"Müssen dankbar sein, dass der Verein noch am Leben ist" - Sighartings Sektionsleiter Walter Ruhland im Interview

Was die DSG Union Sigharting in den vergangenen Saisonen kontinuierlich ablieferte, war schlichtweg beeindruckend. Bereits seit mehreren Jahren behauptet sich das 800-Einwohner-Dorf auf hinreißende Art und Weise in der 1. Klasse Nord-West und lässt darüber hinaus eine stetige sportliche Entwicklung erkennen. So konnte sich die DSG im Laufe der Zeit nicht nur fußballerisch verbessern, auch die Integration von jungen Akteuren aus dem eigenen Nachwuchs steht sinnbildlich für den eingeschlagenen Weg in Sigharting. Auch in dieser Spielzeit überzeugte die Truppe von Übungsleiter Hannes Waldhäusl auf ganzer Linie. Der starke Mann wird allerdings im Frühling nicht mehr auf der Trainerbank sitzen, private Gründe sollen zu dieser Entscheidung geführt haben. Umstände, die die ohnehin schwierige Situation für kleine Vereine wie die DSG Union Sigharting zusätzlich erschweren. Ligaportal.at sprach mit dem Sektionsleiter der DSG, Walter Ruhland.

 

Ligaportal.at: Mit 23 Punkten ist man den ersten beiden Mannschaften dicht auf den Fersen. Wie ziehen Sie nach den bisher gespielten Runden Bilanz?

Ruhland: „Wir sind super zufrieden. Bei uns war es ganz wichtig in dieser Saison, dass wir gesehen haben, dass wir auch mit unseren eigenen jungen Spielern mithalten können. Nach der vierten Runde haben wir uns von unseren zwei einzigen Legionären getrennt und fortan nur mehr mit den Einheimischen gespielt. Ab diesem Zeitpunkt haben wir dann einen richtigen Lauf gestartet. Wir sind ein Ort mit 800 Einwohnern, da passt die 1. Klasse für uns optimal. Demnach können wir bis jetzt wirklich mehr als zufrieden sein.“

Ligaportal.at: Was hat Ihre Mannschaft in dieser Spielzeit so erfolgreich gemacht?

Ruhland: „Es war im Sommer keine einfache Situation für uns als kleinen Verein. Das Wichtigste war, dass sich die Mannschaft im Laufe der Meisterschaft gefunden hat und zu einer eingeschweißten Truppe geworden ist. Ich war dann nach der Trennung von den Legionären erfreut, wie gut unsere heimischen Jungs spielen können. Sie haben einfach gezeigt, was in ihnen steckt.

Ligaportal.at: Die Pandemie konfrontiert die Vereine im Fußball-Unterhaus mit gänzlich neuen Umständen. Wie ist die Mannschaft mit der Situation umgegangen?

Ruhland: „Es war ganz schwierig. Wir haben nach der langen Pause im Frühjahr nicht gewusst, wo wir stehen. Auch jetzt ist die Situation extrem schwierig einzuschätzen, wir haben keine Ahnung, wann und wie wir wieder mit der Vorbereitung starten können. Sportlich gesehen haben wir die neuen Umstände aber super wegstecken können.“

Ligaportal: Auch in finanzieller Hinsicht kam es zu gehörigen Schwierigkeiten bei zahlreichen Unterhaus-Vereinen. Wie sind Sie bis dato davongekommen?

Ruhland: „Wir haben bereits zu Beginn der Meisterschaft sehr gut besuchte Spiele gehabt, die haben uns sofort deutlich weitergeholfen. Natürlich mussten wir durch den Ausfall von einigen Festen aber auch extreme Umsatzeinbußen verkraften. Gerade für so einen kleinen Verein, wie wir es sind, ist es schon beachtlich über Jahre hinweg die Liga zu halten und in der 1. Klasse zu spielen. Wir haben mit unserem Präsidenten und unserem Obmann auch zwei super Leute, die ständig Ausschau nach neuen Sponsoren halten. Wir wollen den Verein einfach am Laufen halten und die wenigen jungen Kinder aus der Umgebung zum Fußballspielen anregen. Wir müssen dankbar sein, dass der Verein noch am Leben ist. Ohne die Unterstützungen der Gemeinde und der umliegenden Clubs würde es uns wahrscheinlich nicht mehr geben.“

Ligaportal.at: Die Mannschaft hat die Leistungen aus dem Vorjahr bestätigt und sich punktemäßig nochmals verbessert. Sehen Sie dennoch Handlungsbedarf im Winter für Transfers?

Ruhland: „Grundsätzlich sind wir mit unserer Mannschaft extrem zufrieden. Allerdings wird Gerald Schatzberger seine Karriere beenden. Er hat uns, obwohl er eigentlich im Sommer schon aufhören wollte, in den letzten Runden nochmals unterstützt und seine Sache richtig gut gemacht. Demzufolge müssen wir uns in der Defensive sicherlich verstärken. Zudem wird uns unser Trainer aus privaten Umständen verlassen. Dahingehend müssen wir schauen, wie es weitergeht, da es für uns nie leicht ist, einen passenden Mann für unsere Mannschaft, aber auch für den gesamten Verein, zu finden. Das werden dann die kommenden Wochen zeigen, aber momentan wissen wir noch nicht, wie wir die Trainer-Situation lösen.“

Ligaportal.at: Was sind Ihre Ziele für die bevorstehende Frühjahrs-Saison, sofern gespielt werden kann?

Ruhland: „Unser großes Ziel ist ein Relegationsplatz, aber auch mit einem Rang unter den besten Fünf der Liga sind wir vollauf zufrieden. Zudem wollen wir unsere eigenen jungen Spieler in die Kampfmannschaft einbauen, das hat bisher super funktioniert. In den letzten Jahren haben wir eine echt tolle Entwicklung genommen. Wir hoffen auch, dass es zu einer allgemeinen Trendumkehr bei vielen anderen Vereinen kommt, die dann zukünftig vermehrt auf Spieler aus der Umgebung setzen und auf bezahlte Legionäre verzichten. Wir werden uns das in Zukunft auf jeden Fall nicht mehr leisten können.“


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