Dreifach-Torschützin Lackner: „Bin optimistisch, dass wir "oben" mithalten können!“

Die routinierte Torjägerin drückte in der Relegation zur 2. Frauen-Bundesliga zwischen SV Fenastra Krenglbach und SV Wernberg beiden Begegnungen ihren Stempel auf: beim 2:1 in Kärnten verwandelte die nervenstarke Kapitänin Sarah Lackner in der 89. Minute einen Elfer zum Auswärtssieg, am Samstag hatte sie mit 3 Treffern den Hauptanteil am 4:2- Heimsieg.

Das Ligaportal gratulierte zu diesen Sonderleistungen und wollte von der früheren ÖFB-U 19-Internationalen auch ihre Vorstellungen von der sportlichen Zukunft  wissen:

 

Sarah, gratuliere zum Triple-Pack, wie hast Du Dich auf dieses Aufstiegsduell vorbereitet?

„Nicht anders, wie zu jedem anderen Pflichtspiel. Wir hatten ja nur wenige Wochen Zeit, ein Mannschaftstraining abzuhalten, wie auch unsere Gegnerinnen. Vorher war es jeder Spielerin im Individualtraining vorbehalten, sich in Schwung zu bringen und ich gebe zu, da war ich ein bisserl faul (lacht).“

Hat aber Deiner Treffsicherheit nicht geschadet, ehrlich, wie hast Du Eure Chancen vor dem Hinspiel in Kärnten eingeschätzt?

„Das war schwierig, weil wir keine Ahnung von deren Spielstärke hatten, ist mir in meiner Laufbahn auch noch nicht passiert, es waren gemischte Gefühle vor dem Anpfiff, aber bei mir eher Neugier als Nervosität. Wir mussten auf unsere Stärken bauen und beschlossen, unser Spiel durchzuziehen“.

Wie waren Deine Erwartungen vor dem Rückspiel, erstmals wieder vor Publikum?

„Wir hatten zwar auf unsere Fans gehofft, aber Du kannst nicht von jedem Besucher erwarten, dass er an einem Samstag- Abend um 18 Uhr bei 35 Grad auf den Sportplatz kommt. Wir wurden dann sensationell von zahlreichen Fans angefeuert, sie haben uns ähnlich getragen wir bei den Cupsiegen gegen den FC Südburgenland und gegen den FC Wacker Innsbruck, ein einmaliges Gefühl für uns Spielerinnen. Wenn das Anhang so hinter Dir steht, überstehst Du auch Situationen wie nach dem 2:2.Und unser Männerteam hat den Ausschank besorgt und auch sonst sehr viele Vorbereitungen getroffen, dafür möchte wir uns auch hier herzlich bedanken".

Du bist momentan mit der Kapitäninnen-Binde unterwegs, wie lange voraussichtlich?

„Ist nur eine Übergangslösung für Vanessa (Hörmanseder), ich hoffe, dass sie recht bald zurückkommt. Wir wissen es alle nicht genau, aber es könnte sein, dass sie bei ihren Knochenbrüchen bei glattem Heilungsprozess wesentlich früher als nach Bänderverletzungen wieder fit wird. Wir haben, ohne Übertreibung, für sie gespielt und es freut mich enorm, dass sie vielleicht schon im Verlauf des Herbstes die Chance hat, dass sie in der Bundesliga spielen kann, wovon sie schon so lange träumt".

Du hast im Finish ja sogar in der Abwehr ausgeholfen?

„Weil ich schon ein wenig müde war, (lächelt) aber auch weil ich aus Erfahrung weiß, wann die Mädels in der Abwehr zusätzliche Unterstützung brauchen. Auch wegen der Sonderbewachung lasse ich mich manchmal etwas in die Etappe zurückfallen.“

Spielte bei Deinem Solo und dem darauffolgenden Gewaltschuss zum 3:2, auch Frust über den 2:2 Ausgleich mit?

,„Ja, da habe ich mich deshalb geärgert, weil wir die ganze Zeit die bessere Mannschaft waren, 2 blöde Tore bekamen, warum auch immer, und da habe ich dann meine ganze noch vorhandene Energie hineingelegt“.

Eure Ausfälle in den letzten Jahren sind zahlreich und schwerwiegend, wie motiviert Ihr Euch immer wieder so großartig?

