SC Marchtrenk feiert wichtigen ersten Auswärtssieg in Ried! Matchwinner Oravec mit kapitalem Fehlschuss [Video]

USV Neuhofen i. I./SV Ried Amateure
SC Marchtrenk

Im einzigen Sonntagsspiel der 12. Runde in der OÖ-Liga - powered by Zwei Fach Fenster - empfing der USV Erler Haus Neuhofen i. I./SV Josko Ried Amateure den SC Marchtrenk. Während die Rieder aus ihren letzten drei Partien immerhin stolze sieben Punkte mitnahmen, verloren die Marchtrenker sechs ihrer jüngsten sieben Duelle, wobei die Genc-Elf gleich fünfmal mit 0:1 unterlag. Mittlerweile bis auf Tabellenplatz elf abgerutscht wollte der SC, der im laufenden Bewerb auswärts noch nicht gewinnen konnte, seinen Negativlauf im Innviertel unbedingt stoppen. Tatsächlich sollte es den Gästen gelingen, auch dank eines fulminanten Startes mit gleich zwei Treffern in den ersten acht Minuten, erstmals drei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Matchwinner beim 4:2-Erfolg über die Reserve des Bundesligisten war aus Marchtrenker Sicht zweifellos Tomas Oravec und das obwohl sich der dreifache Torschütze kurz vor Schluss einen unfassbaren Fehlschuss leistete. (Jetzt Trainingslager buchen)

 

Beflügelte Gäste

Im Vergleich zur knappen Heimniederlage in der Vorwoche gegen den SV Bad Ischl nahm SC Marchtrenk-Coach Yahya Genc zwei Veränderungen vor. So kehrte einerseits der zuletzt angeschlagene Spielmacher Dejan Javorovic wieder zurück in die Anfangsformation, andererseits feierte Zoran Radicevic sein Startelfdebüt in Oberösterreichs höchster Spielklasse. Verzichten mussten die Gäste hingegen auf den gelbgesperrten Bayram Gas. Auf Seiten der Rieder bekam Fabian Schubert, nachdem er am Vortag noch gegen den amtierenden Meister FC Red Bull Salzburg zumindest fünf Minuten lang zum Einsatz kam, die Möglichkeit in dieser Begegnung wichtige Spielpraxis zu sammeln. Laut Marchtrenk-Trainer Yahya Genc ging es nach den vielen Misserfolgen der vergangen Wochen für seine Mannschaft bereits ums "nackte Überleben". Dass die Marchtrenker gewillt waren den Kampf anzunehmen, zeigte bereits die Anfangsphase. So gingen die Gäste in Minute 5 bereits mit der ersten nennenswerten Offensivaktion in Führung. Die junge Abwehr der Innviertler sah dabei allerdings alles andere als gut aus. Nach einem langen Abschlag von Petr Bouchal weit aus der eigenen Hälfte konnte sich Tomas Oravec gleich gegen zwei Gegenspieler geschickt durchsetzen. Der ehemalige slowakische Nationalspieler spielte seine ganz Klasse aus, indem er aus der Drehung mit einem platzierten, wenn auch nicht allzu scharfen Schuss Torhüter Markus Schöller düpierte. Der frühe Führungstreffer beflügelte den SC Marchtrenk in der Folge sprichwörtlich, so segelte nur wenige Augenblicke nach dem 0:1, Volkan Gencer nach einer Flanke von Alen Zec äußerst artistisch durch die Luft. Sein spektakulärer Seitfallzieher landete nur knapp neben der rechten Stange. In dieser Tonart ging es gleich weiter, so genügten in der 8. Minute wieder nur zwei Pässe, um die indisponierte Viererkette der Rieder auszuhebeln. Dragan Javorovic setzte Tomas Oravec mit einem idealen Zuspiel durch die Schnittstelle mustergültig ein. Der routinierte Angreifer enteilte seinen Bewachern und verwandelte den tollen Assist gekonnt, mit einem flachen Schuss ins lange Eck.

