Bad Ischler Multi-Talent Gavric stürmt in den Stadtsenat

Möchte auch nach ihrer  aktiven Karriere den Frauenfußball nach besten Kräften fördern: Marija Gavric (Foto: privat) Mit 16 stürmte die Offensivspezialistin in der Salzburger Landesliga, posierte nach der Matura im Kostüm der Kaiserin Elisabeth für ihre Heimatstadt Bad Ischl, mit 20 nahm sie ihre Polit-Karriere als Gemeinderätin in Angriff und im jugendlichen Alter von 24 Lenzen erklomm sie im vergangenen Herbst als jüngste Stadträtin „ever“ der 14.000-Einwohnerstadt Bad Ischl ihren vorläufigen Karriere-Gipfel: Marija Gavric, seit Dezember 2019 unter anderem zuständig für Kultur-Städtepartnerschaften und Europaangelegenheiten in der Kaiserstadt. Ligaportal erkundigte sich bei der Publizistik-Studentin, inwieweit Ihre Begeisterung für den Sport in der Vergangenheit auch noch aktuell ihre politischen Ambitionen beeinflußt.

 

Marija, wann und wo begann Dein Interesse für den Mädchen- und Frauenfußball?

„Schon im Kindesalter. Ich habe nämlich zwei jüngere Brüder, welche beide noch aktiv im Verein spielen und die beiden weckten mein Interesse für den Fußball schon sehr früh. Schon damals, genauso wie heute verbrachte ich die Wochenenden auf der Tribüne am Fußballplatz. Als Kind habe ich oft mit dem Gedanken gespielt, aktiv im Verein zu spielen und zu trainieren, leider fehlte mir damals der Mut, um als einziges Mädchen mit den Burschen mit zu trainieren. Als dann 2009 die Frauenmannschaft in Ebensee gegründet würde, habe ich nicht lange gezögert“.

Von 2009 bis Frühjahr 2012 hast Du für die Union Ebensee gespielt und bist dann zum USK Hof gewechselt?

„Ja, mein damaliger Mathematiklehrer und in Oberösterreich sehr bekannter Trainer, Thomas Heißl, hat mich 2012 zum USK Hof gebracht. Ich habe zu dieser Zeit die Handelsakademie, mit dem Schwerpunkt Fußball, in Bad Ischl besucht. Meine Freundin, Lisa Holzinger, welche derzeit beim FC Altmünster spielt, und ich waren damals die ersten Frauen, welche sich dem Fußball-Training der Burschen in der Schule angeschlossen haben. Es war nicht immer einfach, aber rückblickend kann ich sagen, dass ich damals viel lernen konnte und die Wertschätzung gegenüber uns beiden immer da war. Nach meiner Zeit an der Handelsakademie, gab es dort sogar eine eigene Frauenmannschaft“.

Aus Ihrer Kickerinnen-Vita gibt es ein Gustostückerl aus Dezember 2010, ein Kopf-Tor in der Halle?

„Ich habe in den sechs Jahren etliche Turniere in der Halle gespielt, an das Gustostückerl vor zehn Jahren erinnere ich mich leider nicht“ (lacht).

Bei diesem Hallenturnier in St. Gilgen trafen Sie mit Ebensee auch auf die damalige Torschützenkönigin und aktuelle ÖFB-Regisseurin Sarah Zadrazil (damals USK Hof 1b)?

„Aus der Frauenmannschaft des USK Hof, haben zwei Frauen den Sprung in das Nationalteam und in die deutsche Bundesliga geschafft. Auch Laura Feiersinger spielte 2010 beim USK Hof und steht seit 2018 beim 1. FFC Frankfurt unter Vertrag steht. Es freut mich auch ganz besonders, dass der große FC Bayern Sarah Zadrazil vor einigen Wochen verpflichtet hat"

 

 

Möchte auch nach ihrer  aktiven Karriere den Frauenfußball nach besten Kräften fördern: Marija Gavric (Foto: privat)

 

Im September 2011 besiegelte Dein  „Goldtor“ den 1:0-Sieg der Union Ebensee gegen die Union Pettenbach?

