Türkischer Profiverein schnappt Union Taiskirchen Top-Flügelspieler vor der Nase weg

Die Union Raiffeisen Taiskirchen beeindruckt traditionell mit einem schlagkräftigen Mix aus selbst ausgebildeten Leistungsträgern wie Raffael Feichtinger oder Josef Kreuzhuber, hungrigen Talenten wie Martin Wageneder und punktuellen Verstärkungen wie Nedzad Muratagic. Transferperioden verlaufen für gewöhnlich ruhig. Auf den ersten Blick schien das auch in der diesjährigen Winterübertrittszeit der Fall gewesen zu sein. Was sich aber hinter den Kulissen abspielte, war durchaus spektakulär und in dieser Form selten gesehen. Beinahe hätte man sich mit Sergen Yilmaz, Top-Flügelspieler aus der Rieder Akademie, verstärkt. Alles schien fixiert, ehe der 20-Jährige doch noch in der 2. türkischen Liga einen Profivertrag unterschrieb: TFF 1. Lig statt Bezirksliga West, Bosporus statt „Do is Kira“ – wie der Einheimische bisweilen zu sagen pflegt. Ligaportal.at sprach mit Trainer Stephan Hellwagner.

 

Ligaportal: Sergen Yilmaz wird ab sofort für den türkischen Profiverein Menemen Belediyespor Haber seine Qualitäten einbringen und nicht für die Union Taiskirchen. Wie ist das abgelaufen?

Hellwagner: „Ich kenne Sergen gut von unserer gemeinsamen Zeit in der Rieder Akademie. Er ist der beste Freund von unserem Mittelfeldspieler Nedzad Muratagic. Die Rieder haben ab Sommer nicht mehr mit Sergen geplant – warum auch immer. Das haben sie ihm aber erst nach dem Ende der Transferperiode gesagt. Dann kam das Ganze ins Laufen. Wir haben uns mit ihm zusammengesetzt und er zeigte Interesse, zu uns zu wechseln. Im Oktober hat er auch schon mit uns trainiert. Das war mit den Riedern so abgesprochen. Nedzad sagte dann, dass Sergen fix zu uns kommen wird. Wir haben uns natürlich sehr gefreut. Auf einmal wurden wir informiert, dass er einen Medizincheck bei einem türkischen Zweitligisten absolviert und einen Profivertrag unterschreibt. Natürlich ist das schade für uns. Ich gönne ihm aber diesen Schritt.“

Ligaportal: Was hätte man sich von Sergen Yilmaz erwarten dürfen?

Hellwagner: „Er wäre eine absolute Waffe für uns gewesen. Das ist ein Mentalitätsspieler, der zu gut ist für die Bezirksliga. Auf den Außenpositionen wäre er überall einsetzbar gewesen.“

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Ligaportal: Somit gab es bei euch gar keine Zu- beziehungsweise Abgänge. Warum hielt man sich am Transfermarkt zurück?

Hellwagner: „Mit Alexander Deschberger, der einen Muskelbündelriss hatte, und Michael Hörmandinger, der einen Kreuzbandriss erlitt, kommen zwei Langzeitverletzte zurück. Wir haben einen jungen, hungrigen Kader, der zu einem Großteil aus Taiskirchnern besteht. Wir sehen keinen Bedarf und vertrauen der Mannschaft, die in den vergangenen eineinhalb Jahren enorm begeistert hat.“

Ligaportal: Im Herbst gelangen starke 19 Zähler aus zwölf Partien. Was nehmt ihr euch mit? Worauf könnt ihr aufbauen?

Hellwagner: „Wir punkten mit mannschaftlicher Geschlossenheit. Das ist ein eingeschworener Haufen. Die Akteure spielen schon lange so zusammen. Äußerst positiv ist zudem, dass wir im Herbst keine einzige Heimniederlage kassierten. Nach dem Aufstieg hat die Mannschaft noch einmal eine extreme Entwicklung genommen – und diese ist noch nicht abgeschlossen. Das ist eine junge Truppe mit sehr viel Potential.“

Ligaportal: Wie motiviert sind Ihre Spieler aktuell in Sachen Heimtraining?

Hellwagner: „Ich habe noch nie so eine selbstdisziplinierte und professionell arbeitende Amateurmannschaft gesehen. Sie ziehen das Programm voll durch und pushen sich gegenseitig, indem sie Laufzeiten in die WhatsApp-Gruppe stellen. Die Jungs sind sicher topfit.“

 

Fotocredit: Reinhard Schröckelsberger

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