Vereinsbetreuer werden

Wer rettet die Fußball-Stadt Tulln?

In der Reihe der Ligaportal-Interviews kommt dieses Mal Stephan Böhm, Obmann des FC Tulln, zu Wort. Sein Verein überwintert in der Gebietsliga Nord/Nord-West auf Platz sieben. Ohne jede Chance auf den Aufstieg, aber in Tulln gelang dafür etwas weit Wichtigeres: Der richtige Kurs wurde eingeschlagen: Abbau der Schulden (verursacht in der Vergangenheit) und die Forcierung der eigenen Jugend! 

Tulln keine Fußball-Stadt wie jede andere. In der Bezirkshauptstadt wurde kurz nach dem ersten Weltkrieg der SV Tulln gegründet. Es folgten Fusion um Fusion: 1954 mit SGZ Tulln zum SC Tulln und 1988 mit dem ATSV Tulln zum SC/ATSV Tulln. 1994 nahm man schließlich den heutigen Namen FC Tulln an.

Die erfolgreichsten Fußball-Zeiten in Tulln? 1949 der Aufstieg von ATSV Tulln in die niederösterreichische Landesliga. Damals die zweithöchste Leistungsstufe Österreichs! Nach einem Abstieg 1953 und dem Wiederaufstieg zehn Jahre danach konnte man sich in der Landesliga behaupten und diese in der folgenden Saison sogar gewinnen. Es folgten neun Jahre in der Regionalliga Ost bis bis zum Meistertitel 1974/75. Von 1975 bis zur Saison 1977/78 spielte der damalige SC Tulln also sogar in der 2. Division!

Das berühmteste Spiel in der Vereinsgeschichte fand am 15. August 1975 statt. 3.500 Fans peitschten die Tullner im ÖFB-Cup zu einem 4:3-Triumph gegen den FK Austria Wien. Martin Schuster, Franz Weidinger, Alfred Viktorin und Erich Knapp trafen für die sensationellen Hausherren, für die Gäste aus Wien u.a. ein gewisser Herbert Prohaska.

Mittlerweile spielt man aber leider nur mehr in der sechsthöchsten Spielklasse. Doch in Tulln sieht man dennoch wieder optimistisch in die Zukunft. Vereinsobmann Stephan Böhm legt gegenüber Ligaportal Wert auf die Feststellung, "dass ehrenamtliche Funktionäre Unterstützung brauchen, umso mehr als wir seit 2 Jahren gar nicht wissen wie es weitergehen soll bzw. extremen Aufwand betreiben, um den Menschen in diesem Land überhaupt Sport zu ermöglichen (Präventionskonzepte schreiben, Kontrollen, Quarantäneliste bei der BH abgeben, als Kontaktperson selbst Quarantäne zu erleben, Verordnungen umsetzen,..)."

Dem FC Tulln und dem gesamten (nieder-)österreichischen Fußball ist zu wünschen, dass man in Tulln endlich wieder an die erfolgreiche und ruhmreiche Vergangenheit anknüpfen kann. Ligaportal wünscht dabei alles Gute und natürlich frohe Weihnachten! Zum Abschluss sei noch lobend erwähnt, dass sich Stephan Böhm trotz des Weihnachts-Fests und der Feiertage Zeit für uns nahm. Seine Antwort am Stefanitag mit weiteren Informationen könnte für viele Amateurvereine ein lobendes Beispiel sein.