„Junge Spieler blenden es aus, bei arrivierten ist das anders!“ – Trainer Wolfgang Gruber über die Krise und deren Folgen

Bei der Union T.T.I. St. Florian legt man den Fokus bereits voll auf die Zukunft. Deshalb bastelt Trainer Wolfgang Gruber gemeinsam mit der Vereinsführung am Kader für die neue Saison in der Oberösterreich-Liga. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bringen aber zweifelsohne Unsicherheiten mit sich, die erwähntes Vorgehen in gewisser Weise erschweren. Ligaportal sprach mit dem Coach unter anderem über jenen Aspekt.

 

Ligaportal: Wie halten sich deine Spieler aktuell fit?

Gruber: „Mit Intervalleinheiten, Läufen im Grundlagenbereich und selbständigem Krafttraining. Die Bedingungen, die da jeder vorfindet, sind natürlich unterschiedlich. Alle wollen klarerweise das Mannschaftstraining zurück. Das wird es aber noch eine Weile nicht spielen. Das müssen die Spieler akzeptieren. Grundsätzlich sind sie so ehrgeizig wie im Winter. Der eine ist mehr motiviert, der andere weniger. Wir machen das grundsätzlich auf selbständiger Basis. Wir haben Vertrauen in die Spieler. Sie wissen auch, dass der Körper deren Kapital ist.“

Ligaportal: Die Situation ist ungewiss. Wie schwierig ist dieser Umstand, was die Motivation beim Heimtraining anbelangt?

Gruber: „Das ist in der Tat nicht ohne. Die Spieler kommen aus einer Wintervorbereitung, die lang und nicht immer so spaßig ist. Dann hat die Wettkampfphase kurz begonnen, war aber gleich wieder vorbei. Die Spieler wollen die Dynamik im Mannschaftstraining und den Alltag mit den Teamkollegen. Die jetzige Situation kann dann schon demotivierend sein. Junge Spieler blenden das eher aus, weil sie wissen, dass sie noch viele Jahre vor sich haben. Arriviertere Spieler sehen das womöglich anders. Wer aber in diesen Ligen ordentlich weitermachen will, muss das Heimprogramm durchziehen. Ich spreche da von mindestens vier Einheiten in der Woche.“

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Ligaportal: Wie viel Kontakt hast du mit den Spielern?

Gruber: „Über WhatsApp ist das relativ einfach. Zudem gibt es das eine oder andere Telefonat. Wir hatten zum Beispiel auch eine interne Klopapier-Challenge. Jeder hat sein Video geschickt und meine Tochter hat das zusammengeschnitten. Das hat den Kontakt intensiviert und für Spaß gesorgt.“

Ligaportal: Glaubst du, dass in dieser Saison noch einmal der Ball rollt?

Gruber: „Nach den heutigen Informationen der Bundesregierung, kann man davon ausgehen, dass die Meisterschaft vorbei ist. Wir planen daher auch schon für die neue Saison.“

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Ligaportal: Wie sehen diese Planungen konkret aus?

Gruber: „Es ist von den Sponsoren abhängig, wie wir die neue Saison finanziell gestalten können. Haben wir das gleiche Budget wie in der Vorsaison? Wir sind in Gesprächen und es sieht nicht so schlecht aus. Wir werden aber wohl nicht ganz die Dimensionen der vergangenen Jahre erreichen. Die Wirtschaft wackelt. Jeder muss Abstriche machen. Grundsätzlich wollen wir den Stamm der Mannschaft halten und ich hoffe, dass auch die Spieler mitziehen. Die Mannschaft ist charakterlich in Ordnung. Wir wollen den Fokus noch mehr auf junge Spieler legen, sie fördern und einbinden. Wir haben einen sehr guten Unterbau und dieser wird in Zukunft noch mehr gefragt sein. Zudem interessieren wir uns für junge Spieler aus der Region. Da wurden in den vergangenen zwei Wochen auch schon konkrete Kontakte hergestellt.“

Ligaportal: Gibt es eine konkrete Position, auf der du Handlungsbedarf siehst?

Gruber: „Man ist immer froh, wenn man für die Offensive jemanden bekommt. Wenn Transfers getätigt werden, dann in diesem Bereich.“

Ligaportal: Wie sollte die Meisterschaft gewertet werden, wenn sie abgebrochen wird?

Gruber: „Das möchte ich nicht entscheiden. Man kann es nicht jedem recht machen. Die einzig faire Lösung wäre eine Annullierung der Saison.“

 

Fotocredit: Union St. Florian 

 

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