besonders über die Rückkehr von Daniel Nešpor und Petr Šourek, die ein zentraler Bestandteil der Meistermannschaft in der Gebietsliga waren. Ich möchte mich an dieser Stelle besonders bei der sportlichen Führung um Patrick Müllner und Thomas Reif bedanken. Gerade im Waldviertel wird es gefühlt für alle Vereine immer schwerer. Unter diesen Umständen haben sie hervorragende Arbeit geleistet!

"Mehr ehrenamtliche Helfer würden uns guttun"

Ligaportal: Welche Themen haben dem Verein neben dem sportlichen Abschneiden der Kampfmannschaft besonders beschäftigt?

SpitalerWir sind ein kleiner Verein im gehobenen Amateurbereich und das spüren wir doch sehr deutlich. Wir haben kein Füllhorn an Ehrenamtliche. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen mich bei jenen zu bedanken, die mitunter Stunden am Sportplatz verbringen, um das Vereinsleben zu erhalten und somit auch einen wertvollen Beitrag für das Sozialleben in der Gemeinde Schweiggers und darüber hinaus leisten. Trotzdem: Mehr ehrenamtliche Helfer würden uns guttun. Vielleicht liest das ja wer und will bei so einem leiwanden Verein wie dem USC Schweiggers mithelfen ;)

Ligaportal: Das "Vereinssterben" im Amateurbereich geht leider weiter. Wo sehen Sie die Ursachen dafür und wer ist gefordert um eine Wende zu schaffen?

Spitaler: Das ist ein großes Thema, das auch uns beschäftigt. Zum einen gibt es die Problematik mit den fehlenden Ehrenamtlichen – wie bereits eine Frage davor erwähnt. Zum anderen verhaftet der Verband teilweise krampfhaft in veralteten Strukturen. Der Fußball an sich konkurriert sich immer mehr mit einer Vielzahl von Freizeitangeboten für Kinder, aber auch Erwachsenen. Persönlich finde ich es gut, dass wir in Österreich in der glücklichen Lage sind, in der viele Kinder entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten ihre Freizeit gestalten können. Es spielt daher nicht jeder Fußball, wie es früher einmal war und gerade in einer Region wie dem Waldviertel merkt man das besonders bei den Jugendmannschaften und U23-Teams. Ich verstehe nur zu gut die Funktionäre, die es leid sind, jedes Wochenende 20 Leute durchzutelefonieren, um eine Mannschaft stellen zu können. Diesen strukturellen Veränderungen in unserer Gesellschaft und demografischen Entwicklungen muss schön langsam Rechnung getragen werden. Es geht sich heutzutage einfach nicht mehr aus, dass davon ausgegangen wird, dass ein Verein aus einer strukturschwachen Region dieselben Möglichkeiten hat
wie ein Verein aus Städten oder Stadtnähe.

Ligaportal: Wie sieht eure Zielsetzung für die neue Saison 2022/23 aus?

SpitalerIch will unser Ziel nicht tabellarisch festmachen. Wir wollen einfach bei unserem Weg bleiben, junge Spieler weiterzuentwickeln und unsere Fans zu begeistern. Letztendlich befinden wir uns noch immer im Amateurbereich und da soll der Fußball als Hobby gelten, das Spaß macht und das Miteinander in den Vordergrund stellt. Wenn zum Schluss der Saison der Klassenerhalt steht und wir das Vereinsleben gestärkt haben, haben wir alles richtig gemacht.

Ligaportal: Wer sind für Sie die Titelkandidaten und welche Vereine können für eine Überraschung sorgen?

SpitalerWieselburg und Ybbs muss man dabei jedenfalls auf der Rechnung haben. Von der Qualität ist natürlich auch St. Peter ein Kandidat für die ersten Plätze. Wenn die Rohrendorfer ihre Performance vom Frühjahr halten, können sie durchaus für Überraschungen ganz vorne sorgen.