„Ja, an das Tor erinnere ich mich noch gut. Nachdem wir in der bis dahin in der  Meisterschaft nur Niederlagen hinnehmen mussten, gelang uns da unser erster Auswärtssieg in Pettenbach“.

2012 bist Du zum USK Hof gewechselt und hast im Mai 2015 Dein letztes Meisterschaftsspiel bestritten, warum das frühe Karriere-Ende, war der Start zum politischen Engagement ausschlaggebend? 

„Ich habe danach noch einige Kleinfeld- und Hallenturniere gespielt. Aber die zeitlichen Ressourcen waren nicht mehr da. Ich habe damals nach der Matura gleich einen Job in der Tourismusbrache angenommen. Aufgrund von Wochenenddiensten und längeren Arbeitszeiten, war einfach keine Zeit mehr vorhanden, um drei Mal in der Woche zu trainieren und am Wochenende Spiele zu bestreiten“.

Was hat Dein besonderes Interesse an der Politik geweckt?

„Ich bin in die Politik gegangen, um etwas zu verändern und um Menschen zu helfen, die Hilfe benötigen. Als Kommunalpolitikerin habe ich die Möglichkeit, ständig in direkten Kontakt mit Menschen aus der Gemeinde zu stehen. Man kennt die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger, und erkennt schnell, wo es Handlungsbedarf gibt. Die Arbeit als Stadträtin in Bad Ischl erfüllt mich und ich bin froh, dieses Amt ausüben zu dürfen“. 

Wie weit ist Dein Publizistik-Studium mittlerweile gediehen?

„Ehrlicherweise habe ich mich seit meiner Angelobung als Stadträtin wenig mit dem Studium beschäftigen können. Die Zeit während des Lock-Downs habe ich genutzt, um einige Prüfungen online zu absolvieren“.

Im Frühjahr 2019 hast Du Dich sich sehr verdient um die Organisation eines internationales U16-Burschenturnieres in Bad Ischl gemacht, wo siehst Du ähnliche Chancen für den Mädchen- und Frauenfußball im Salzkammergut?

„Ja, gemeinsam mit unserer Bürgermeisterin Ines Schiller, damals noch Sozialstadträtin, haben wir ein Drei-Länder-Turnier mit unseren Partnerstädten Opatija und Gödöllö organisiert. Außer in Altmünster und Mondsee gibt es in der Region leider keine weiteren Frauenmannschaften. Ein internationales Turnier könnte man auch mit einen dieser beiden Vereine andenken“.

 Böten sich Dir hier als Obfrau des Kulturausschusses, der auch für Europa-Angelegenheiten zuständig ist, durch das Projekt „Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024“, größere Möglichkeiten für den Frauenfußball im Salzkammergut?

„Im Zuge der Kulturhauptstadt werden sich bestimmt auch für den Sport großartige Möglichkeiten ergeben. Auch Fußball ist ein Teil der Kultur, vor allem die Fankultur im Fußball ist für mich immer ein spannendes Thema. Beispielsweise in Rijeka, der Kulturhaupstadt 2020, spielt die Fankultur auch eine bedeutende und zentrale Rolle“.

Was wünscht du dir für die Zukunft des Frauenfußballs?

„Speziell beim Frauenfußball gibt es großen Handlungsbedarf, das ist kein Problem nur im Salzkammergut, sondern ein österreichweites. Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Fußball sind auch 2020 noch immer eklatant. Auch wenn es in den vergangenen Jahren viele Initiativen dazu gegeben hat. Es gibt noch immer deutlich weniger Mädchenteams, die Fantribünen sind oftmals stark männlich dominiert, Funktionäre sind selten Funktionärinnen. Fußball sollte aber für alle da sein, egal, ob jung oder alt und Frau oder Mann."

Danke für Deine kostbare Zeit und viel Glück für alle Deine weiteren Vorhaben!

 

 

Marija`s Kopftor bescherte Union Ebensee den „Dreier“ in Pettenbach! (Foto: privat)

 

 

Helmut Pichler

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