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„Doppelte“ Hofinger: aus sportlichem „Seitensprung“ wurde eine weitere Erfolgsgeschichte!

Auf Badminton und Fußball verteilt Natalie Hofinger (SV Högl Taufkirchen) seit Jahren erfolgreich ihren totalen Einsatz und ihre kostbare Freizeit: Welche „Bilanz“ sie darüber zieht, verriet die Steuerexpertin dem „Ligaportal“ im ausführlichen Interview:

 

Natalie, in 235 Spielen hast Du 257 Tore erzielt, war Fußball schon immer Deine große Leidenschaft?

Hofinger: „Es lief bei mir sportlich eigentlich umgekehrt, schon im Volksschulalter, etwa mit 8 Jahren, habe ich mich für Badminton interessiert und in Andorf gespielt. Die schnellen Ballwechsel und die zahlreichen kurzen Sprints haben es mir angetan. Meine damalige Trainerin riet mir dann, „leichtfüßiger“ zu werden, indem ich entweder intensiv „Schnurspringen“ übe oder mit dem Fußball beginne. Klarerweise habe ich mich für das Letztere entschieden.“

Du hast mit 16 Jahren wo begonnen?

„Angefangen habe ich beim SV Taufkirchen unter Trainer Josef Glas, als beim FC Andorf mit dem Frauenfußball begonnen wurde, habe ich mich, als gebürtige Andorferin, natürlich bereit erklärt, beim Aufbau der Damenmannschaft auch als Spielerin zu helfen. MIt 198 Toren in 128 Spielen ist mir das ganz gut geglückt, ich wurde in  jeder Saison Torschützenkönigin". 

2015 sollte eine Spielgemeinschaft (SPG Pramtal nach Vorarlberger Beispiel) mit den Vereinen Andorf, Riedau und Taufkirchen/Pr. gebildet werden, dies wurde den Initiatoren aber untersagt, weil laut OÖFV keine Spielgemeinschaft mit 3 Vereinen möglich ist. Vielleicht hätten wir besser eine Spielvereinigung (SPVI) bilden sollen, damit hätten wir einen großen Bereich im Innviertel abgedeckt. Nach Auflösung der Damenmannschaft beim FC Andorf holte mich der damalige Trainer des SV Taufkirchen, Andreas Lorenz, wieder zurück zum Verein“.

Ihr seid 2016 Meister geworden samt Aufstieg in die 2. Frauen-Liga Mitte-West?

„Ja, das war fußballerisch mein größter persönlicher Erfolg“.

 

Natalie (links) im Kopfball-Duell mit der Skisprung-Legende und Fußballerin Daniela Iraschko-Stolz (Wacker Innsbruck).......

 

 

Im Gegensatz dazu: wurdest Du von schweren Verletzungen geplagt?

„Ja, 2018 habe ich mir nach Fremdeinwirkung das Kreuzband gerissen, 2019 bin ich in Kleinmünchen nach einem Kopfball schräg aufgekommen und das andere Kreuzband war gerissen. Ich habe mich gegen die Operationen entschieden, und kompensiere die fehlenden Kreuzbänder durch den wöchentlichen Besuch im Fitness-Studio um die Oberschenkel-Muskulatur zu stärken, um weiterhin fit zu bleiben“.

Mit mindestens 1 Tor pro Spiel erübrigt sich eigentlich meine Frage nach Deiner Lieblingsposition?

„Immer Mittelstürmerin mit der Nummer 9“.

Zu Deinem „Zwillings“-Lieblingssport Badminton, wie ging es mit dem ATV Andorf Badminton weiter?

„Wir spielten Bundesliga, aber als die Konkurrenten begannen, immer mehr ausländische Spieler zu engagieren, wollte der damalige Vereinsvorstand diese Vorgehensweise nicht mittragen und wir stiegen als Tabellendritter freiwillig aus der Bundesliga ab. Ich wechselte dann zum BSC 70 Linz, bin zuerst nur „gependelt“ und es wurden dann aber 10 Jahre, die ich dort gespielt habe, wir wurden Dritter in der Bundesliga und vielfacher O.Ö. Mannschaftsmeister. Nach den schweren Verletzungen habe ich mich entschlossen, wieder zu meinem Heimatverein zurückzukehren, wir spielen derzeit in der 1. Landesliga“.

Gab es für Dich im Fußball oder Badminton Vorbilder?

