„Wir sind stinksauer auf den Verband!“ – Einstufung Österreichs als Risikogebiet trifft Union Hochburg-Ach hart

Seit knapp einer Woche ist sie nun in Kraft, die Verordnung des Auswärtigen Amtes in Berlin, welche Österreich mit Ausnahme von Kärnten zum Risikogebiet erklärt. Für Vereine im Grenzgebiet stellt sie ein großes Problem dar: Spieler, Trainer, Funktionäre mit Wohnsitz in Deutschland dürfen nicht mehr an Sportveranstaltung im Nachbarland teilnehmen, es sei denn sie begeben sich danach in Quarantäne oder weisen einen negativen Corona-Test vor. Die Union Raiba Hochburg-Ach, aktuelles Tabellenschlusslicht der 1. Klasse Süd-West, ist massiv von jener Verordnung und deren Konsequenzen betroffen. Das bekam man am vergangenen Wochenende erstmals so richtig zu spüren. Ligaportal.at sprach mit Sektionsleiter Peter Auer.

 

Ligaportal: Inwiefern hat die Tatsache, dass fast ganz Österreich von Deutschland zum Risikogebiet erklärt wurde, Auswirkungen auf euren Verein?

Auer: „Insgesamt haben acht Spieler, davon vier Stammkräfte und zwei Kaderspieler der Kampfmannschaft, sowie der Trainer und ich als Sektionsleiter den Wohnsitz in Deutschland. Sind wir bei Spielen dabei, müssen wir in Quarantäne oder einen negativen Test vorlegen. Abgesehen davon kann es auch zu Abmahnungen des Arbeitgebers im Zusammenhang mit Lohnkürzungen kommen. Das wurde auch einem unserer Akteure bereits angedroht, weshalb er am vergangenen Wochenende gegen Handenberg nicht gespielt hat.“

Ligaportal: Die übrigen deutschen Spieler waren im Einsatz?

Auer: „Ich habe im Vorfeld Kontakt mit dem Verband aufgenommen. Mir wurde gesagt, dass es in den Statuten keine Regelung diesbezüglich gibt und wir die Partie absolvieren müssen. Ich habe das den betroffenen Spielern so weitergegeben und sie haben sich bereit erklärt, dass sie es am Samstag noch machen. Wir können das aber als Verein nicht mehr verantworten. Da steht einfach zu viel auf dem Spiel. Der Beruf geht vor. Wir sind am Samstag schon unter massivem Protest eingelaufen und werden das auch weiterhin so machen. Wenn aber die deutschen Spieler dann nicht mehr kommen, gehen uns insgesamt acht Leute ab. So können wir nicht mehr antreten. Und der Verband bleibt stur. Wir sind stinksauer!“

Ligaportal: Sollte die Hinrunde sofort abgebrochen werden?

Auer: „Ich habe am Wochenende mit den Funktionären von Handenberg gesprochen. Sie verstehen das auch nicht. Der Verband will die Hinrunde noch unbedingt durchdrücken. Aber wo liegt das Problem, wenn ich die Saison jetzt aussetze und ab März dann die restlichen Spiele der Hinrunde austrage? Vielleicht ist dann noch Zeit, dass in der Folge die Rückrunde gespielt wird. Mehrere Vereine sehen das so.“

Ligaportal: Was können Sie den anderen Vereinen sagen, die ebenfalls von dieser Verordnung betroffen sind?

Auer: „Sie brauchen sich vom Verband nichts erwarten. Sie werden spielen müssen.“


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