Interview mit Helmut Köglberger


von Philipp Eitzinger


Helmut Köglberger, Ex-Trainer Union Perg

Herr Köglberger, Perg überwintert als Vorletzter. Worin sehen Sie die Gründe dafür?

Wir haben an und für sich ganz neu begonnen und Spieler aus dem unteren Bereich geholt. Zu Beginn haben wir große Probleme in der Vorbereitung gehabt, die war sehr schwach, weil da auch Spieler auf Urlaub waren. Ich habe schnell gemerkt, dass wir gerade körperlich sehr weit weg von OÖ-Liga-Niveau waren, das mussten wir erst aufholen. Dazu kamen viele Spieler, die lange Zeit verletzt ausfielen. Es ist aber nicht so schlecht gewesen, wie es aussieht. In den 13 Spielen waren wir nur zwei Mal wirklich chancenlos, sonst hat uns zumeist nur ein Tor gefehlt.

Wo sehen Sie die größten Probleme und wo die Stärken bei Perg?
Wir waren vor allem, was die Durchschlagskraft angeht, schwach. Trotz fünf oder sechs Stangenschüssen, das war nicht gut. Wir haben daheim 3:3 gegen Vöcklamarkt gespielt, aber insgesamt eine Tordifferenz von 6:7, das sagt alles. Von ehemaligen Regionalliga-Spielern wie Kaba und Großalber durfte man mehr erwarten. Wir haben keinen Lauf starten können, und kaum einmal mit derselben Mannschaft spielen können. Die Abwehrleistungen waren zuletzt ganz gut, aber es gab halt immer wieder individuelle Fehler. Körperlich hatten wir am Ende zwar kein Problem mehr, aber im letzten Spiel gegen Altheim hat man es wieder gesehen: Wir hatten die Partie im Griff, mussten dann umstellen und haben doch noch verloren. Aber dennoch, es hat nicht viel gefehlt. Wir hatten fast in jeder Partie Chancen auf Punkte gehabt.

Was führte schließlich zum Ende der Zusammenarbeit mit Union Perg?
Das kann ich nicht sagen, eigentlich ist die ganze Situation komisch. Wir sind im Sommer schon auf das Minimum zurückgefahren und haben eine sehr billige Mannschaft, obwohl mit Sponsor AVE wohl durchaus das Geld da gewesen wäre. So haben wir mit einer unerfahrenen Truppe gespielt, stehen hinten drin. Und wie es jetzt zu finanziellen Engpässen kommen soll, kann ich mir auch nicht erklären. Das ist für mich ein Rätsel…

Wer war für Sie der überragende Spieler der Radio OÖ-Liga im Herbst und warum?
Der bester Spieler war Alex Bauer von Sattledt, der hat sehr stark gespielt. Ich habe ihn ein paar Mal gesehen, der kann den Ball halten und in jeder Phase das Spiel führen. Dazu ist er aus Standards auch noch gefährlich. Er hat das Spiel vorne gehalten, was uns zum Beispiel oft nicht gelungen ist. Überragend, ein echter Führungsspieler.

Wer wird Meister und warum? Und wer steigt ab?

Blau Weiß, weil es die reifere Mannschaft ist. Sie haben Probleme gehabt, aber sie wollen auch wirklich hinauf, und sie werden es auch schaffen. Was den Abstieg betrifft, kommt es darauf an, wie viele aus der Regionalliga herunterkommen. In der OÖ-Liga hat es sich in den letzten zwei, drei Wochen etwas gelichtet, da waren viele Mannschaften dabei. Am meisten gefährdet sind sicher Traun, Perg und Weißkirchen. Aber ein Schuss, und man ist wieder voll dabei. Der oder die Absteiger werden aus den Teams kommen, die jetzt die letzten fünf sind. Ich hätte uns mit Perg durchaus zugetraut, drinzubleiben.

Die EM im eigenen Land steht an: Wer wird Europameister? Was ist für Österreich möglich?
Wir haben keine Chance, trotz Heimvorteil. Ich glaube, dass sich das einfach nicht ausgehen wird. Das ist ein anderes Niveau, auf dem das abläuft. Als Favoriten sehe ich Italien. Die sind ganz stark, sehr ökonomisch, von der taktischen Ordnung, die lassen fast nichts zu. Auch Holland hat sehr gute Fußballer.

Zum OÖ-Liga-Portal: Anregungen, Kritik, Wünsche?
Es machen noch zu wenige Vereine mit. Die Videos sind eine tolle Idee, aber es sind halt immer die gleichen Mannschaften dabei. Da müssten sich die Vereinsverantwortlichen mehr ins Zeug legen. Und was die Interviews angeht, kann man sicher noch mehr rausholen. Man sollte mehr hinterfragen und Fragen stellen, die mehr in die Tiefe gehen – was man sich wie vorgenommen hat, warum es funktioniert hat, oder warum es eben nicht funktioniert hat. Da kann man von Interviews in Deutschland durchaus noch etwas lernen.

Herr Köglberger, danke für das Gespräch!

 

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