„Im Fußball nicht und beim Badminton ist es so, dass es in Europa (außer in Dänemark) keine so große Rolle spielt wie in Asien. Dort genießen die besten Spieler Kultstatus, vergleichbar etwa mit Ronaldo und Co. im Fußball. Derzeit gibt es nur in Spanien eine Spielerin namens Carolina Marin, die sehr viel erreicht hat, als Olympiasiegerin und mehrfache Welt- und Europameisterin.

 

.... und hoch konzentriert in der Badminton-Bundesliga für den BSC 70 Linz (beide Fotos: Christina Hofinger) 

 

Wie schaffst Du alle Deine Aktivitäten zeitlich?

„Nach wie vor laufen beide Sportarten parallel, je einmal Training und ein Spiel pro Woche, wobei Badminton-Runden nur 14-tägig ausgetragen werden, dazu der Fitnesstag und das Badminton-Kindertraining, insgesamt ein dichtes Programm“.

Welche Sportart ist anstrengender?

„Im Endeffekt Badminton, zwischen den intensiven Ballwechseln gibt es kaum eine Pause, während im Fußball doch die eine oder andere Verschnaufpause drinnen ist.

Du genießt die volle Unterstützung durch Deine Familie?

„Meine Mutter war früher natürlich sehr gefragt, als ich noch keinen Führerschein hatte und sie mich zu den Badminton-Turnieren durch ganz Österreich chauffierte, damals hat sie auch angefangen beim Sport zu fotografieren.“

Du warst in Taufkirchen auch schon als Sektionsleiterin aktiv, bist Du auch als Trainerin tätig?

Im Badminton habe ich beim BSC 70 Linz Kinder zwischen 6 und 12 Jahren betreut, das habe ich jetzt in Andorf übernommen. Die Trainerarbeit ist für mich Motivation, wenn die Kids mit großer Begeisterung dabei sind, wenn sie ihre ersten Bälle treffen und Erfolgserlebnisse haben. Beim Kindertraining geht es noch nicht um Leistung, sondern um Freude an der Bewegung, am Sport und an der Gemeinschaft.“

Inwieweit hat Corona Deine Aktivitäten behindert?

„So wie bei allen: totale Blockade, alles war stillgelegt, wir durften nicht in die Halle, nur das Laufen ist mir geblieben, aber jetzt ist erstmal wieder alles Im Lot“.

 

Du hast mit dem SV Högl Taufkirchen im Herbst gegen den LASK mit 0:10 verloren, wie geht es da der ehrgeizigen Sportlerin?

„Für eine Spielerin hat es keinerlei Reiz, gegen ein derartiges „Star-Ensemble“ und einen übermächtigen Gegner anzutreten, der mit „fremden Federn“ geschmückt ist. Da steckt keine eigene Aufbauarbeit, keine eigene Entwicklung der jungen Spielerinnen dahinter. Fußball lebt ganz besonders bei den Frauen von der Begeisterung, der Gemeinschaft, bei den „Mescha“ geht ja nicht um finanzielle Anreize. Schade auch für die Ergänzungsspielerinnen, da sie ja nicht einmal bei einer hohen Halbzeitführung genügend Einsatzzeiten bekommen. Bleibt für uns im Innviertel nur die Hoffnung, dass die SV Ried keinen ähnlichen Weg beschreitet und noch mehr kleine Vereine und deren erfolgreiche Arbeit im Frauenfußball zerstört wird.

 

Wie geht es Deiner Ansicht nach mit dem SV Högl Taufkirchen weiter?

„In die Überlegungen bin ich nicht wirklich eingebunden, weil ich nach dieser Meisterschaft meine Karriere im Fußball beenden werde“.

Was wolltest Du schon immer den Medien sagen?

„Dass die Berichterstattung über Frauenfußball in den Printmedien weiter ausgebaut werden sollte, z.B. auch in der Beilage „Unterhaus“ und den Bezirksblättern der OÖN.“

Dein größter persönlicher Wunsch in sportlicher Hinsicht für die Zukunft?

„Dass ich die aktuelle Saison ohne schwere Verletzung beenden und dann meinen „fußballerischen“ Ruhestand“ genießen kann“.

Danke für Deine Bereitschaft zum ausgiebigen Gespräch und Alles Gute für Deine Zukunft!

Helmut Pichler


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