Hattrick vollendet

Das erfolgreiche Mittel mit dem schnellen, schnörkellosen Spiel in die Spitze setzten die Gäste auch nach diesem Auftakt nach Maß immer wieder ein. So konnte etwa in der 27. Minute wer sonst als Tomas Oravec, den die Nachwuchshoffnungen des Bundesligisten aufgrund seiner körperlichen Präsenz nicht in den Griff bekamen, einen langen Pass von SC-Kapitän Julian Peterstorfer mit der Brust herunternehmen und auf den heranstürmenden Volkan Gencer weiterleiten. Der 23-Jährige fackelte nicht lange und hämmerte mit links den Ball aus nicht ganz 30 Metern wuchtig in Richtung gegnerisches Tor. Den strammen Weitschuss, der etwas zu zentral ausfiel, konnte Schlussmann Markus Schöller mit einer Hand gerade noch über die Latte lenken. Der USV Neuhofen i. I./SV Ried Amateure konnte sich vor der Halbzeit kaum zwingende Möglichkeiten erarbeiten und das obwohl man mehr Ballbesitz hatte. Bezeichnenderweise war ein von Fabian Schubert geblockter Abschlag von SC-Keeper Andreas Knogler, noch so ziemlich das Gefährlichste, was die Heimelf im ersten Abschnitt zu bieten hatte. Die Marchtrenker waren da schon wesentlich durchschlagskräftiger in der Offensive. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff erwischten die Gäste, die unerfahrenen Rieder, mit einem Konter erneut eiskalt. Julian Peterstorfer setzte sich bei diesem schnellen Gegenstoß gut auf der rechten Seite durch, spielte dann auf Volkan Gencer, der technisch fein mit der Ferse direkt auf Tomas Oravec weiterleitete. Der Mann der ersten Hälfte vollendete seinen Hattrick letztlich völlig freistehend mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck.

Neue Hoffnung

Die zweite Garnitur des SV Ried zeigte sich nach Wiederbeginn deutlich bemüht, den entstanden Schaden in den zweiten 45 Minuten so gut es ging zu beseitigen. Die Rieder fanden durch Fabian Schubert, der im 16er knapp sein anvisiertes Ziel verfehlte, auch die erste Chance im zweiten Abschnitt vor. Ein Problem hatten die Innviertler aber nachwievor und das hörte auf den Namen Tomas Oravec. Der 1,86m große bullige Angreifer prüfte in der 49. Minute Torwart Markus Schöller mit einem Abschluss aus gut 20 Metern Entfernung. Der Schlussmann im Kasten der Heimischen war jedoch dieses Mal schnell genug am Boden, um den Versuch mit einer Parade zur Seite abzuwehren. Ein Eckball nach rund einer Stunde Spielzeit ließ bei den Schützlingen von Trainer Thomas Weissenböck endgültig neue Hoffnung aufkeimen. Die Hereingabe von der rechten Seite von Kevin Brandstätter landete etwas glücklich vor den Füßen von Sebastian Dirnberger, der keine Probleme damit hatte, den Ball aus dem Getümmel heraus über die Linie zu bugsieren. Für den SC Marchtrenk begann plötzlich der bereits sicher scheinende, so wichtige Auswärtssieg wieder zu wackeln, vor allem als in Minute 69 Julian Peterstorfer im eigenen Strafraum ein gedachtes Zuspiel von Klaus Kapl mit dem Oberarm blockierte. Schiedsrichter Sebastian Aichner bewertete die Szene als unerlaubtes Handspiel und verhängte daraufhin einen Elfmeter, welchen der eben erst eingewechselte Miron Muslic ganz sicher verwandelte.

Unmögliches Kunststück

Spätestens nach dem Anschlusstreffer entwickelte sich ein wirklich attraktives Spiel, das auch die eine oder andere Härteeinlagen, vor allem aber etliche Chancen zu bieten hatte. Die wohl beste Möglichkeit, die man sich nur irgendwie vorstellen kann, vernebelte eine Viertelstunde vor Schluss ausgerechnet der an diesem Tag so bärenstarke Tomas Oravec. Wieder einmal war er nach einem schönen Außenrisst-Pass von Dejan Javorovic der weit aufgerückten Verteidigung der Innviertler entwischt. Oravec legte den Ball dann zunächst auch noch gekonnt an Markus Schöller, der aus seinem Kasten geeilt war, um in höchster Not zu retten, vorbei, aus etwas mehr als fünf Metern Entfernung brachte der Stürmer schließlich jedoch das unmögliche Kunststück zustande, das Spielgerät am verwaisten Tor vorbeizuschieben.

