Union Bad Hall ging enormes Risiko: Trennung von Erfolgscoach unmittelbar nach Sieg – sportlicher Leiter Alexander Meier im Interview

Auffallend früh im Herbst machte die Union Zorn Gestra Bad Hall mit einer Personalentscheidung auf sich aufmerksam, welche auf den ersten Blick wenig nachvollziehbar erschien. Man trennte sich unmittelbar nach dem 4:2-Heimsieg gegen die Amateure Steyr in Runde zwei von Trainer Gerhard Mandl – dem Mann, der die Truppe 2018 in die Bezirksliga Ost geführt und in der Folgesaison einen hervorragenden vierten Platz geholt hatte. Zum Zeitpunkt des Abbruchs im vergangenen Jahr hatte man unter ihm den starken fünften Platz innegehabt. Ein knappes halbes Jahr nach der Entlassung darf folgende Zwischenbilanz gezogen werden: Es war der absolut richtige Schritt, den der Verein gesetzt hatte. Im Gespräch mit Ligaportal.at gewährt der sportliche Leiter Alexander Meier Einblicke in eine turbulente Phase, welche die Union Bad Hall durchlebte.

 

Ligaportal: Warum ist der Verein zu der Entscheidung gekommen, mit Gerhard Mandl getrennte Wege zu gehen?

Meier: „Gerhards Zeit in Bad Hall war sehr erfolgreich. Wir haben aber schon früher gemerkt, dass etwas die Luft raus war. Die Mannschaft wollte mehr und es hat sich dann sehr früh in der Saison abgezeichnet, dass es in eine falsche Richtung geht. Mit Gerhard Lindinger war eine passende Alternative da. Diese Chance haben wir genutzt, um der Mannschaft einen neuen Input zu geben und alte Strukturen aufzubrechen. Aus Sicht des Vorstandes war das eine Harakiri-Aktion. Gerhard Mandl war ein beliebter Trainer, ein Urgestein. Zudem setzten wir diesen Schritt unmittelbar nach einem Sieg. Es wäre fatal gewesen, wenn uns das mit Gerhard Lindinger nicht so aufgegangen wäre.“

Ligaportal: Wie haben Sie die Mannschaft nach der Übernahme des neuen Coaches erlebt?

Meier: „Wir waren dann taktisch variabler und körperlich besser. Das Team holte acht Siege am Stück und blieb insgesamt neun Mal in Folge ungeschlagen. Es trat also der Effekt ein, den wir uns durch den Trainerwechsel erhofft haben. Wir haben eigentlich eine perfekte Hinrunde absolviert, wenn wir nicht im letzten Spiel des Herbstes 2:7 gegen Ansfelden untergegangen wären. Danach war die Stimmung schon sehr negativ. Diese Pleite soll aber die Leistungen der Hinrunde nicht schmälern.“

Ligaportal: Aktuell scheint ihr auf Rang zwei auf. Es ist ungewiss, wie viele Spiele im Frühjahr noch absolviert werden. Wie präsent ist das Thema Landesliga im Verein?

Meier: „Aktuell sind wir zufrieden mit dem, wo wir sind. Man muss immer auf die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und sportlichem Erfolg schauen. Wir haben eine super Mannschaft. 90% der Kaderspieler sind aus dem eigenen Nachwuchs. Das wollen wir auch so beibehalten. Es gab auch schon andere Zeiten in Bad Hall. Bei uns ist es so, dass wir nicht wie Oedt 1b oder Mitterkirchen mit der Brechstange aufsteigen wollen. Der Kader gibt es aber momentan her, dass wir ganz vorne mitspielen. Natürlich beschäftigt man sich dann auch mit einem möglichen Aufstieg. In diesem Sinne erfolgte auch irgendwie der Trainerwechsel. Wenn der Aufstieg gelingt, nehmen wir ihn gerne mit.“

Ligaportal: Wie sieht es mit Transferaktivitäten im Winter aus?

Meier: „Mit Iustin Alin Olariu haben wir ein 18-jähriges Talent von Vorwärts Steyr 1b geholt. Er sieht bei uns größere Chancen auf Einsatzzeiten. Ansonsten ist nichts mehr geplant. Der Kader ist groß und wir sind sehr zufrieden mit dem vorhandenen Spielermaterial. Die Akteure haben es sich verdient, dass sie auch im Frühjahr das Vertrauen genießen.“

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