Neustart: St. Oswald-Mädels werfen ihren Turbo in der Frauenklasse an!

Mit dem Löwenmut, der sie auf ihrem Höhenflug seit etlichen Jahren ausgezeichnet, war die Frauen-Elf aus St. Oswald/Freistadt auch in den Herbst 2020 gestartet. Auf „Startschwierigkeiten“ folgte eine Aufholjagd, die mit dem starken 6. Platz (nur 2 Punkte Rückstand auf Rang 3!) belohnt und mit dem sensationellen 2:1- Cuperfolg beim „Ligakrösus“ SV Fenastra Krenglbach gekrönt wurde, aber dann kam es knüppeldick: Babypause, Auslandsstudium, Karriere-Ende und zuletzt der „Fischfang“ des LASK schwächten den Kader der Mühlviertlerinnen so entscheidend, dass die ehrgeizigen und leistungsbewussten Fußballerinnen um ihre Konkurrenzfähigkeit in O.Ö. höchster Liga bangten. Da zogen sie selbst die „Reißleine“ und wechseln ab der Herbstsaison in die niedrigste Leistungsklasse Oberösterreichs, die Frauenklasse Nord/Ost. LIGAPORTAL interviewte zu dieser mutigen Aktion der „Stehauf-Ladies“ die resolute Kapitänin, Carina Reindl:

Carina, meinen großen Respekt vor Eurer Entscheidung habt Ihr, aber wäre eine Fortsetzung in der LT1- O.Ö.- Liga nicht doch mit Euren vielen Nachwuchstalenten möglich gewesen?

Reindl: „Sicher nicht. Unsere jungen Kickerinnen sind entweder aus dem Nachwuchs von Vereinen zu uns gekommen oder haben ganz neu mit Fußball begonnen. Aus der erstgenannten Gruppe haben aber wegen Corona einige das Handtuch geworfen. So verkündeten unsere zwei Freistädter Youngsters Lisa Ortner und Alexandra Koller ihr Karriereende im Frühjahr 2021. Melanie Pum verabschiedete sich zuvor schon in die Babypause. Weiters wusste man, dass auch Joela Leitner im Herbst 2021 nicht zur Verfügung stehen würde, da sie ein halbes Jahr im Ausland verbringen wird. Nach dem Exodus von Sarah Pum, Lisa Feilmayr und Lea Pilgerstorfer zum Lask halten wir bei 7 Abgängen, da war klar, so kann es nicht weitergehen, zumindest nicht in der höchsten Spielklasse Oberösterreichs.“

Eure Konsequenz?

„Da der Nennungsschluss (1. Juni) für die Nennung zur Liga immer näher rückte, beriet der gesamte Kader und wir entschlossen uns zum Antreten in der Frauenklasse, wobei uns dieser Entschluss zwar sehr schwerfiel, aber einstimmig erfolgte. Eigentlich hätten wir uns ja die Landesliga leistungstechnisch vorstellen können, aber mehrere Antworten des OÖFV waren abschlägig und so müssen wir uns eben damit abfinden.

Unser neuer Trainer Christian Weilguny versprach, uns bei diesem Projekt „USV St. Oswald Damen 2.0“ mitzuziehen und damit war für uns alles klar. Wir hatten die richtige Entscheidung getroffen und auch Christian davon überzeugt. Wir werden alles daransetzen, unseren Kader wieder zu vergrößern und auf Nachwuchstalente zu bauen.

Die LT1- O.Ö.-Liga verkommt 2021/22 wieder zur Neuner-, wahrscheinlich sogar 8-er-Liga, wärt Ihr trotzdem gerne dabei?

„In der Top-Liga zu spielen ist trotz aller Einschränkungen ein ganz besonderer Ansporn, aber bei uns im Moment leistungstechnisch nicht möglich“.

Überwiegt der Schmerz oder Ärger über den „Aderlass“ oder die Zuversicht für Eure Zukunft?

