„Das zehrte an den Nerven!“ – DSG Union Pergs Ex-Trainer Gerhard Obermüller im Interview

Gerhard Obermüller ist nicht mehr Trainer der DSG Union HABAU Perg. Die Zusammenarbeit, die mit dem Meistertitel 2015 in der Landesliga Ost und dem Aufstieg in die Oberösterreich-Liga so sensationell begonnen hatte, zwischen 2017 und 2018 für ein Jahr geruht hatte und zuletzt durch einen nervenzehrenden Kampf gegen den Abstieg gekennzeichnet gewesen war, wurde nun endgültig beendet. Zu viel habe sich aus Sicht des Übungsleiters geändert. Ligaportal.at sprach mit ihm.

 

Ligaportal: Von wem ist der Impuls schlussendlich ausgegangen?

Obermüller: „Wir haben uns einvernehmlich und fair getrennt. Ich brauche eine Basis, um ordentlich arbeiten zu können. Diese war in Perg nicht mehr gegeben. Der Verein selbst will mit einem neuen Trainer womöglich neue Reize setzen. Ich habe schon im Winter mit dem Gedanken gespielt, das Amt zurückzulegen. Der Verein wollte aber unbedingt, dass ich weitermache. Sie wären auch mit mir in die Landesliga gegangen.“

Ligaportal: Was ist mit dieser fehlenden Basis genau gemeint?

Obermüller: „Meine Wege und die des Vereins passten nicht mehr zusammen. In Perg hat sich vieles geändert, was das Arbeiten für den Trainer schwierig machte. Im Verein gibt es keine Struktur mehr. Die finanzielle Situation ist sehr schwierig. Das war auch vor der Corona-Krise schon so. Der Verein hat es verabsäumt, für die Oberösterreich-Liga eine passende Basis zu schaffen. Aufgrund der Krise sind weitere Kürzungen nötig.“

Fussball DSG Union Perg vs SV Grieskirchen 26.10.2018 14

Ligaportal: Noch gestern haben Sie mit uns über den Kader gesprochen. Es klang durch, dass die Zusammenstellung für Sie nicht passt. War das auch ein Grund?

Obermüller: „Natürlich. Uns waren im Sommer schon die Hände gebunden. Im Winter mussten wir dann weitere sieben Leute abgeben. Das geht sich für die Oberösterreich-Liga nicht aus. Du hast 13 bis 14 Spieler. Wenn die immer trainieren, wäre es irgendwie möglich. Das ist aber im Amateurbereich natürlich nicht der Fall. Ich habe mit neun bis zehn Leuten im Training gearbeitet. Einen zweiten Punkt, den ich in Perg sehr störend fand, war die Tatsache, dass manche Spieler gleichzeitig Funktionäre sind. Das ist für einen Trainer schwierig. Ich kenne keinen Verein, der es so handhabt, dass ein Spieler Sektionsleiter, ein anderer Vorstandsmitglied und ein weiterer für die Finanzen zuständig ist.“

Ligaportal: Wie würden Sie generell Ihre Zeit in Perg beschreiben?

Obermüller: „Ich will betonen, dass das grundsätzlich ein sympathischer, guter Verein ist, dessen Möglichkeiten aber begrenzt sind. Das zehrt an den Nerven. Meine erste Amtszeit in Perg war ganz anders. Mittlerweile hat sich sehr viel verändert. Das ist für alle mühsam. Ich habe mich hier aber immer wohlgefühlt.“

Ligaportal: Wie sieht Ihre persönliche Zukunft aus? Wie hoch ist die Motivation für neue sportliche Aufgaben?

Obermüller: „Ich bin motiviert, will weitermachen. Aufgrund der Krise kann ich aber nicht sagen, wohin der Weg führt. Ich bin offen für Neues. Ich habe auch andere Ziele als Perg. Ich will oben mitspielen.“

 

Fotocredit: Harald Dostal 

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