"Goalumne": Der Vorsatz als Vorwurf


von Raphael Oberndorfinger

Aufstockung auf vier Schiedsrichterassistenten, Einführung des Videobeweises oder Einsatz eines Balles mit inkludiertem Mikrochip? Das International Football Association Board, ein Gremium für Regelfragen im Weltfußball, diskutierte vergangenen Samstag in Schottland über mögliche Verbesserungen bei der Erfassung entscheidender Spielsituationen. Zu einem Zeitpunkt, als in Österreich wegen diverser Fehlpfiffe der Schiedsrichter einmal mehr die Wogen hochgingen. Weshalb technische Hilfsmittel sicher empfehlenswert wären, auch wenn es dazu zweifellos geteilte Meinungen gibt. Im Amateurbereich werden diese ohnehin noch lange kein Thema sein. Was dem Spiel mit dem runden Leder in den Niederungen der Verbandsstrukturen immerhin seinen Charme bewahrt, zumal nicht eines um Millionen Euro wie in der Champions League oder im Titelkampf der T-Mobile-Liga von Fehlpfiffen beeinflusst werden kann. 

Im Grunde geht es jedoch um das selbe: Denn Fehlentscheidungen können zum Greifen nahe Erfolge, mitunter jahrelange Aufbauarbeit und damit lang gehegte Träume kurz vor dem Ziel binnen einem Bruchteil einer Sekunde vernichten. Was nur unterstreicht, welche Verantwortung jeder Schiedsrichter mit sich herumträgt, ehe der Anstoß erfolgt ist – und sich trotzdem ein ums andere Mal der Herausforderung stellt. Dem Risiko nämlich, mit Bierduschen „belohnt“, wie Treibvieh von der Meute gejagt und von emotionalisierten Funktionären und Spielern angeflegelt zu werden. Sollte das vor dem sehnsüchtig erwarteten Ankick zur Frühjahrssaison der OÖ-Liga nicht zu denken geben? 

Vor allem, wenn man sich an das letzte Aufeinandertreffen von Perg und den LASK/Amateuren im Machland-Stadion am 6. April 2004 erinnert. Bei dem beide Teams gegen den Abstieg aus der Regionalliga kämpften, und nach dem die benachteiligten Linzer zu Recht Protest einlegten und das Spiel auch neu ausgetragen wurde, da ein Perger zweimal die gelbe, aber entgegen der eigentlich logischen Konsequenz davon nicht die rote Karte gesehen hatte – weil sich Referee Leidlmayr bei der ersten Verwarnung versehentlich eine falsche Rückennummer notiert hatte. Ein Fauxpas, der menschlich und daher verzeihbar gewesen wäre. Nicht aber Leidlmayrs nachträgliche Manipulation des Spielberichts, um seinen Fehler zu vertuschen. Solche vorsätzlichen Handlungen dürfen bei den Opfern echte Empörung hervorrufen! Nicht aber der unbeabsichtigte Fehlpfiff eines Unparteiischen, der Woche für Woche in Kauf nimmt, zum Buhmann gestempelt zu werden.


 

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