„“Das zeigt unsere Mentalität, wir wissen, wie schwer wir es schon hatten, denn mit 10 großen Operationen in den letzten Jahren bist Du schätzungsweise live dabei, und wir geben dann Vollgas für die verhinderten Teamkolleginnen. Gerade bei so „engen“ Spielen wirkt sich das dann aus, auch die Verletzten sind bei uns dabei, keine sondert sich ab und jede versucht, uns halt dann anderweitig zu unterstützen. Zum homogenen Mannschaftsgefüge trägt auch entscheidend bei, dass wir bei Fehlern nicht schimpfen, sondern daraus lernen und uns verbessern. Eine hilft der anderen, das ist eine unserer ganz großen Stärken“.

Euer Kader erscheint nicht allzu groß, wird er verstärkt?

„Da bin ich nicht so genau informiert, es gibt ja noch Gespräche, aber sehr viel größer wird unser Aufgebot nicht werden, bevor Du mich nach einer neuen Torhüterin fragst: es ist höchst Zeit, Judit (Wastlbauer) DANKE zu sagen, sie hat am Samstag wieder eine grandiose Partie geliefert und sich selbstlos als Torhüterin zur Verfügung gestellt, weil sie damit dem Team am besten helfen kann…siehe vorhergehende Antwort“.

Was ist bei einem Engagement bei einem Team für Dich das Wichtigste: die Spielklasse, die sportliche Aussichten, berufliche Aussichten oder der Teamgeist?

„Eine Mischung aus allen 4 Komponenten, es gilt, dabei das Gleichgewicht zu finden. Sportlicher Ehrgeiz ist sehr wichtig, aber man muss auch Abstriche machen, ich wollte Z.B. nicht wieder so weit reisen, und werde trotzdem ab Herbst wieder zwischen Vorarlberg und Burgenland pendeln“.

Was erwartest Du von der 2. Liga?

„Ich gönne es allen Mitspielerinnen von Herzen, dass sie Erlebnisse haben und Erfahrungen machen werden, die ich schon einmal sammeln konnte. Sie sollen Spaß haben und möglichst viel von den Eindrücken mitnehmen können. Ich bin auch optimistisch und zuversichtlich, dass wir oben mitspielen können. Von den  Vereinsverantwortlichen  wurde uns keinerlei Druck auferlegt, wie wir abschneiden „,müssen“, alle raten uns, die höhere Spielklasse einfach zu „genießen“. Sie freuen sich mit uns, dass wir uns den Aufstieg selbst erarbeitet haben und ihn uns auch verdient haben"

Ist die Aussicht auf Derbies gegen Deinen Ex-Klub- Union Kleinmünchen und Geretsberg für Dich reizvoll?

„Hinsichtlich der Linzerinnen kennst Du meine Antwort, das ist immer ein eigenes Erlebnis, aber jetzt kommt noch dazu, dass ich mit meinem neuen Team auf derselben Ebene antreten kann. Auch Geretsberg kennen wir aus einigen Spielen, es wird spannend.“

Kann man sagen, Du hast nach Wanderjahren jetzt Deine sportliche Heimat gefunden?

"Ja, was da in Krenglbach passiert, ist und da lehne ich mich gerne aus dem Fenster, ziemlich einmalig in (Ober)Österreich, der Zusammenhalt, das Zusammenspiel zwischen Verein, Trainer, Manager, Funktionären, Männerteam, Fans…."

Solltet Ihr den Klassenerhalt nicht schaffen, würdest Du in Krenglbach bleiben?

„Sicher, das steht außer Frage, egal, wie jetzt die nächste Saison verläuft. Schaffen wir den Klassenerhalt, freue ich mich sehr, wenn es nicht klappt, fällt für uns auch nicht die Welt zusammen“.

Was wären dann die nächsten Ziele?

„Sehr einfach, wir würden es wieder versuchen, aufzusteigen. Aber das ist in weiterer Zukunft, im Herbst stürzen wir uns in das aufregende Abenteuer: „2. Frauen-Bundesliga“.

Dafür wünsche ich Dir und allen Deinen Mitstreiterinnen ein bestmögliches Debüt!

Hatte die Schussstiefel schon wieder bestens geschnürt: Sarah Lackner (blauer Dress, Foto: Christina Hofinger)

Dr. Helmut Pichler


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