Chance SC Marcht. 75

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Die Marchtrenker mussten so weiter um die dringend benötigten drei Punkte zittern, jedoch nur bis zur 84. Minute, da sorgte nämlich der eingewechselte Bejadin Sakiri mit seinem ersten Saisontor für die endgültige Vorentscheidung. Die Hintermannschaft der Hausherrn half auch bei diesem Gegentreffer wieder kräftig mit. So wurde eine Peterstorfer-Flanke von einem Rieder Verteidiger direkt vor die Füße des Marchtrenker Jokers geklärt, der das Geschenk dankend annahm und entschlossen den Ball zum 2:4-Endstand unter die Latte wuchtete.

 

Stimmen zum Spiel:

Thomas Weissenböck (Trainer des USV Neuhofen i. I./SV Ried Amateure):

„Wir haben eigentlich in den ersten fünf Minuten sehr gut angefangen, sind dann jedoch mit dem ersten langen Ball in Rückstand geraten. Gleich darauf haben wir das 0:2 kassiert, wobei unser gesamtes Defensivverhalten in dieser Partie schlichtweg nicht ligatauglich war. Die Marchtrenker haben von unseren Fehlern, wie beim ersten Gegentreffer, als gleich zwei Mann nicht ordentlich attackiert haben, profitiert. Positiv war, dass sich meine Mannschaft nach der Pause nicht hängen hat lassen. Wir haben in der zweiten Hälfte noch einmal alles versucht und wären am Ende eigentlich auch noch zum Ausgleich gekommen. Der Schiedsrichter hat, meinem Gefühl nach leider fälschlicherweise, nach einem Ramadani-Freistoß statt auf Tor auf Abseits entschieden. Ganz zum Schluss ist uns auch noch ein klarer Elfmeter vorenthalten worden. Die Schuld beim Unparteiischen zu suchen wäre jedoch verfehlt, zumal wir heute viel zu leicht Chancen zugelassen haben, indem wir einfach zu weit von unseren Gegenspielern weggestanden sind. Wenn man so im Spiel gegen den Ball agiert, braucht man sich nicht wundern, wenn man zu Hause vier Gegentore kassiert und verliert. Aufgrund der zweiten Hälfte, in der wir vor allem in den ersten 25 Minuten ganz gut gespielt haben, wäre ein 3:3-Unentschieden dennoch nicht unverdient gewesen."

Die Besten: -

 

Yahya Genc (Trainer des SC Marchtrenk):

„Es war auf alle Fälle ein ganz wichtiger Sieg für uns. Unser Ziel war es zunächst in der Defensive stabil zu stehen, den Gegner kommen zu lassen und mit Leidenschaft dagegenzuhalten. Die Rieder hatten zwar mehr Ballbesitz, aber das war von uns auch so gewollt, zumal wir ihnen nur wenig Räume zum kombinieren gegeben haben. Während wir kaum Chancen zugelassen haben, waren wir über Konter stets brandgefährlich. Zur Pause sind wir demnach auch völlig verdient mit 3:0 vorangelegen. In Halbzeit zwei wollten wir eigentlich ruhig weiterspielen, jedoch haben wir dann leider sehr billig aus zwei Standardsituationen zwei Gegentore kassiert. Die Innviertler sind danach noch einmal aufgekommen, wobei wir selbst dafür verantwortlich waren, dass die Angelegenheit so lange spannend geblieben ist, indem wir unsere zahlreichen hochkarätigen Möglichkeiten in der zweiten Hälfte lange nicht genützt haben. Bestes Beispiel dafür war die schon fast slapstickhafte Szene von Tomas Oravec, der als Matchwinner den Ball am leeren Tor vorbeischob. Diese Aktion war irgendwie bezeichnend für unsere Auftritte der letzten Wochen, bei denen wir auch nicht schlecht gespielt haben, aufgrund unserer schwachen Chancenauswertung aber stets leer ausgegangen waren. Es freut mich, dass sich meine Spieler endlich für ihren Aufwand auch einmal belohnt haben."

Die Besten: Tomas Oravec, Dragan Javorovic, Dejan Javorovic

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