„Natürlich ist es schade, dass sich unser Kader so rapide verkleinert und verändert hat, nichtsdestotrotz sehen wir optimistisch in die Zukunft. Zur Hoffnung auf eine gute Entwicklung berechtigt unser Nachwuchs. Allein im St. Oswalder Nachwuchs sind viele fußballbegeisterte Mädels, die sich schon freuen, einmal für die Frauen- Kampfmannschaft zu spielen.“

Ihr habt im Winter Christian Weilguny als neuen Cheftrainer verpflichten können, hätte Ihr nach dem Abgang von Michi Tucho auch ohne Coach weitergespielt?

„Ganz sicher, denn wir lassen uns nicht unterkriegen, eine Auflösung des Teams kommt uns ganz sicher nicht in den Sinn. Und hätte uns auch Christian Weilguny, nach den zahlreichen Abgängen wieder verlassen, dann wären wir halt wieder auf Trainersuche gegangen“(lacht).

Bleibt Eure 1b, dann wäre Euer Kader ja überdimensioniert?

„Nein, A- und 1b- Team werden zu einem Kader zusammengefasst, denn es gab auch in der 1b zahlreiche Abgänge“.

Ihr habt Erfolgstrainer Michi Tucho ziehen lassen, was verdankt Ihr ihm?

„Michi wollte nach Beendigung seiner Trainer-Ausbildung eine neue Herausforderung annehmen, das haben wir ihm genehmigt (lacht). Im Ernst: wir haben mit ihm so lange trainiert, haben spielerisch sehr viel dazugelernt, wurden von ihm aber auch sozial sehr geprägt. Wir werden die gemeinsame Zeit nie vergessen, er war extrem wichtig, wir haben mit ihm so viel Erfolge gefeiert und ich denke, auch für ihn war die Zeit mit uns sehr lehrreich.“

Euer Urgestein Günter Reisinger bleibt Euch erhalten?

„Ja, Günter ist als Co-Trainer eingebunden, er ist mit so viel Herzblut bei der Sache, für uns einfach unverzichtbar.“

Wünscht Ihr den Wechselspielerinnen trotzdem Glück?

„Ja, sicher. Wir haben es immer so gehalten, wenn eine Spielerin gehen wollte, habe wir ihr nichts in den Weg gelegt, natürlich ist dann immer eine Abschiedsfeier zwingend vorgesehen (lacht). Wir freuen uns immer, wenn uns „Ehemalige“ besuchen und halten den Kontakt auch aufrecht, manche kehren auch zurück und werden wieder gerne aufgenommen“.

Sehen wir es positiv: können häufige Siege in der Frauenkasse eine Mut Injektion für Eure Talente sein?

„Klar, Erfolge können stimulieren und ihr Selbstvertrauen stärken, ganz sicher.

Rechnet Ihr wieder mit Eurem legendären Publikum?

„Ich denke, unsere treuen Fans bekommen wahrscheinlich mehr Tore als in der LT1. O.Ö. Liga zu sehen, es wird uns sicher wieder anfeuern. Außerdem lebt ja das „Lokalderby“ gegen Kefermarkt wieder auf. Diese Mädels bewundere ich, wie sie mit ihrem knappen Kader Jahr für Jahr wieder einen Meisterschaftsbetrieb schaffen. Und dann treffen wir ja auch wieder auf gute Bekannte von der SPG Aschach/Steyr/St. Ulrich.“

Werden Euch Eure Sponsoren treu bleiben?

Das nehme ich schon an, denn unser facebook-Auftritt bleibt ja auch erhalten und ich denke, dass deren Unterstützung weiterhin unserer Mannschaft gilt, die ihr Bestes geben will und sich mit neuem Kader wieder zurückkämpfen will. Nach unserer „Delle“ 2014 mit beinahe dem endgültigen „Aus“ haben wir uns wieder erfangen und in den letzten Jahren Stufe um Stufe nach oben gearbeitet. Jetzt gilt dieselbe Einstellung“.

 Danke für das ausführliche Gespräch und ganz viel Glück für Eure Vorhaben!

 

Gibt ab Herbst in der Frauenklasse Nord/Ost Vollgas: der USV St.Oswald/Freistadt (Foto: Verein)

Dr. Helmut Pichler


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