TSV Ottensheim: "Es ist zu befürchten, dass der Spielbetrieb bis Herbst ruhen muss"

Der TSV Ottensheim absolvierte eine verkorkste Hinrunde, sammelte im Herbst nur zehn Punkte und überwintert in der Bezirksliga Nord als Vorletzter auf einem Abstiegsplatz. Am vergangenen Samstag hätte es für die Proleta-Elf, im Duell mit der Union Julbach, um "big points" gehen sollen, aufgrund der Corona-Krise ruht der Ball aber auch in Ottensheim. Sektionsleiter Horst Gabriel nahm sich für Ligaportal Zeit für ein Interview und beantwortete aktuell interessante Fragen.

  

Horst, wie beurteilst Du die aktuelle Situation und die gesetzten Maßnahmen bzw. wie lange glaubst Du, wird uns das Corona-Virus beschäftigen?

"Die Situatiuon ist dramatisch, geht es derzeit einzig und alleine um die Gesundheit. Die getroffenen Maßnahmen sind absolut gerechtfertigt, es ist ganz wichtig, sie zu befolgen, um die Krise so rasch wie möglich bewältigen zu können. Es ist aber zu befürchten, dass uns das Virus noch lange beschäftigen wird".

Wie ist die aktuelle Situation im Verein bzw. in der Mannschaft?

"Aufgrund der aktuellen Situation ist auch bei uns nur Individualtraining möglich. Auch wenn wir auf Kontrollen verzichten, sind wir überzeugt, dass die Spieler das erhaltene Heim-Programm absolvieren. Aber die Vorfreude auf ein gemeinsames Training, hoffentlich in absehbarer Zeit, ist groß".

Wäre die Mannschaft nach der Vorbereitung für die Rückrunde bereit gewesen?

"Ja, auf jeden Fall. Es war jedem bewusst, dass der Abstieg droht, deshalb haben die Spieler in den vergangenen Wochen sehr hart gearbeitet. Auch die Talente aus dem U16-Team waren voll dabei. Die Trainingsbeteiligung war extrem hoch und die Stimmung ausgezeichnet." 

Glaubst Du, dass der Start der Rückrunde im Frühjahr realistisch ist bzw. wann geht es Deiner Meinung nach los?

"Derzeit ist an einen Start im Frühjahr nicht zu denken und nicht absehbar, wann der Ball wieder rollen wird. In diesen Tagen und Wochen geht es nur um die Gesundheit, dann muss die Wirtschaft angekurbelt werden und erst danach ist ein geregelter Spielbetrieb wieder möglich. Ich befürchte, dass am grünen Rasen bis Herbst nichts gehen wird". 

Wenn die Saison abgebrochen werden muss, welche Entscheidungen sollen getroffen werden?

"Meiner Ansicht nach wäre die vernünftigste Variante eine Annullierung der Meisterschaft. In unserer Liga zum Beispiel sind die letzten Vier der Tabelle punktegleich. Wenn nach dem aktuellen Stand gewertet werden würde, müssten die letzten Zwei absteigen, obwohl der Elfte nicht mehr Punkte am Konto hat - das wäre keine faire Entscheidung. Derzeit ist zu befürchten, dass der Spielbetrieb bis Herbst ruhen muss. Vielleicht kann man auch darüber nachdenken, den Spielbetrieb so lange wie nötig auszusetzen und danach, wann auch immer, die Meisterschaft zu beenden".

Befürchtest Du für Deinen Verein bzw. den gesamten Fußball existenzielle Probleme?

"Es kommt darauf an, wie lange die Pause dauert. Kann in den nächsten Monaten, oder sogar ein Jahr lang nicht gespielt werden, steht der gesamte Fußball vor einem großen Problem. Aber vielleicht führt die Krise vor allem im Unterhaus zu einem Umdenken, wird der Fußball wieder als Hobby betrachtet und vor allem aus Spaß und Leidenschaft gekickt".

Wird die Welt nach Corona eine andere sein, oder nimmt die Globalisierung, deren Grenzen (Wirtschaftskrise 2008, Klimawandel, Corona-Pandemie) immer wieder aufgezeigt werden, wieder Fahrt auf oder erhöht sich das Tempo sogar?

"Ich glaube schon, dass sich die Welt verändern wird. Die Wirtschaft muss zwar in Schwung kommen, die totale Globalisierung sollte man jedoch überdenken. Es ist aber nicht einfach, Lösungen zu finden und die richtigen Entscheidungen zu treffen".

In der aktuellen Situation kann man klar erkennen, dass die Bevölkerung, wenn ihr ein Problem vor Augen geführt und deren Folgen bewusst gemacht wird, zu drastischen Einschränkungen bereit ist. Ist diese Krise vielleicht sogar die Chance, zum Beispiel den Klimawandel, der mittel- bzw. langfristig vermutlich mehr Opfer fordern wird als jeder Virus, aus einer anderen Sichtweise zu betrachen?

"In naher Zukunft ist der Klimawandel vermutlich ein weitaus größeres Problem, als es derzeit die Corona-Krise ist. Wir haben eine große Chance, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt für Veränderungen".

 

 

Zugänge:
Manuel Gratzl (Union Perg)
Timo Leitner (Union Feldkirchen/Donau)
Kristijan Ascic (zuletzt Union St. Martin/M.)

Abgänge:
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Transferliste OÖ Bezirksliga Nord

Testspiele:
2:0 gegen Union Feldkirchen/Donau (1N)
2:1 gegen Union Oepping (1N)
1:4 gegen UFC Rohrbach/Berg (LLO)
0:9 gegen SV Viktoria Marchtrenk (LLO)
1:3 gegen SV Haslach (1N)
3:6 gegen ASKÖ Blaue Elf Linz (1M)

Testspiele-Übersicht OÖ Bezirksliga Nord

 

Günter Schlenkrich 

 

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