Rücktritt als Sektionsleiter - Klosterneuburgs Daniel Wertheim: "Nur Trainerjob kommt für mich derzeit in Frage"

2005 hat er den Verein FC Olympique 05 mitbegründet, seitdem war Daniel Wertheim in Klosterneuburg ein Fixposten im Klub. So ziemlich jeden Funktionärsposten hat der 34-jährige seitdem aus- und mit Leben gefüllt, stand auch mehrere Jahre als Trainer an der Seitenlinie und wurde 2012 mit seiner Mannschaft in der 2. Klasse Donau Meister. Vor 4 1/2 Jahren ist der Verein wieder mit SC Klosterneuburg zusammengegangen, seit 2016 geht die Mannschaft unter dem Namen FC Klosterneuburg in der Gebietsliga Nord/Nordwest auf Punktejagd. Daniel Wertheim war immer mittendrin, statt nur dabei, im Laufe der Jahre gab er aber sukzessive seine Funktionärsposten in andere Hände. Er trat nun als Sektionsleiter von Klosterneuburg zurück, wird dem Klub nur mehr in beratender Form als stellvertretender Obmann zur Verfügung stehen.

"Es ist der richtige Zeitpunkt für diese Entscheidung"

"Ein Mix aus Gründen hat mich dazu bewogen, vom Posten des Sektionsleiters zurückzutreten. Ich habe vor 3 1/2 Jahren einen neuen Job angenommen, war davor mehrere Stunden pro Tag am Fußballplatz. In den letzten Jahren habe ich an vielen Fäden gezogen, da hat mich der Verein auch noch gebraucht. In der vergangenen Zeit habe ich mehrere Funktionen bei Klosterneuburg zurückgelegt, zuerst die des Obmanns, dann des Jugendleiters und nun des Sektionsleiters", umschreibt Daniel Wertheim die letzten Jahre bei Klosterneuburg.

"Jetzt hat Klosterneuburg einen neuen Sponsor und damit andere Möglichkeiten und Ziele, der Verein ist jetzt gut aufgestellt und es war der richtige Zeitpunkt. Im Herbst ist es aber nicht so gelaufen wie erwünscht, wir waren weit entfernt von unseren Zielen. Bei der Trainerfrage haben wird uns unter zehn Kandidaten für Thomas Haretter entschieden, er ist menschlich top und hat einen guten Draht zur Mannschaft. In der Kommunikation mit den Vereinsverantwortlichen und der Arbeitsweise gab es aber unterschiedliche Vorstellungen" erklärt der ehemalige Sektionsleiter und konkretisiert die aufgetretenen Auffassungsunterschiede: "Wir haben teilweise die Aufstellung erst beim Spiel erfahren, auch bei der ein Spiel andauernden Suspendierung von Johannes Mansbart, die ein richtige Entscheidung war, wurde es davor nicht abgesprochen. Dadurch konnte der Trainer nur mehr nach den Ergebnissen beurteilt werden, bei den vier Spielen ohne Punkte und einem Torverhältnis von 0:10 sollt eigentlich der Trainer getauscht werden, der Vorstand hat aber langfristig gedacht. Es wäre dann auf einen Machtkampf herausgelaufen, dies tut dem Verein aber nicht gut. Daher musste ich die Konsequenzen ziehen, habe mich entschieden, mich zurückziehen."

Klosterneuburg gut aufgestellt

Daniel Wertheim hatte in den letzten Jahren in seinen Funktonen bei Klosterneuburg teilweise nicht leichte Entscheidungen zu treffen, er blickt aber sehr positiv auf die Vergangenheit zurück, bereut überhaupt nichts und sieht den Verein auch durch seinen Input nun sehr gut aufgestellt. Die neue Sportstätte unter Daniel Wertheim als Obmann war für Klosterneuburg ein Meilenstein, zudem entwickelte sich der Verein zur Nummer 1 bei den spielenden Nachwuchskindern. In den letzten drei Jahren wurde der Nachwuchs bei Klosterneuburg breiter aufgestellt, als er je war, dies war auch das Ziel der Verantwortlichen. Durch den neuen Hauptsponsor kann man nun auch die Ziele nach weiter oben ausrichten.

"Ich bedanke mich bei allen, die in den letzten Jahren ihr Herzblut für den FC Klosterneuburg gegeben haben. Mit Stephan Faulhammer als Obmann, sowie Thomas Wedinger und Thomas Pils in der sportlichen Leitung ist die Kampfmannschaft weiterhin in besten Händen", ergänzt Daniel Wertheim.

"Ich traue mir als Trainer jede Liga zu"

Der ehemalige Sektionsleiter von Klosterneuburg kann nun wieder mehr Freizeit genießen, eine Position würde Daniel Wertheim aber wieder reizen: "In den nächsten fünf bis zehn Jahren kommt für mich nur mehr ein Trainerjob in Frage. Ich bin seit dem 16. Lebensjahr dem Fußball verbunden und habe in den letzten 18 Jahren schon mehr Erfahrung sammeln können als andere in meinem Alter. Ich habe die UEFA B Lizenz, machte so ziemlich alle Funktionärsposten in den letzten Jahren durch. Als Trainer wurde ich in der 2. Klasse Donau Meister, nach einem unglücklichen Frühjahr ging es aber wieder runter und in der darauffolgenden Saison habe ich vier, fünf 15-jährige in die Mannschaft eingebaut. Mehrmals bin ich auch als Interimscoach eingesprungen und meine Punkteausbeute in der Gebietsliga war sicher nicht schlecht. 2015/16 holte ich zudem mit der U23 den Meistertitel."

Für mögliche Angebote zeigt sich Wertheim völlig offen: "Mir hat es als Trainer immer sehr viel Spaß gemacht, die Liga ist mir eigentlich egal. In den letzten Jahren konnte ich so viel Erfahrung sammeln und das Vereinsleben kennenlernen, ich traue mir eine 1. Landesliga zu, auch ein 2. Klasse-Team würde passen. Wenn die Vereinsphilosophie stimmt und man etwas aufbauen kann, bin ich für alles bereit. Sollten keine Angebote kommen, dann genieße ich meine Freizeit." 

 

 

 

 

 

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